Sie sind hier: Duisburg / Archiv / Loveparade und die Folgen / Weitere Reaktionen
 

Weitere Reaktionen

13.8. Initiative Spendentrauermarsch

Die Initiative Spendentrauermarsch hat sich in Absprache mit dem Bürgerkreis Gedenken auf eine Vorgehensweise zur Errichtung einer Gedenkstele oder eines Gedenkzeichens im Bereich des Unglücksorts der Loveparade 2010 verständigt. Das Gedenkzeichen soll, wie von der Initiative beabsichtigt und im Vorfeld mitgeteilt, von einem Duisburger Künstler gestaltet werden. Das künstlerisch gestaltete Objekt soll nach Möglichkeit im Januar oder Februar 2011 enthüllt werden, spätestens jedoch zum ersten Jahrestag.

In der Jury, die über die Ausführung des Objekts entscheidet, wird ein Vertreter der Angehörigen von Opfern der Loveparade vertreten sein. „Die Initiative hat dazu bereits erste Kontakte aufgenommen", erklärt Arno Eich, einer der Organisatoren des Spendentrauermarschs am 1. August 2010. Darüber hinaus wird neben Vertretern der Organisationen, die diese Initiative gründeten, auch Duisburgs Ehrenbürger Josef Krings in der Jury mitarbeiten.

Derzeit prüfen die Mitglieder der Initiative mögliche Standorte für das Gedenkzeichen, da bei der Errichtung zu beachten ist, dass sich die verkehrliche Situation an der Karl-Lehr-Straße möglicherweise in naher Zukunft ändern wird. Darüber hinaus erarbeitet man eine Ausschreibung, auf die sich die Künstler bewerben können. „Diese Ausschreibung wird ohne Kosten erstellt, so dass die volle Spendensumme von derzeit mehr als 21.000 Euro für das Projekt eingesetzt werden kann", sagt Arno Eich. Die Ausschreibung soll im September veröffentlicht werden. Danach haben die Bewerber etwa sechs Wochen Zeit, ihre Vorschläge einzureichen.

„Wir wollen mit unserer Initiative ein Zeichen der Betroffenheit und Trauer der Duisburger Bürger setzen. Uns ist es wichtig, dass dieses Zeichen des Erinnerns und des Gedenkens aus den Bürgern der Stadt selbst und von den Menschen, die hier leben, kommt", sagt Hermann Kewitz, Vorsitzender von proDUISBURG e.V., gegründet 1910 als Verkehrsverein. Dieses Anliegen werde von vielen Bürgerinnen und Bürgern in Duisburg mitgetragen und unterstützt.

„Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen erhalten und auch die Spendenbreitschaft ist überwältigend. Uns haben bereits zahlreiche Vorschläge von Künstlern aus Duisburg erreicht. Wir müssen jedoch die Bewerber um ein wenig Geduld bitten und wünschen uns, dass sie mit ihren Ideen die Vorgaben der Ausschreibung berücksichtigen. Wir wollen keine schnelle Entscheidung treffen. Dabei spielt eben auch eine Rolle, dass wir die Angehörigen der Opfer in den Prozess einbeziehen wollen", erläutert Jörg Bunert vom Lions Club Duisburg-Rhenania, der die Idee des Spendenmarsches zur Errichtung einer Gedenkstele in unmittelbarer Nähe des Unglücksortes durch Duisburger Bürger hatte.

Das Gedenkzeichen entstehe unabhängig von der Tafel, die am 4. September im Bereich des Unglücksorts enthüllt wird und der Gedenkstätte, die zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden wird. „Wir haben uns im Bürgerkreis Gedenken auf diese Reihenfolge verständigt und haben die Entscheidung, möglichst bis zu Beginn des neuen Jahres unser Zeichen zu setzten, einstimmig getroffen" sagt Franz Hering, Vorsitzender des Stadtsportbunds Duisburg, der ebenfalls an der Initiative teilnimmt.

In der Initiative Spendentrauermarsch arbeiten der Stadtsportbund, die Lions Club Duisburg-Rhenania und die bürgerschaftliche Vereinigung proDUISBURG e.V. zusammen.

6.8. Bürgerkreis Gedenken

„Bürgerkreis Gedenken" will Erinnerung an die Opfer der Loveparade wachhalten

Der neu gegründete „Bürgerkreis Gedenken" hat sich heute (Freitag, 6. August 2010) zum ersten Mal im Rathaus getroffen. Vertreter der bürgerschaftlichen Vereinigungen Bürgerstiftung Duisburg, ProDUISBURG, Stadtsportbund und des Hochfelder Vereins „Zukunftsstadtteil", der Künstlerschaft, des Integrationsrates und der Stadtverwaltung haben darüber beraten, wie das Gedenken an die Opfer der Loveparade fortgeführt werden kann.

Kulturdezernent Karl Janssen bedankte sich zu Beginn der Beratungen bei den Bürgerinnen und Bürgern, die sich mit großem Engagement für die Trauerstätte im Karl-Lehr-Tunnel und die Trauerarbeit eingesetzt haben. Gabriela Grillo von der Bürgerstiftung betonte, dass „wir alle dazu beitragen wollen, der Trauer einen würdigen Rahmen zu erhalten und gemeinsam ein Zeichen der Versöhnung zu setzen".

Vereinbart wurde, dass der Tunnel an der Karl-Lehr-Straße im Rahmen einer sechswöchigen Trauerzeit bis zum 4. September 2010 für den Verkehr geschlossen bleibt. An diesem Tag soll im Rahmen einer Feier eine Gedenktafel im Tunnel angebracht werden. Die vielen Kerzen, Kränze, Trauergaben und Erinnerungszettel werden in einer gläsernen Vitrine gesammelt und bewahrt, die zur Erinnerung an das Unglück im Innenhafen zwischen dem Kultur- und Stadthistorischem Museum und dem Garten der Erinnerung aufgestellt werden soll.

Alle Gesprächspartner sind sich einig, dass es in Duisburg auch eine Gedenkstätte geben muss, die den Angehörigen der Opfer und auch den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt einen angemessenen Ort der Trauer bieten soll. Über die Realisierung der Gedenkstätte wird der „Bürgerkreis Gedenken" weiter beraten. Zunächst treffen sich alle Beteiligten wöchentlich. Sie haben Gabriela Grillo und Karl Janssen zu Sprechern des Bürgerkreises ernannt.

6.8. MdL Sören Link (SPD)

Sören Link: OB Sauerland ist politisch und moralisch untragbar!

