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Ihr entscheidet: Soll Olympia nach Duisburg kommen?
© Kerstin Kokoska/ FUNKE Foto Services
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Ihr entscheidet: Soll Olympia nach Duisburg kommen?

Gemeinsam mit Partnerstädten könnte sich Duisburg für die Olympischen Spiele bewerben. Dafür läuft ab dieser Woche ein Bürgerentscheid.

Veröffentlicht: Sonntag, 15.03.2026 21:49

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Durch eine gemeinsame Bewerbung der Region Rhein-Ruhr könnte Duisburg Spielort der olympischen und paralympischen Spiele werden. Konkret geht es um die Spiele 2036, 2040 oder sogar 2044. Ob Duisburg sich den Bewerbungsbestrebungen anschließt, entscheidet ein Bürgerentscheid. Die nötigen Unterlagen und Informationszettel zu der Abstimmung werden in dieser Woche versandt.

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So läuft der Bürgerentscheid ab

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Rund 350.000 Duisburger sind stimmberechtigt und dürfen somit über die Bewerbung mitentscheiden. Die Unterlagen müssen bis zum 14.04. zurückgeschickt oder im Rathaus eingeworfen werden. Stichtag ist der 19.04., an dem die Stimmzettel ausgezählt werden. Der Bürgerentscheid findet in allen Bewerberstädten gleichzeitig statt. Der Bürgerentscheid kostet in Duisburg 580.000 Euro, wobei für die Kommune selbst nur ein Anteil von 87.000 selbst getragen werden muss, die restlichen Kosten übernimmt das Land NRW.

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Die Region Rhein Ruhr als Bewerber

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Neben Duisburg gehören zu dem Bewerberteam Aachen, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen/Herten und Wuppertal. Alle Wettbewerbe würden in diesen Städten stattfinden. Ausschließlich Segeln würde in Kiel oder Warnemünde und Kanuslalom in Markkleeberg nahe Leipzig stattfinden.

Das Konzept würde die nötigen Auflagen bezüglich Reisezeiten zu den Sportstätten für die rund 15.000 Olympioniken erfüllen. Ein Vorteil gegenüber vielen anderen Spielen: Es müssten keine dauerhaften Sportstätten neu gebaut werden. Die meisten sind vorhanden und müssen nur um wenige temporäre Anlagen ergänzt werden. Mit über 30 Welt- und Europameisterschaften hat sich die Region in den letzten zehn Jahren schon als Austragungsort für viele Sportereignisse bewiesen.

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Duisburg als Austragungsort

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In Duisburg würden drei Sportarten stattfinden. Auf der Regattabahn sind Ruder und Kanurennsport-Wettbewerbe vorgesehen, in der Schauinsland-Reisen-Arena sollen mit Bouldern, Lead und Speed die Kletterwettbewerbe ausgetragen werden. Was die Nutzung der Arena angeht, beruft der Stadtrat sich auf die Eröffnungsfeier der FISU World University Games im letzten Sommer, deren Eröffnungsfeier in der Heimspielstätte des MSV Duisburg stattgefunden hat.

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Deutsches Beachvolleyball-Duo holt Gold bei den FISU World University Games
© Radio Duisburg
Zu den World University Games wurden an der Wedau auch Beach Volleyball-Plätze temporär errichtet.
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Diese Kosten werden erwartet

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Die Kosten gliedern sich in zwei Bereiche. Zum einen gibt es Durchführungskosten von 4,8 Milliarden Euro bei erwarteten Einnahmen von 5,2 Milliarden Euro. Die Kosten allerdings tragen nicht die Ausrichter, sondern Sponsoren, Ticketverkäufe und das Internationale Olympische Komitee IOC. Öffentliche Gelder werden nur für die notwendige Teilbezuschussung der paralympischen Spiele benötigt. Diese müssen bei einer Olympia-Ausrichtung zwangsweise mit ausgerichtet werden.

Zum anderen gibt es Kosten durch Infrastrukturinvestitionen. In einem Ratsbeschluss des Duisburger Stadtrates wird von Investitionen gesprochen, die ohnehin geleistet werden müssten. Dabei geht es vor allem um Mobilität und Sicherheit im öffentlichen Raum. Die olympischen Spiele dienen der Stadt zufolge hierbei nur als Anreiz. Allerdings werden an keiner Stelle genauere Angaben zu den auf die Kommune zukommenden Kosten gemacht, weil der Zeitpunkt das aktuell nicht zuließe. Die finanziellen Auswirkungen für die Stadt konkret bleiben damit ungewiss.

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Stadt befürwortet Bewerbung

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Die Stadt befürwortet eine Bewerbung und führt viele positive Argumente auf. Unter anderem, dass der Tourismus boomen und viele Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.

Mögliche negative Auswirkungen werden seitens der Stadt nicht genannt. Sich ohne konkrete Zahlen vorzulegen, nur auf wirtschaftlich-positive Auswirkungen zu beruhen ist mutig. Auch wenn die Zahlen in keinster Weise vorliegen, spricht der Stadtrat von einer historischen Chance, geht aber nicht darauf ein, dass in vielerlei Hinsicht, zumindest zur Zeit, aber auch die "Katze im Sack" gekauft wird.

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Olympi-O-mat soll bei Entscheidung helfen

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Neben der Region Rhein-Ruhr erwägen auch Hamburg, Berlin und München jeweils eine deutsche Kandidatur. Für alle Bewerbungen soll online der Olympi-O-mat bei der Entscheidung helfen. 35 Fragen oder Aussagen, die mit Zustimmung, Ablehnung oder Enthaltung beantwortet werden sollen, werden dafür herangezogen. Auch hier wird viel auf wirtschaftliche Aspekte eingegangen, ohne dass konkrete Zahlen auf dem Tisch liegen. Kritisch an dieser Entscheidungshilfe zu betrachten ist außerdem, dass die Seite vom Deutschen Olympischen Sportbund DOSB betrieben wird und die Domain "Dafür sein ist alles" lautet. Zwar kann als Ergebnis auch herauskommen, dass man gegen die Bewerbung ist, aber trotzdem hat die Seite so einen recht faden Beigeschmack.

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