
Die Caritas Duisburg lädt für Freitag, 25. September 2026, zu einer öffentlichen Veranstaltung ein. Dort sollen die Ergebnisse des Aufarbeitungsberichts zum ehemaligen Duisburger Kinderdorf „Maria in der Drucht“ vorgestellt werden. Beginn ist um 11.30 Uhr im katholischen Stadthaus am Wieberplatz 2 in 47051 Duisburg. Eingeladen sind Betroffene und ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige, die interessierte Öffentlichkeit und Medienvertreter. Im Anschluss an die Vorstellung ist eine moderierte Fragerunde geplant. Die Ergebnisse des Gesamtberichts sollen am selben Tag veröffentlicht werden.
Drei Untersuchungen zur Aufarbeitung des Kinderdorfs
Nach Angaben der Caritas Duisburg läuft der Aufarbeitungsprozess seit 2025 in einem strukturierten, wissenschaftlichen und extern begleiteten Verfahren. Beauftragt wurden demnach drei Untersuchungen: eine historische Archivrecherche, eine Interviewstudie mit Betroffenen und eine ergänzende Analyse des bisherigen Aufarbeitungsprozesses der Caritas Duisburg. Im Mittelpunkt stehen Fälle sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt im ehemaligen Kinderdorf. Radio Duisburg hatte bereits im September 2025 berichtet, dass der Verband eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Gewaltfälle gestartet hat. Damals hieß es auch, dass sich bekannte Fälle besonders auf die 1960er- und 1970er-Jahre konzentrieren.
Betroffene sollen im Mittelpunkt stehen
Die Caritas Duisburg betont, dass die Erfahrungen der Betroffenen im Mittelpunkt der Aufarbeitung stehen. Nach eigenen Angaben will der Verband mit der öffentlichen Vorstellung dazu beitragen, erlittenes Unrecht sichtbar zu machen, Leid anzuerkennen und Betroffenen Raum zu geben.
Diese Fachleute sind in Duisburg dabei
Bei der Veranstaltung sollen mehrere Beteiligte die Ergebnisse einordnen. Angekündigt sind Julia Schröder, Vorständin der Caritas Duisburg, Prof. Dr. Andreas Henkelmann von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Paderborn, Prof. Dr. Manuela Dudeck, ärztliche Direktorin der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie von der Universität Ulm sowie Dr. Bettina Janssen, Rechtsanwältin und Mediatorin aus Köln. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen nach Angaben der Caritas ihre jeweiligen Untersuchungsteile vor. Anschließend will sich auch die Caritas Duisburg zu den Ergebnissen und zur eigenen Verantwortung äußern. Ziel der Veranstaltung sei es, die Ergebnisse transparent zu erläutern und die nächsten Schritte darzustellen.
Anmeldung zur Veranstaltung am Wieberplatz
Wer an der öffentlichen Vorstellung teilnehmen möchte, soll sich bis 21. September 2026 anmelden. Das ist per E-Mail an sarah.moelleken@caritas-duisburg.de oder telefonisch unter 0203 29592 89 möglich (montags bis donnerstags zwischen 9.00 und 12.30 Uhr). Die Caritas weist außerdem darauf hin, dass bei der Veranstaltung Medienvertreter anwesend sein werden und eine Aufzeichnung geplant ist. Wer nicht erkennbar aufgenommen werden möchte, kann das bei der Anmeldung oder beim Einlass mitteilen. Dafür soll vor Ort ein geschützter Sitzbereich eingerichtet werden.