Viele Parlamentarier enttäuscht von Duisburger Stellungnahme

Schuld sind nur die anderen - aber nicht die Stadt Duisburg und schon gar nicht der Oberbürgermeister. Zu diesem einseitigen Fazit könnte man kommen, wenn man sich auf die Stellungnahme der Stadt Duisburg für die Sitzung des Innenausschusses im Landtag NRW vom letzten Mittwoch bezieht. Nachdem sie so spät eingegangen war, dass sie erst in der Sitzung verteilt werden konnte, blieben nach dem ersten Lesen der Abgeordneten mehr Fragen offen, als Antworten gefunden werden konnten: So beschäftigt sich die Duisburger Stellungnahme beispielsweise überhaupt nicht mit der städtischen Aufsichts- und Kontrollpflicht während der LoveParade. Auch fehlte in den vorgelegten Unterlagen die Baugenehmigung, mit der die Stadt die reduzierten Fluchtwege genehmigte.

Nach Ansicht von Sören Link diente dieses „Sauerland-Gutachten" erkennbar lediglich einem Zweck: Den Oberbürgermeister als Auftraggeber aus der politischen Schusslinie zu bringen und die Schuld auf andere zu lenken. Sören Link zeigt sich darüber entsetzt: „Wer erst Druck ausübt, damit die LoveParade in Duisburg stattfinden kann, der muss sich schon fragen lassen, ob er im Genehmigungsverfahren nicht zu weit gegangen ist und ob er während der Veranstaltung ausreichend genau hingeschaut hat, um eventuelle Verstöße gegen Auflagen zu ahnden". Es werfe ein bezeichnendes Bild auf den Oberbürgermeister, dass er dazu eben nicht bereit war.

Sören Link sieht den Duisburger Oberbürgermeister als „politisch und moralisch" untragbar an. Er habe der Stadt massiv geschadet. Dabei bezieht sich der Parlamentarier nicht in erster Linie auf die Vorgänge vor der LoveParade - diese würden nun staatsanwaltschaftlich aufgeklärt und könnten erst danach umfassend bewertet werden. Für ihn ist insbesondere Sauerlands Verhalten nach den tragischen Vorfällen ein Skandal, der den Oberbürgermeister disqualifiziere: „Erst waren die jungen Menschen selber schuld, später der Veranstalter, anschließend versteckte sich Herr Sauerland hinter den eigenen Mitarbeitern um letztlich der Polizei den „Schwarzen Peter" zuzuschieben. Wer sich so verhält, der hat die moralische und politische Autorität verspielt, die das Amt des Oberbürgermeisters in dieser schwierigen Zeit erfordert. Er hätte von sich aus zurücktreten müssen bzw. ist seine baldige Abwahl notwendig und geboten".

6.8. DIE LINKE

Entweder weiter mit OB Sauerland oder Abwahl

Seit einigen Tagen gibt es zahlreiche Anfragen, warum die Fraktion DIE LINKE. den Abgang Adolf Sauerlands als Oberbürgermeister vergolden will. Bürgerinnen und Bürger bezeichnen es als ungerecht, wenn OB Sauerland zwar abgewählt würde, jedoch finanziell mehr als gut dasteht.
Dazu erklärt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Brigitte Diesterhöft: „ Den Ärger der Menschen kann ich gut verstehen. Nach der Gemeindeordnung von Nordrhein-Westfalen gibt es jedoch nur zwei Möglichkeiten, dass Adolf Sauerland sein Amt aufgibt.

Die 1. Möglichkeit wäre, er stellt sich seiner Verantwortung und erklärt seinen Rücktritt. Bisher hat er jedoch alle Rücktrittsforderungen zurückgewiesen, einschließlich der von seinen eigenen Parteifreunden.

Die 2. Möglichkeit ist die Abwahl.
An dieser Stelle muss man sich entscheiden: Wollen wir weiter einen Oberbürgermeister, der für die Katastrophe bei der Loveparade politisch und ordnungsbehördlich verantwortlich ist? Wenn wir das nicht wollen, und DIE LINKE. sagt deutlich Nein, muss das Verfahren zur Abwahl weiter betrieben werden. Finanzielle Erwägungen dürfen nicht davon abhalten, eine richtige Entscheidung zur Verantwortlichkeit zu treffen!

Wir sehen keine Möglichkeit für OB Sauerland in den nächsten Monaten seine Aufgaben wahrzunehmen. Zu seinen Verpflichtungen gehört auch der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Hierzu fehlt nach den Ereignissen bei der Loveparade jede Grundlage.

6.8. Bürgerlich-Liberale

Wählergruppe Bürgerlich-Liberale fordert moralische und politische Integrität

OB Adolf Sauerland hat mit der Beauftragung von Frau Dr. Ute Jaspers erneut bewiesen, dass er gänzlich lernresistent ist und ihm jegliche moralische und politische Integrität abgeht! Für die Klärung der Schuldfrage für die Loveparade-Katastrophe sind allein Staatsanwaltschaft und später die Gerichte zuständig. Sicher nicht eine Frau Jasper, die für die Staatsanwaltschaft Duisburg keine Unbekannte ist. Im Jahr 2002 erhielt ihre Kanzlei 1,4 Millionen Euro für ein Gutachten über den Verkauf Mülheimer Anteile der RWW an RWE und sie einen Beratervertrag von RWE. Der damalige beauftragende Mülheimer OB Baganz stellte sich später als ihr Geliebter heraus, von dem sie ein Kind erwartete. Der Empfehlung des Rechnungsprüfungsamtes, Anzeige gegen Baganz/Jasper zu erstatten, kam Mülheim nicht nach, sodass die Staatsanwaltschaft Duisburg ihre Ermittlungen einstellte.

BL-Ratsherr Peter Bettermann: „Ich komme mir vor wie in einer Bananenrepublik! Private Gutachten auf Kosten der Stadt - fällt das nicht unter freiwillige Ausgaben? - erkaufte Persilscheine durch CDU-Seilschaften und 35 Aktenordner, die doch eigentlich bei der Staatsanwaltschaft liegen müssten. Dazu die Duisburger CDU und deren Stammwähler, die anfangen, 21 Tote und hunderte an Leib und Seele Verletzte gegen die angeblichen Verdienste des OB aufzurechnen.
Das empfinde ich als pervers!"

BL-Schriftführer Jochem Knörzer: „Es geht seit dem 24. Juli 2010 um Verantwortung, Herr Sauerland, nicht darum, die Schuld bei anderen zu suchen! Duisburg braucht dringend einen OberbürgermeisterIn, der sich dessen bewusst ist und dementsprechend handelt. Sie, Herr Sauerland, haben deutlich gezeigt, dass Sie es nicht sind!"

5.8. Superintendent Ferdinand Isigkeit

Duisburg in den Tagen danach

Duisburg, eine Stadt , die sich gerade vom Schmuddelimage erholt, eine lebenswerte Stadt, Innenhafen, Grünflächen, erfolgreich im Strukturwandel.

Duisburg, seit zwei Wochen hat der Name einen anderen Klang. Duisburg wird nun für lange Zeit verbunden bleiben mit dem Unglück bei der Loveparade, 21 Tote, Verletzte an Leib und Seele, Eltern in Angst um ihre Kinder während die Telefonnetze zusammengebrochen waren. „Die Loveparade wurde zum Totentanz", sagte Präses Nikolaus Schneider in seiner Predigt im Trauergottesdienst. Menschen schämen sich für ihre Stadt, wo andere sich schwer tun, moralische Verantwortung zu übernehmen.

