
Nolympia: Die Linke Duisburg stellt sich gegen Olympia-Bewerbung
In dieser Woche werden die Stimmen des Bürgerentscheids ausgezählt. Eine Fraktion positioniert sich gegen die Teilhabe Duisburgs an einer möglichen Olympia-Bewerbung. Hier erfahrt ihr die Gründe.
Veröffentlicht: Mittwoch, 08.04.2026 12:56
Die Ratsfraktion Die Linke in Duisburg stellt sich gegen die gemeinsame Olympia-Bewerbung von 17 Kommunen in der Region Rhein-Ruhr. Bundesweit wie bei uns in Duisburg sieht Die Linke darin ein Prestigeprojekt, das wenig nachhaltigen Mehrwert für die Region bringt.
Kosten könnten höher sein als erwartet
Die Argumentation, dass durch eine Austragung der Spiele viele Arbeitsplätze geschaffen, viele Investitionen getätigt werden und grundsätzlich ein wirtschaftlicher Aufschwung zu erwarten sei, weist Die Linke zurück. Bei früheren Olympischen Spielen habe sich gezeigt, dass die tatsächlichen Kosten die ursprünglich angedachten überstiegen haben. Der Ratsbeschluss zeigt grundsätzlich, dass die Kosten für die Spiele von insgesamt rund 4,8 Milliarden Euro allein von IOC und Sponsoren getragen werden. Die Kosten, die tatsächlich auf die Stadt zukommen, liegen also vor allem im Ausbau von Infrastruktur. Hier liegen allerdings keine konkreten Zahlen vor, da eine Kalkulation angesichts der möglichen Ausrichtung 2036, -40 oder -44 nicht sinnvoll aufzustellen ist. Trotz möglicher Fördergelder in vielen Bereichen ist eine Verschuldung dadurch nicht ausgeschlossen.
Fokus auf die Wettkampfsportstätten
Die Linke beklagt, dass viele Sportstätten aus dem Breitensport jetzt schon in schlechten Zuständen sind, es etwa kein warmes Duschwasser gibt und Sporthallen zum Teil marode sind. Dass die Ausrichtung olympischer Spiele langfristig mehr Begeisterung für Sport schafft, sei daher keine Garantie.
Anstatt viel Geld in den Ausbau des Wettkampfstandortes Wedau zu stecken, wünscht sich Die Linke lieber eine grundsätzliche Förderung des Breitensports und eine stadtweite Instandhaltung und Förderung der Sportstätten wie etwa Turnhallen und Schwimmbäder.
Frühere Projekte aus Geldmangel eingestellt
Frühere Projekte seien aus Geldmangel eingestellt worden. Die Linke verweist auf ein Projekt, in dem Studierende der Uni Duisburg-Essen monatlich in verschiedenen Turnhallen öffentliche Sportangebote gestellt haben. Dieses Projekt sei aus Geldmangel eingestellt worden. Tatsächlich bestätigt der Stadtsportbund das auf seiner Seite. Aktuell läuft laut Aussage des SSB aber auch ein Versuch, das Projekt wieder aufleben zu lassen.
Wartezeit auf Investitionen
Die vorhandene Infrastruktur werde außerdem einerseits als Grund angeführt, die Spiele hier auszutragen, andererseits wird seitens der Stadt darauf verwiesen, dass gerade diese Fördergelder benötigt werden und eine Olympia-Bewerbung ein Grund für den Ausbau dieser Infrastruktur ist. Die Linke wirft daher die Frage auf, warum anlässlich eines Events in zehn bis 18 Jahren etwas getan werden soll und kritisiert, dass es einen solchen Anlass braucht.
Sozialpolitische Befürchtungen
Angesichts der Berichte um viele Obdachlose, die für die Austragung der Spiele in Paris 2024 und zuvor auch in Rio 2016 ausquartiert wurden, wie zum Beispiel der Deutschlandfunk berichtet, sorgt sich Die Linke auch um anhaltendes Vorgehen gehen prekäre Wohnsituationen durch die sog. Taskforce der Stadt. Das könnte sich bei einem Zuschlag für die Austragung verschärfen, so die Befürchtung.
So könnt ihr eure Stimme abgeben
In einem vorherigen Bericht haben wir ausführlich über die Abstimmung und die Pro-Argumente der Stadt Duisburg berichtet.
Die Abstimmung wird am Sonntag ausgezählt. Damit eure Unterlagen rechtzeitig per Post ankommen, müsst ihr sie bis zum 14.04. bei der Post einwerfen.