
Diese Duisburger Nachbarschaft ist schon im WM-Fieber
Zur Fußball-WM 2026 wehen auf der Walporzheimer Straße in Beeckerwerth wieder zahlreiche Fahnen und Wimpel. Die gesamte Nachbarschaft beteiligt sich an der Aktion. Wie aus der Deko eine Tradition und ein Nachbarschaftsverbund geworden ist.
Veröffentlicht: Freitag, 12.06.2026 03:00
Auf der Walporzheimer Straße in Beeckerwerth ist die Vorfreude auf die Fußball-WM 2026 unübersehbar. Zwischen den Häusern spannen sich lange Ketten aus schwarz-rot-goldenen Wimpeln, an Fenstern und Fassaden wehen Deutschland-Flaggen. Die Bewohner der alten Zechensiedlung haben ihre Nachbarschaft damit wieder in ein Fahnenmeer verwandelt. Letzte Woche Mittwoch haben dafür mehrere Anwohner gemeinsam angepackt. Rund zwei bis drei Stunden dauert es, die aufwendige WM-Dekoration an den Häusern anzubringen. Und der Einsatz hat sich gelohnt: Schon jetzt sorgt die festlich geschmückte Straße für echtes WM-Flair.
WM-Tradition in der Walporzheimer Straße
Seit der WM 2010 kommen die Anwohner der Walporzheimer Straße zu Europa- und Weltmeisterschaften regelmäßig zusammen. Angefangen habe alles mit nur wenigen Nachbarn. „Wir haben damals mit vier oder fünf Leuten hier auf der Straße begonnen. Irgendwann hat dann die ganze Straße mitgemacht“, erzählt Heiko, der von Anfang an dabei ist.
Auch Oliver macht seit vielen Jahren mit. Er zog 2013 mit seiner Familie in die Straße und war schnell Teil der Gemeinschaft. Die ursprüngliche Idee sei von Kristin gekommen. „Wir nennen sie immer die Bürgermeisterin unserer Straße. Sie hat immer super Ideen und bringt die Menschen hier zusammen“, sagt Oliver lachend.
Über die Jahre ist aus dem Schmücken somit eine feste Tradition geworden. Dabei hat sich sogar ein kleiner freundschaftlicher "Wettkampf" mit den Nachbarn der Heimersheimer Straße entwickelt. Beide Straßen schmücken ihre Häuser und hängen Fahnen auf. „Da muss man natürlich immer noch einen draufsetzen. Aber das ist alles ganz freundschaftlich gemeint“, erzählt Kiristins Mann Milan.
So richtig los geht es für die Nachbarn am Sonntag. Dann werden die Spiele natürlich gemeinsam verfolgt. „Wir holen den Fernseher raus, Milan schiebt seinen Grill rüber und dann stimmen wir uns gemeinsam auf die Weltmeisterschaft ein. Anschließend schauen wir zusammen das Deutschland-Spiel“, sagt Heiko.
Zusammenhalt der Nachbarschaft ist groß
Doch der starke Zusammenhalt in der Nachbarschaft zeigt sich nicht nur bei Europa- und Weltmeisterschaften. „Wenn hier irgendetwas ist, dann ist jeder für jeden da“, erzählt Heiko. Viele Feste und Veranstaltungen werden inzwischen gemeinsam organisiert und gefeiert. Sogar eine eigene WhatsApp-Gruppe gibt es, über die sich die Anwohner austauschen und verabreden.
„Hier kennt jeder jeden. Wenn man sonntags mal keine Sahne mehr im Haus hat, kann man einfach beim Nachbarn klingeln“, sagt Milan. Man helfe sich gegenseitig und halte zusammen – nicht nur bei Fußballturnieren, sondern das ganze Jahr über.
Deutschlandflagge zu zeigen ist erlaubt
Die Anwohner der Walporzheimer Straße lieben ihr schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer. In den sozialen Medien stößt die Dekoration allerdings nicht immer nur auf positive Reaktionen. Auch als wir von Radio Duisburg euch in den sozialen Medien gefragt haben, wie ihr die WM verfolgt und eure Häuser oder Gärten schmückt, gab es zahlreiche Kommentare. Mehrfach war dort zu lesen, man lasse das mit den Deutschlandflaggen lieber, weil sonst der Staatsschutz ermittle.
Tatsächlich gilt jedoch: Das Hissen der Deutschlandflagge ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Das gilt während einer Fußball-WM genauso wie an jedem anderen Tag im Jahr. Wer also am Auto, am Balkon, im Garten oder im privaten Umfeld eine Deutschlandflagge zeigt, begeht damit keine Straftat. Anders ist die Lage bei verfassungswidrigen Symbolen und Flaggen. Mehr dazu, lest ihr hier: Duisburg: Warum niemand Ärger für Schwarz-Rot-Gold bekommt