Aber auch das ist Duisburg in diesen Tagen: Menschen helfen sich gegenseitig wieder auf, Menschen trösten einander, Menschen stehen zueinander. Solidarität, oft zum Schlagwort verarmt, gewinnt neue Kraft. Die Kerzen - Lichter im Tunnel, die Trauermärsche, die Beileidskundgebungen, die unvorstellbare Arbeit der Helferinnen und Helfer von Rettungsdiensten, Polizei und Notfallseesorge.

Wenn alles sinnlos Scheinende je einen Sinn haben sollte, dann wohl diesen: Dass der Mensch wieder im Mittelpunkt stehen möge, seine Unversehrtheit, seine Rechte, die Liebe und die Rücksichtnahme, die selbstlose Hilfe.
Manchmal, so scheint es, sind diese Werte verloren gegangen hinter Profitgier, Machtgehabe, Imagefragen, Spaßgesellschaft, jenen letztlich Tod bringenden Geißeln unserer Tage. Auch das ist Duisburg: Die tragenden Werte leben. Gott sei Dank.

4.8. DIE LINKE Duisburg

DIE LINKE fordert OB Sauerland erneut zum Rücktritt auf Kritik an „Vasallentreue und taktischem Kalkül der CDU"

„Auch wenn noch zu klären ist, inwieweit Kommunikationsfehler oder das Versagen von Ordnungskräften mit zum Tod der 21 Love Parade - Besucher führten, geht es eindeutig um die politische Verantwortung, die zweifellos OB Sauerland als Chef der Stadtverwaltung trägt. Sich dieser Verantwortung immer noch nicht zu stellen, ist beschämend und verwerflich", erklärt Pressesprecher Horst Werner Rook für DIE LINKE Duisburg.

Rook: „Wir stimmen den Äußerungen von Alt OB Josef Krings zu, der äußerte, OB Sauerland könne sich durch Rücktritt ein Abwahlverfahren ersparen. Die Tragödie war Ergebnis einer maßlosen Profit- und Eventgier und oberflächlicher Planung. Allein die empörende und zynische Aussage des OB, die 21 Opfer trügen Mitschuld, wären Grund genug gewesen, zurückzutreten, anstatt wie eine Klette auf seinem Amtsstuhl zu verharren. Laut Gemeindeordnung NRW gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder Rücktritt oder Abwahlverfahren durch den Rat. Der sauberste Weg - moralisch und politisch - wäre Rücktritt. Es ist jedenfalls nicht denkbar, dass OB Sauerland weiterhin als Oberhaupt der Stadt fungiert.

Unwürdig gegenüber den Opfern ist in diesem Zusammenhang die Debatte um die Höhe der Bezüge bei Rücktritt oder Abwahl. In jedem Fall würde Adolf Sauerland nicht verarmen oder zu einem Hartz IV-Empfänger werden. Und wenn jetzt die örtliche CDU - im Gegensatz zu vielen Stimmen aus der Bundes CDU - in makaberer Vasallentreue erklärt, man werde eine Abwahl von OB Sauerland verhindern, ist dies eine unerträgliche Zumutung gegenüber den Angehörigen der Toten und ein rein taktisches Kalkül, getragen von der Angst, politische Macht und Einfluss in Duisburg zu verlieren."

4.8. SPD-Fraktion im Landtag

Matthi Bolte und Thomas Stotko: Politische Aufklärung und Aufarbeitung muss oberste Priorität haben

Zu der heutigen Sondersitzung des Innenausschusses erklärten die innenpolitischen Sprecher der Grünen -und der SPD- Landtagsfraktion, Matthi Bolte MdL und Thomas Stotko MdL, gemeinsam:

"Auf der Loveparade in Duisburg ist es zu einem tragischen Unglück gekommen. 21 junge Frauen und Männer, die friedlich feiern wollten, haben auf entsetzliche Weise ihr Leben verloren. Wir sind es den Angehörigen der Opfer, aber auch den Verletzten und seelisch Traumatisierten schuldig, alle Fragen zum Hergang und zum Verschulden des Dramas lückenlos aufzuklären."

Die Landesregierung tue dies, wie auch die heutige Innenausschuss-Sitzung gezeigt habe, mit größter Anstrengung, Sorgfalt und Transparenz. Dagegen verweigerten sowohl der Veranstalter der Loveparade als auch die Stadt Duisburg bisher, zu einer vollständigen Aufklärung beizutragen. "Die erst in letzter Minute eingereichte anwaltliche Stellungnahme der Stadt Duisburg hat lediglich Fragen aufgeworfen, jedoch keine Antworten geliefert", erklärte der innenpolitische Sprecher der Grünen, Matthi Bolte.

Beide Abgeordnete betonten, sie würden sich im Sinne der Opfer und deren Angehörigen an keinem ‚Schwarzen-Peter-Spiel‘ beteiligen. "Allerdings drängt sich auch aufgrund der fehlenden Mitarbeit und Transparenz von Stadt und Veranstalter der Eindruck auf, dass die Stadt ihrer Aufsichts- und der Veranstalter seiner Durchführungsverantwortung nicht nachgekommen sind", kritisierte Thomas Stotko.

In einem Fazit appellierten Bolte und Stotko: "Wir fordern den Veranstalter und die Stadt Duisburg ausdrücklich auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben und ihren Beitrag dazu zu leisten, Klarheit über die Geschehnisse bei der Loveparade zu schaffen."

4.8. Stadt Duisburg

Stadt legt Zwischenbericht zur Loveparade vor

Zur Sondersitzung des Innenausschusses des Düsseldorfer Landtags am Mittwoch, 4. August 2010, hat die Stadt Duisburg einen ersten Zwischenbericht zu den Zuständigkeiten und der Aufgabenerfüllung der Stadt Duisburg im Zusammenhang mit der Loveparade vorgelegt. Dieser Bericht wurde gleichzeitig auch an die ermittelnde Staatsanwaltschaft übersandt und den Mitgliedern des Rates der Stadt zur Verfügung gestellt.

Den Bericht können Sie hier als PDF downloaden (6,47 MB)

4.8. DIE LINKE im Landtag

LINKE fordert: Hütchenspiel um politische Verantwortung der Loveparade-Tragödie beenden. Aufklärung jetzt!

Die konstituierende Sitzung des Innenausschusses im Landtag von NRW konnte zahlreiche offene Fragen um die Loveparade-Tragödie von Duisburg nicht klären. Dazu äußerte sich Anna Conrads, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Landtag von NRW: „Zum Themenkomplex Loveparade sind weiterhin viele Fragen offen. Innenminister Jäger sowie die Vertreter der Polizei konnten heute nur einen Bruchteil der offenen Fragen klären. Neben der juristischen Aufarbeitung verlangen wir, dass endlich auch die Stadtspitze in Duisburg politische Verantwortung übernimmt."

