Mord in Neudorf: Prozess gegen 37-Jährigen fortgesetzt

Der mysteriöse Mordfall an einem Basketballtrainer aus Duisburg beschäftigt weiter das Landgericht.

© Stefan Arend / FUNKE Foto Services

Ein 37-Jähriger steht wegen Mordes vor dem Duisburger Landgericht. Seit fünf Verhandlungstagen schweigt der Mann zu den Vorwürfen. Die Beweislage bleibt dünn.

Drei Kopfschüsse auf der Grabenstraße

Am Abend des 26. Januar 2025 wurde ein 41-jähriger Basketballtrainer und Familienvater an der Grabenstraße in Neudorf erschossen. Der Angeklagte, ein 37-jähriger Duisburger, soll seinem langjährigen Freund drei Kopfschüsse zugefügt haben. Die beiden Männer kannten sich seit vielen Jahren und hatten sich am Tattag zu einem Treffen in Neudorf verabredet. Beide hielten sich zur Tatzeit im gleichen Stadtviertel auf. Doch was genau geschah, bleibt unklar.

Tatwaffe verschwunden - Verteidigung setzt auf Zweifel

Zwei Tage nach dem Mord nahm die Polizei den 37-Jährigen fest. Die Tatwaffe wurde jedoch nie gefunden. Bei der Durchsuchung stellten die Ermittler lediglich eine Schreckschusswaffe sicher, die dem Angeklagten gehört. Diese Waffe könnte die Schmauchspuren an der Kleidung des Mannes erklären, argumentiert die Verteidigung. Ein wichtiger Punkt, denn andere Beweise sind rar: Es gibt keine Tatzeugen, niemand sah einen zweiten Mann in der Nähe des Tatorts.

Siebenjähriger Junge als neuer Zeuge

Im Rahmen von Nachermittlungen vernahm die Polizei heute einen siebenjährigen Jungen. Er soll nach der Tat Angaben zum Geschehen gemacht haben. Ob diese Aussage eine Wende im Verfahren bringen kann, ist jedoch fraglich. Das größte Rätsel bleibt das fehlende Motiv. Warum sollte der 37-Jährige seinen langjährigen Freund töten? Darauf haben weder Staatsanwaltschaft noch Ermittler eine Antwort gefunden. Der Angeklagte schweigt seit Prozessbeginn beharrlich zu den Vorwürfen. Bis Oktober sind noch drei weitere Verhandlungstage geplant.

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