Sie sind hier: Service / Aufbewahrungsfristen
 

Aufbewahrungsfristen

Kontoauszüge, Kassenbons oder alte Schulzeugnisse. Viele von uns haben ganze Ordner voller Unterlagen in ihren Regalen stehen. Aber was davon müssen wir aufbewahren und vor allem wie lange? Wir habe für Euch eine Übersicht erstellt: 

Ein Leben lang
Foto:Pixabay

Urkunden wie Geburts-, Heirats-, und Sterbeurkunden von Angehörigen im Familienbuch aufheben. Stellt das Standesamt aus und kostet 10 Euro. Am Besten mehrere Exemplare ausstellen lassen, die kosten pro Exemplar 5 Euro. Viele Banken und Behörden verlangen immer ein Original.

Eltern brauchen die Geburtsurkunde des Kindes, um Eltern-und Kindergeld oder auch um einen Kita-Platz zu beantragen. Außerdem für die Krankenversicherung und später für den eigenen Rentenantrag.

Die Heiratsurkunde muss vorlegen, um den neuen Familiennamen eintragen zu lassen. Außerdem braucht man sie, um Ausweise oder Konten umschreiben zu lassen. Im Todesfall muss man sie vorlegen, um Sterbeurkunde oder Erbschein zu bekommen.

Die Sterbeurkunde eines Angehörigen wird gebraucht, um die Beerdigung und um alles mit den Behörden zu regeln. Damit lassen sich auch Verträge und Abos des Verstorbenen kündigen.

Die Sterbeurkunde muss man beim Nachlassgericht (Amtsgericht) am Wohnort des Verstorbenen vorlegen, um den Erbschein zu bekommen. In dem steht, wer berechtigter Erbe ist und wie hoch das Erbe ist. Mit dem Erbschein lassen sich Konten, Versicherungen u.ä. des Verstorbenen umschreiben oder kündigen.

Mit der Scheidungsurkunde kann man seinen Namen ändern oder das Konto umschreiben lassen. Vorlegen muss man sie auch, wenn man wieder heiraten will, genauso um Unterhaltsansprüche anzumelden. Diese Urkunde stellt das Amt-bzw. Familiengericht aus, dass die Scheidung beschlossen hat. Dort gibt es auch Ersatz.

Bis zur Rente
Foto: Pixabay

Alle Unterlagen sind wichtig, die das Jobleben dokumentieren und die zeigen, wie lange man berufstätig gewesen ist. Dazu gehören:

Abschlusszeugnis, Ausbildungszeugnis, Studiennachweise wie Einschreibe- oder Exmatrikulationsbescheinigungen, Arbeits­verträge, Sozial­versicherungs­nach­weise, Lohnsteuerbescheinigung, Bescheinigungen über Kranken- oder Arbeits­losengeld, Sozialversicherungsausweis bzw. Sozialversicherungsnummer, Kündigungen.

Einzelne Gehaltsabrechnungen jeden Monat prüfen, ob Steuerklasse, Kinderfreibetrag, und Religionszugehörigkeit stimmen. Fürs laufende Jahr aufbewahren, bis Ende des Jahres die Lohnsteuerbescheinigung kommt. Diese dann bis zum Rentenantrag aufbewahren.

Arbeitgeber, Krankenkasse oder Jobcenter schicken viele Infos automatisch an die Deutsche Rentenversicherung. Falls dort aber Infos verloren gehen, sollte man sie selber gesammelt haben.

Am Besten mit Anfang 30 dort nachfragen, welche Infos bislang im eigenen Renten-Konto gespeichert sind und was fehlt. So bleibt genug Zeit, um Unterlagen nachzubestellen. 

Jahre

Für Kontoauszüge gibt es keine gesetzliche Aufbewahrungsfrist. Aber es ist ratsam, diese drei Jahre aufzubewahren. So lange gilt die Verjährungsfrist für die meisten Alltagsgeschäfte. Das heißt: Fordert ein Händler in der Zeit Geld oder mahnt an, weil angeblich nicht bezahlt wurde, kann der Kontoauszug das belegen. Ältere Kontoauszüge können bis zu 10 Jahren bei Banken nachgefordert werden. Kosten sind unterschiedlich (bis zu15 Euro).

Rechnungen und Quittungen sollten zwei Jahre aufbewahrt werden, denn so lange gilt die gesetzliche Gewährleistung.

Sonstiges

Versicherungsunterlagen: Solange die vereinbarte Laufzeit gilt. Für die Hausratversicherung Rechnungen von teuren Anschaffungen aufbewahren (z.B. Elektro-Geräte, Möbel etc.)

Steuerunterlagen: Am Besten alle Unterlagen aufbewahren, bis der Steuerbescheid zugeschickt wurde. Es empfiehlt sich den Steuerbescheid vier Jahre aufzubewahren. Solange hat das Finanzamt Zeit, um nachträglich noch Tipp-oder Rechenfehler nachzubessern.

Miete: Sobald die Nebenkostenabrechnung vorliegt, hat der Mieter zwölf Monate Zeit, um Einspruch einzulegen. Mietverträge oder Briefe mit dem Vermieter für die Zeit der Miete aufbewahren und nach dem Aufzug noch für weitere sechs Monate (solange hat der Vermieter Zeit, um die Kaution zurückzuzahlen).

Wichtig: Für Selbst­ständige (Freiberufler und Gewer­betreibende) gelten noch andere Aufbewahrungs­fristen.


Weitersagen und kommentieren