Den Mitgliedern des Ausschusses lag ein 32-seitiges Schreiben einer Anwaltskanzlei zum Handeln der kommunalen Verwaltung vor, erstellt im Auftrag der Stadt Duisburg. Dazu erklärte Anna Conrads: „Der Bericht bringt wenig Licht ins Dunkle: Alle Beteiligten schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Es bleibt ein Hütchenspiel der politischen Verantwortung."

„Der Verdacht, dass kommerzielle Interessen des Loveparade-Veranstalters sowie der Stadt Duisburg die Sicherheitsinteressen überwogen, konnte nicht ausgeräumt werden", so Conrads. „Die bisherigen Erkenntnisse legen nahe, dass Veranstalter und Stadt in einem sehr partnerschaftlichen Verhältnis standen. Sondernutzungsgenehmigungen wurden auffällig großzügig und wohlwollend erteilt."

Bezüglich der offenen Fragen verwies Anna Conrads beispielhaft auf den kleinen Teilbereich der eingesetzten Ordnerinnen und Order. Es sei weiterhin völlig offen:

- Wie hoch war die Zahl der tatsächlich eingesetzten Ordnerinnen und Order?

- Waren die eingesetzten Männer und Frauen ausreichend qualifiziert / ausgebildet?

- Wie verhielt es sich mit der Kommunikation bzw. Funkverbindung zwischen Ordnerteams, Einlassstellen, Veranstaltungsleitung sowie den Verbindungspersonen zur Polizei?

An der Sitzung des Innenausschusses nahmen als Gäste auch vier Mitglieder der LINKEN-Ratsfraktion der Stadt Duisburg teil. Brigitte Diesterhöft, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Stadtrat erklärte: „Die heutige Sitzung hat wenig neues erbracht. Auch der Bericht hat den OB Sauerlang in keinster Weise entlastet. Statt Aufklärung wurden wir mit weiteren offenen Fragen konfrontiert."

Diesterhöft fügte an: „Der Innenminister bemühte sich jedoch um Transparenz. Das könnte der Auftakt zu einer umfassenden Aufklärung sein. Von der Stadt Duisburg kann man das nicht sagen. Wir erwarten als Mitglieder des Rates der Stadt vollständig informiert zu werden. Wir fordern von der Stadtverwaltung mehr Offenheit, eine umfangreiche Informationspolitik und Mut zur Aufklärung."

4.8. SPD-Fraktion

SPD-Fraktion einstimmig für vorgezogene Abwahl

Die stellv. Vorsitzenden der SPD-Ratsfraktion haben bestätigt, dass ihre Fraktion einstimmig hinter der Abwahl von OB Sauerland steht. „Dies ist", so Jürgen Brandt, „eigentlich ein trauriger Schritt, denn er muss den normalerweise selbstverständlichen Rücktritt des Amtsinhabers ersetzen. Es wäre besser gewesen, Herr Sauerland hätte selbst die Kraft zum Rücktritt gehabt."
Für das Votum hatte die Fraktion auch ihre in Urlaub befindlichen Mitglieder einbezogen.

Für die SPD ist klar, dass es dabei nicht um persönliche Schuld geht. „Herr Sauerland steht in der politischen Verantwortung", sagt Herbert Eickmanns. „Auf unserer Stadt lastet ein wahnsinniger Druck, der nur mit seinem Rücktritt oder eben seiner Abwahl von uns genommen werden kann."

Für Elke Patz ist unverständlich, warum es dazu kommen muss. „Die Ratschläge von bundesweit bekannten und überaus kultivierten Menschen aus allen Parteien waren zahlreich und deutlich. Man kann nicht verstehen, warum diese Stadt jetzt so weitermachen muss."
Inzwischen gibt es von der CDU widersprüchliche Signale. Offiziell heißt es, werde ein Abwahlantrag erst beurteilt, wenn er vorliege. Gleichzeitig haben CDU-Mitglieder bereits erklärt, dass die CDU dem in keinem Fall zustimmen werde.

Damit könnte der Fall eintreten, dass trotz massiven öffentlichen Drucks nicht einmal der Bürgerentscheid zustande kommt. OB Sauerland würde sich dem Abwahlverfahren durch die Bürger nach Hilfe durch die CDU also erst gar nicht stellen müssen.

4.8. JUSOS

SPD-Nachwuchs fordert schnelle Abwahl Sauerlands - Jungsozialisten (JUSOS) fordern die Einberufung einer Sondersitzung zur schnellstmöglichen Abwahl des OB -

Nach der tagelangen Ungewissheit ob, wann und wie Adolf Sauerland aus dem Amt scheidet, besteht seit Montag zumindest Klarheit über die persönlichen Absichten des noch amtierenden Oberbürgermeisters in dieser Frage. So hatte Sauerland Montag in einer persönlichen schriftlichen Stellungnahme erklärt, er werde sich „einem gemäß der Gemeindeordnung für das Land NRW vorgesehenen Abwahlverfahren stellen".

Hierzu erklärt der Vorstand des Duisburger SPD-Nachwuchses:
„Angesichts der Tatsache, dass Herr Oberbürgermeister Sauerland nicht den Anstand besitzt zurückzutre¬ten, fordert der Vorstand der Duisburger Jungsozialisten nun alle Ratsmitglieder auf, das Verfahren zur Ab¬wahl des Oberbürgermeisters unverzüglich einzuleiten und die benötigte 2/3 Mehrheit zur Abwahl zu ge¬währleisten. Jeder Tag, den Adolf Sauerland weiter im Amt bleibt, ist ein verlorener Tag für unsere Stadt. Als Chef der Verwaltung muss er genau wie der Dezernent für Sicherheit und Recht Wolfgang Rabe endlich die politische Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Dies ist mehr als überfällig."
Die Einleitung des Verfahrens wäre in der nächsten regulären Sitzung des Stadtrates am 4. Oktober mög¬lich. Anträge, die Abwahl auf die Ta-gesordnung zu setzten, wurden bereits angekündigt.

Jungsozialisten fordern Sondersitzung des Rates
„Der 4. Oktober ist aus unserer Sicht jedoch viel zu spät. Insbesondere aufgrund seiner unsäglichen Äuße¬rungen nach den tragischen Todesfäl-len während der Loveparade, sollte Herr Sauerland schnellstmöglich seinen Hut nehmen. Deshalb fordern wir die Einberufung einer Sondersitzung des Rates, damit ein Abwahl- verfahren zügig auf den Weg gebracht werden kann", heißt es in der Erklärung des Duisburger JUSO-Vor¬standes weiter.

3.8. Stadt Duisburg

Stadt legt Zwischenbericht zur Loveparade vor

Am Montag vergangener Woche hat der Verwaltungsvorstand beschlossen, die Zuständigkeiten und die Aufgabenerfüllung der Stadt Duisburg im Zusammenhang mit der Loveparade zu überprüfen. Am vergangenen Freitag hat das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen die Stadt um Beantwortung von Fragen rund um das Unglück vom 24. Juli 2010 gebeten. Bis zum Abend des 3. August 2010 wurde mit Unterstützung externer Juristen ein erster vorläufiger Zwischenbericht erstellt, der per Boten dem Innenministerium und der Staatsanwaltschaft überbracht wird. Dieser Bericht wird auch den Mitgliedern des Rates der Stadt zugestellt. Der Endbericht der internen Prüfung wird voraussichtlich in drei Wochen vorliegen.

3.8. Evangelische Kirche im Rheinland

Bewältigung der Trauer nach dem Loveparade-Unglück
Stiftung Notfallseelsorge unterstützt Angehörigentreffen und Besuche

Schock, Fassungslosigkeit, Entsetzen. Die erste Woche nach dem Unglück auf der
Loveparade war geprägt vom Schmerz und der Trauer der Angehörigen, dem
extremen Leid der an Leib und Seele Verletzten. Mit einem Ökumenischen
Gottesdienst war ein erster Trost möglich. Nun gilt es vorrangig, die seelische Not
und die materiellen Härten dieses Unglücks für die Betroffenen gemeinsam in den
Blick zu nehmen. Angehörige der verstorbenen und verletzten Opfer, Ersthelfer und
Augenzeugen benötigen dringend hilfreiche Gesprächsangebote und materielle
Hilfen. Dazu braucht es neben kirchlicher auch bürgerschaftliche Hilfe.
„Nach den Tagen großer Anteilnahme und tiefen Mitgefühls mit den Opfern gibt es
viele Menschen, die bereit sind, Ihren Worten und Gesten weitere handfeste Taten
folgen zu lassen", sagt Petra Bosse-Huber, Vizepräses der Evangelischen Kirche im
Rheinland: „Die Stiftung Notfallseelsorge bietet solch eine Möglichkeit gezielter und
unbürokratischer Hilfe an. Hier finden Menschen Unterstützung, denen Halt und
Sicherheit in ihrem Leben durch die Katastrophe bei der Loveparade grausam
zerschlagen worden sind. Helfen Sie mit, dass diese Menschen nicht allein gelassen
werden."
Die Stiftung Notfallseelsorge unterstützt die Verarbeitung der Katastrophe, indem sie
Angehörigentreffen und seelsorgliche Besuche anbietet.
Spendenkonto: 112 112 112 0, KD-Bank Dortmund (BLZ 35060190)
Geschäftsstelle: Akazienstr. 22, 53859 Niederkassel
www.stiftung-notfallseelsorge.de

2.8. CDU Duisburg

CDU: Aufklärung ist alternativlos

Fraktion und Partei trauern um die Opfer der Loveparade. Die Anteilnahme gilt den Familien und Freunden der Toten. Genesungswünsche gelten den Verletzten. Die Menschen in Duisburg und ganz Deutschland haben ein Recht auf Aufklärung dieses schrecklichen Unglücks.

Für die Duisburger CDU stellen Partei und Fraktion fest, dass die lückenlose Aufklärung der Katastrophe bei der Loveparade absoluten Vorrang genießt. Daher begrüßen Partei und Fraktion die laufende Aufarbeitung durch den Oberbürgermeister und durch die Staatsanwaltschaft. Gleichzeitig verurteilen Partei und Fraktion entschieden die einseitige Vorverurteilung von Oberbürgermeister Adolf Sauerland.

Partei und Fraktion unterstützen den Oberbürgermeister in seinem Verlangen nach der Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses. Dieses schärfste parlamentarische Kontrollinstrument würde neben den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und der städtischen Aufklärungsarbeit ein weiterer Garant für die dringend erforderliche unabhängige, transparente und öffentliche Aufklärung sein. Weiter sollte eine Enquetekommission gebildet werden mit dem Auftrag, Konsequenzen für die Durchführung zukünftiger Großveranstaltungen zu erarbeiten.

Aber auch die anderen Parteien und Fraktionen sind gefordert, sich konstruktiv an der Aufarbeitung zu beteiligen.

Wenn ein Antrag gemäß den Voraussetzungen der nordrhein-westfälischen Gemeindeordnung zur Einleitung eines Verfahrens auf Abwahl des Oberbürgermeisters dem Rat vorliegt, wird die Fraktion über diesen in einer vorbereitenden Sitzung zu der entsprechenden Sitzung des Rates der Stadt Duisburg beraten und entscheiden. Diese Entscheidungsfindung wird dann auf dem zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Erkenntnisstand zu den Ursachen der Katastrophe stattfinden.

2.8. SPD Unterbezirk Duisburg

Zu der heutigen „Persönlichen Stellungnahme" von OB Sauerland erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Duisburger SPD, Bärbel Bas MdB:

Veralberung der Bürger
OB-Stellungnahme ist eine Verschleierungsaktion

Die heutige Stellungnahme des OB zeigt, dass er auch mehr als eine Woche nach der Katastrophe nichts gelernt hat. Wer erwartet hatte, dass sich Sauerland endlich auch zu seinen eigenen Fehlern bekennt, sieht sich getäuscht. Stattdessen bittet er um Verzeihung für Fehler „wenn er welche gemacht haben sollte".
Seine Aussage, sich einem Abwahlverfahren zu stellen, ist absurd. Es bedarf nicht seiner Erlaubnis oder Zustimmung, dieses Verfahren einzuleiten. Er verschleiert damit, dass er dem Abwahlverfahren gar nicht ausweichen kann und er sich diesem stellen muss. Jetzt werden die Bürger auch noch veralbert.
Statt endlich mit seinem Abgang den führungslosen Zustand in der Verwaltung zu beenden, klebt er weiter an seinem Stuhl, zum Schaden der Stadt und ihrer Menschen.

2.8. Oberbürgermeister Adolf Sauerland

„Die Katastrophe bei der Loveparade hat bei allen Beteiligten viele Fragen aufgeworfen. Neben den Fragen zur Ursache steht die zentrale Frage nach der Verantwortung im Raum.

Die Veranstaltung hat vielen Menschen unermesslichen Schmerz zugefügt. Am Entsetzlichsten leiden die Familien und Freunde der Opfer. Sie haben einen unwiederbringlichen Verlust erlitten. Ihr Schmerz ist grenzenlos. Ich trauere mit ihnen.

Der Ablauf der Loveparade, die vielen Toten und Verletzten mitten in unserer Stadt haben auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und mich selbst in einen tiefen Schock versetzt. Wenn ich deswegen in den letzten Tagen Fehler gemacht habe, bitte ich mir das zu verzeihen. Dieses Unglück wird auch mich mein Leben lang nicht mehr los lassen.

Für mich steht fest: Ich werde mich meiner Verantwortung uneingeschränkt stellen - der persönlichen wie der politischen. Beides hängt allerdings zusammen. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich erst Klarheit über eine etwaige tatsächliche Verantwortung der Stadtverwaltung haben muss, bevor ich die politische Verantwortung dafür übernehme. Um dies zu klären, habe ich verwaltungsintern eine Untersuchungsgruppe eingesetzt, die den gesamten Sachverhalt im Verantwortungsbereich der Stadt aufklärt. Ein erster schriftlicher Zwischenbericht wird dem Innenausschuss des Landtags zur Sondersitzung am Mittwoch zur Verfügung gestellt werden. Geprüft wird auch mit Unterstützung externer Experten, ob und gegebenenfalls auch inwieweit in der Stadtverwaltung Fehler gemacht wurden und ob Erkenntnisse vorliegen, dass Dritte gegen Genehmigungsvorgaben der Stadt verstoßen haben. Meine Verwaltung und ich werden an dieser Aufklärung mit aller Kraft mitwirken. Selbstverständlich werde ich mich - wie bereits von mir angekündigt - einem gemäß der Gemeindeordnung für das Land NRW vorgesehenen Abwahlverfahren stellen.

Ich persönlich wünsche mir zusätzlich nach der Innenausschusssitzung am Mittwoch die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses des Landtags NRW. Dieses schärfste parlamentarische Instrument zur Aufklärung von Abläufen und Verantwortlichkeiten sollte unverzüglich seine öffentliche Arbeit aufnehmen."

2.8. Vorstands der SPD

Erklärung des geschäftsführenden Vorstands der SPD Duisburg

Aus Respekt vor den Toten und Hinterbliebenen hat sich die SPD Duisburg bisher po-litische Zurückhaltung auferlegt und weder Vorwürfe erhoben noch Forderungen ge-stellt. Leider hat der Oberbürgermeister unserer Stadt diese Zeit nicht genutzt, um sein Amt niederzulegen und damit die politische Verantwortung für die furchtbaren Ge-schehnisse bei der Loveparade zu übernehmen.

Stattdessen wird der Schaden für unsere Stadt immer größer: Mangelnde Einsicht des Oberbürgermeisters, Sprachlosigkeit und hilflose Ablenkungsversuche schaden dem Ansehen unserer Stadt weiter. Herr Sauerland hat die moralische und politische Auto-rität verloren, die das Amt des Duisburger Oberbürgermeisters gerade in dieser für unsere Stadt so schwierigen Zeit dringend benötigt.

Den Zeitpunkt, in Würde abzutreten, hat Herr Sauerland längst verpasst. Es steht zu befürchten, dass er auch in den kommenden Tagen und Wochen nicht die Kraft finden wird, die notwendige Konsequenz zu ziehen und sein Amt niederzulegen. Die SPD Duisburg fordert den Oberbürgermeister, Herrn Sauerland, deshalb auf:

„Leisten Sie unserer Stadt einen letzten Dienst und legen Sie ihr Amt unverzüglich nieder. Geben Sie den betroffenen Menschen damit das Gefühl, nicht völlig ohnmächtig zu sein. Ermöglichen Sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, wieder ihren Pflichten im Dienst der Menschen nachzukommen, statt sich hinter ihnen zu verstecken. Es ist unerträglich, wenn bei der Gedenkfeier für die Opfer der Ober-bürgermeister unserer Stadt nicht anwesend sein kann. Die notwendige Aufklärungs-arbeit liegt jetzt in den Händen der Staatsanwaltschaft. Ihr Verbleib im Amt ist für diese Aufgabe weder hilfreich noch notwendig, sondern eher hinderlich."

Sollte der Oberbürgermeister auch weiterhin nicht bereit sein, die politische Verant-wortung zu übernehmen und aus dem Amt zu scheiden, ist seine möglichst baldige Abwahl unabdingbar. Beratungen dazu werden so bald wie möglich in den zuständigen Gremien geführt.

2.8. Politisches Nachtgebet

„Politik in der Krise. Duisburg nach der Loveparade" Ursprünglich sollte das Thema des Politischen Nachtgebets im August lauten: „Schöne Ferien! Urlaub und Freizeit in Duisburg". Nach den katastrophalen Ereignissen bei der Loveparade kann dies so nicht mehr stehen bleiben. Stimmung und Lage in unserer Stadt haben sich tiefgreifend verändert. Verschiedene Deutungen und Erklärungen für das Geschehene werden nun angeboten und diskutiert. Klar aber ist auch: Die politische Verantwortung ist in Duisburg in eine schwere Krise geraten. Dem falschen Ehrgeiz und den hoch gespannten Erwartungen folgt die öffentlich demonstrierte Ratlosigkeit. Daher soll nicht nur zum Gebet, sondern auch zu einem gemeinsamen Gespräch über politische Verirrungen und verkehrte Ziele, über notwendige Umkehr und einen besseren Umgang mit Verantwortung eingeladen werden.

„Politik in der Krise. Duisburg nach der Loveparade" heißt das Thema des nächsten Politischen Nachtgebets, das am Montag, 2. August 2010, 18 Uhr in der Kreuzeskirche, Duisburg-Marxloh, Kaiser-Friedrich-Str. 40 stattfindet.

Alle Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Das Politische Nachtgebet wird veranstaltet von dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, der IG Metall, der Evangelischen Bonhoeffer Gemeinde Marxloh-Obermarxloh und der Katholischen Gemeinde St. Norbert Pfarrei DU-Nord.

1.8. Spendentrauermarsch

Bürgerschaftliche Institutionen sammeln Geld für eine Erinnerungstafel

Spendentrauermarsch aus Anlass der Tragödie während der Loveparade

DUISBURG. Der Lions Club Duisburg, die bürgerschaftliche Vereinigung proDUISBURG e.V. sowie der Stadtsportbund Duisburg veranstalten am Sonntag, 1. August 2010, einen Spendentrauermarsch aus Anlass der Katastrophe während der Loveparade am vergangenen Samstag. Treffpunkt ist am Sonntag, ab 10 Uhr, auf dem Parkplatz 2 vor der MSV-Arena.

Ab 11 Uhr führt der Gedenkzug über den Kalkweg und die Düsseldorfer Straße auf das Gelände der Love-Parade. Die Teilnehmer werden gebeten, für eine Gedenktafel - gestaltet durch einen Duisburger Künstler - zu spenden. Die kurze Traueransprache hält der Duisburger Ehrenbürger Josef Krings. Am Zugang zur Rampe auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofsgeländes erfolgen eine Gedenkminute und eine Kranzniederlegung im Namen der Duisburger Bürgerinnen und Bürger.

„Für uns ist es wichtig, ein Zeichen aus der Bürgerschaft heraus zu setzen. Wir wollen den vielen Duisburgerinnen und Duisburgern, die nach den Ereignissen vom Samstag geschockt sind, dieses Angebot machen, ihre Trauer zu zeigen", sagt Jörg Bunert, Mitglied des Lions Club Duisburg, auf dessen Anregung der Gedenkgang entstand.

„Wir sammeln Spenden für die Erinnerungstafel, weil wir den Menschen, die von den furchtbaren Ereignissen betroffen sind, einen Ort des Gedenkens ermöglichen wollen", erläutert Hermann Kewitz, Vorsitzender der 1910 gegründeten bürgerschaftlichen Vereinigung proDUISBURG e.V. „Wir als Stadtsportbund beteiligen uns als Mitveranstalter, denn es erscheint uns von Bedeutung, dass auch die tragenden Institutionen der Duisburger Bürgerinnen und Bürger ihre Betroffenheit zum Ausdruck bringen", ergänzt Franz Hering, Vorsitzender des SSB.

31.7. Präses Nikolaus Schneider

Predigt im Gedenkgottesdienst für die Opfer der Loveparade am 31. Juli 2010 in Duisburg von Präses Nikolaus Schneider

Die Loveparade wurde zum Totentanz, liebe Gemeinde.

Mitten hinein in ein Fest überbordender Lebensfreude hat der Tod uns allen sein schreckliches Gesicht gezeigt. Trauer und Verzweiflung, Hilflosigkeit und Wut halten uns wie Ketten gefangen.

Schreckensbilder besetzen unser Denken und Fühlen:

- junge Menschen, die verzweifelt um ihr Leben kämpfen;

- fassungslose Menschen, die ihrer Trauer und Wut ungefiltert Ausdruck geben;

- erschütterte Helferinnen und Helfer, Polizistinnen und Polizisten, die selbst Hilfe und Ermutigung brauchen,

- aber auch Erwachsene, die wie versteinert Verantwortung von sich weg schieben.

Wir alle ringen um Fassung und suchen nach Trost, nach Verstehen und Verständnis. Auch unser Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit und Liebe hat Risse bekommen. „Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, oder sein Erbarmen in Zorn verschlossen?" (Ps. 77, 10). Warum mussten 21 junge Menschen so plötzlich sterben, die doch nur ihrer Lebensfreude Ausdruck geben wollten, warum ließ Gott das zu? Und wie verlangt Gott Rechenschaft von denen, die Verantwortung für das Unglück zu tragen haben?

Die Loveparade wurde zum Totentanz.

Aber unser Gottvertrauen und unseren Lebensmut wollen wir deshalb nicht preisgeben, liebe Gemeinde. Wir halten dagegen: Stärker als der Tod ist die Liebe!

Es gilt: Stärker als der Tod ist die Liebe von uns Menschen zu einander.

Der Tod kann unsere Liebe zu den Menschen, die wir verloren haben, nicht auslöschen. Aber unsere Liebe findet neue Wege und neue Formen. Blumen und Kerzen gehören dazu. Wir können unsere Verstorbenen nicht mehr körperlich spüren. Wir können nicht mehr gemeinsam mit ihnen lachen und weinen, streiten und uns versöhnen. Aber wir tragen sie in unseren Herzen und in unseren Gedanken. Auch unsere Tränen und unsere Trauer sind ein Band der Liebe, das uns mit unseren Verstorbenen verbindet. Unsere Bänder der Liebe brechen die Macht des Todes: das Zuhören, die Umarmung, das tröstende Wort; die Notfallversorgung und die Umsicht der Rettungskräfte; die spontane Hilfe fremder Menschen. Das bleibt gültig.

Und es gilt: Stärker als der Tod ist Gottes Liebe!

Unser Glaube an Gott ist keine Versicherung gegen Erfahrungen des Leides und des Todes. Aber wir können darauf vertrauen: Gottes Liebe-volle Gegenwart auf allen unseren Wegen ist uns zugesagt. Unser Gottvertrauen bewahrt uns nicht vor Schmerzen und Tränen, auch nicht vor Zweifel. Aber unser Glaube schenkt uns die Gewissheit, dass Gott unsere Schmerzen mitfühlt und unsere Tränen zählt. Gottes Gerechtigkeit zeigt sich im irdischen Leben der Menschen nicht darin, dass guten Menschen nur Gutes widerfährt. Unser Glaube an Gott gibt uns keine eindeutigen Antworten auf unser Fragen nach dem „Warum". Aber unser Glaube vertraut darauf, dass Gottes Gerechtigkeit, die wir hier nur unvollkommen und widersprüchlich erleben, in seinem zukünftigen Reich endlich vollkommen und für alle Menschen sichtbar und erfahrbar sein wird.

Ein für allemal und an einem Menschen für alle Menschen hat Gott uns durch Jesus Christus offenbart: Unsere schrecklichen Erfahrungen mit dem Tod, ja unser Tod selbst sind nicht das letzte Wort über uns und unser Leben. Jesu Kreuz und seine Auferstehung versprechen: Das Leben, das Gott uns schenkt, ist stärker als der Tod.

Unser Tod auf der Erde ist gleichzeitig das offene Tor zu einem neuen Leben in Gottes Reich. Deshalb können wir auch sagen: Unsere Toten sind nicht tot. Der Totentanz wandelt sich zu einem großen Fest unzerstörbaren Lebens.

Auch das bleibt gültig. Verlasst Euch darauf, auch heute. Hier in Duisburg und überall gelten die Verheißung des Psalmisten: „Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben." (Ps. 34, 19)

Amen

31.7. Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

„Liebe Schwestern und Brüder! I. Es war vor einer Woche fast zur gleichen Stunde: junge und hoffnungsfrohe Menschen sind auf dem Weg zur Loveparade. So wie sie, sehen wir Menschen uns gerne: jung, dynamisch, in Feierlaune, völlig sicher, dass alles gut gehen wird. Am frühen Abend dann das Chaos: Tote und Verletzte. So erleben wir uns auch: von jetzt auf gleich bricht alles zusammen. Menschen sterben, werden verletzt - an Leib und Seele. Viele stürzen in grosses Leid. Leid, das lange währen wird. So gegensätzlich ist unser Leben: In dem einen Moment ist Party angesagt und im anderen Moment liegen wir hilflos am Boden. Wir möchten das Leben gerne sicher steuern und haben es doch nicht im Griff. Trotz unserer Hoffnungen sind wir dem Schicksal oft hilflos ausgeliefert - gleich woher wir stammen, gleich wohin wir unterwegs sind, ob wir gläubig sind oder nicht, ob wir Suchende sind oder schon gefunden haben. Mir als Christ hilft das, was wir in Psalm 139 hören: Gott ist vertraut mit allen Lebenswegen (vgl. Ps 139,3). Gott umschließt den Menschen von allen Seiten und legt seine Hand auf ihn (vgl. Ps 139,5). Ich hoffe fest darauf, dass das auch in dieser Stunde und für alle Menschen gilt. Für alle Menschen, die hilflos und verzweifelt sind und immer wieder nach dem „Warum?" fragen.

II.
Wir Christen schöpfen diese Hoffnung daher, weil wir Gottes Gesicht kennen. In Jesus Christus kommt er uns entgegen. Von ihm her wissen wir um seinen schönsten Namen: Gott ist Liebe (vgl. 1 Joh 4,16). Von Jesus selber lernen wir, dass Gott auch dem Leid standhält, mehr noch, dass er selber das Leid auf sich nimmt - für uns! Das Kreuz steht dafür. Auch der Name der Kirche, in der wir uns heute Morgen versammelt haben, sagt das. Die „Salvator"-kirche steht für Jesus, den Erlöser, den Heiler. Ich glaube, dass er auch das Leid dieser Stunde heilen kann. Er hat uns nicht vor diesem Leid bewahrt und er bewahrt uns auch nicht vor vielem anderen Leid. Er gibt auch keine Antworten auf viele unserer Fragen. Und doch heilt er und ist da: für die Toten, für die Verletzten, für die Trauernden, für die Fragenden und auch für diejenigen, die sich der Verantwortung stellen müssen.

III.
Die „Loveparade" ist vor einer Woche an ein schreckliches Ende gekommen. Es bleibt schwer, mit dem zu leben, was geschehen ist. Und doch bleibt etwas und geht weiter, was auch der Name der „Loveparade" zum Ausdruck bringt: die Liebe. In der Bibel heißt es, dass Gott die Liebe ist. Sie bleibt, sie verbindet uns Menschen, miteinander und mit Gott - über den Tod hinaus. Denn die Liebe ist stärker als der Tod. Und sie trägt durch die Schrecken dieser Tage hindurch.

IV.
Wir werden jetzt für jede Verstorbene und jeden Verstorbenen ein Licht anzünden: zum Zeichen des Gedenkens, als Gebet und Bitte, als Hoffnungszeichen für ewiges Leben, zum Trost für alle Trauernden und Fragenden, als Zeichen menschlicher Liebe, die bleibt und auf Gott verweist. Gott, der die Liebe ist und alle mit seiner Liebe umfängt. In dieser Liebe leben die Toten und, wenn wir sterben, einst auch wir.
Amen."

31.7. Gedenkgottesdienst

Am kommenden Samstag, 31. Juli 2010, 11 Uhr

Loveparade: Gedenkgottesdienst mit Bischof und Präses in Duisburg

Am kommenden Samstag, 31. Juli 2010, findet in der Salvatorkirche in Duisburg ein Ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Unglücks bei der Loveparade und für deren Angehörige sowie für Verletzte und Betroffene statt. Der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, leiten die zentrale Gedenkfeier, zu der auch zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft erwartet werden.

Dieser Gottesdienst, der um 11 Uhr beginnt, wird live im ARD-Fernsehen übertragen. Außerdem wird es eine Außenübertragung auf Großleinwände im Umfeld der Salvatorkirche geben.

31.7. Erweitertes Verkehrsangebot zum Gedenkgottesdienst

Die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) wird anlässlich der Gedenkveranstaltung am morgigen Samstag ihr Verkehrsangebot erweitern.

An- und Abreise für die Besucher mit der DVG

Es werden Shuttlebusse angeboten, die die Besucher vom Duisburger Hauptbahnhof zur MSV-Arena sowie von der MSV-Arena wieder zurück zum Hauptbahnhof bringen.

Die MSV-Arena ist ebenfalls mit den Angeboten der Deutschen Bahn über die Haltestelle Duisburg-Schlenk Bahnhof erreichbar.

Anreise etwa 8 bis 11 Uhr
Shuttlebus Duisburg Hbf - MSV-Arena (Einstieg Tunnel Landfermannstraße)

Abreise nach Beendigung der Trauerfeier
Shuttlebus MSV-Arena - Duisburg Hbf (Ausstieg Tunnel Landfermannstraße)

Neben den eingerichteten Shuttleverkehren ist die MSV-Arena auch über die Haltestelle Grunewald zu erreichen. Neben der dort fahrenden Straßenbahnlinie U79 wird die Linie 903 als Verstärkung dorthin umgeleitet.

Veränderungen auf der Linie 903

903: In der Zeit von etwa 9 bis 11 Uhr fährt die Linie 903 in Fahrtrichtung Hüttenheim eine Umleitung, damit Besucher der Trauerveranstaltung an der MSV-Arena (naheliegende Haltestelle Grunewald) aussteigen können. Für die Haltestellen Brückenplatz, Siechenhausstraße, Pauluskirche, Marienhospital und Hochfeld Süd Bahnhof wird während der Umleitung ein Ersatzverkehr mit Bussen ab Haltestelle Platanenhof eingerichtet. In Richtung Dinslaken wird in diesem Zeitraum der normale Linienweg gefahren.

In der Zeit von etwa 12:30 bis 15 Uhr fährt die Linie 903 in Fahrtrichtung Dinslaken eine Umleitung, damit Besucher der Trauerveranstaltung an der MSV-Arena (naheliegende Haltestelle Grunewald) einsteigen können. Für die Haltestellen Hochfeld Süd Bahnhof, Marienhospital, Pauluskirche, Siechenhausstraße, Brückenplatz bis Haltestelle Platanenhof wird während der Umleitung ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. In Richtung Hüttenheim wird in diesem Zeitraum der normale Linienweg gefahren.

Verstärkungsfahrten auf den Linien 901, 903, 924, 926, 934, 945

Sowohl die Straßenbahnlinien 901 und 903 als auch die Buslinien 921, 926, 934 sowie die Sportlinie 945 werden in der Zeit von etwa 9 bis 17 Uhr mit zusätzlichen Bussen und Bahnen verstärkt und der Takt erhöht.

· 901: 7,5 Minuten-Takt zwischen Scholtenhofstraße und Zoo.
· 903: 7,5 Minuten-Takt zwischen Watereck und Rheintörchenstraße.
· 926: Zusatzbusse ab Haltestelle Bismarckplatz (Homberg).
· 934: 15 Minuten-Takt mit Gelenkbussen.
· 945: ab Rhein-Ruhr-Halle über Meiderich Bahnhof zur MSV-Arena sowie ab Rheinhausen Markt zur MSV-Arena.

Aufgrund diverser angemeldeter Trauerzüge kann es am gesamten Wochenende zu Verzögerungen des Linienverkehrs im Innenstadtbereich kommen. Wir bitten dafür um Verständnis.

Detaillierte und aktuelle Informationen zum veränderten Verkehrsangebot und zur An- und Abreise an diesem Tag, sind im Internet unter www.dvg-duisburg.de zu finden.

30.7. Wählergruppe Bürgerlich-Liberale

Mandatsträger und Ausschussmitglieder der Wählergemeinschaft "Bürgerlich-Liberale" haben heute in einer kurzfristig anberaumten Sondersitzung nach umfassender Diskussion einstimmig beschlossen, das Abwahlverfahren (nach § 66 GO NRW) des Oberbürgermeisters im Rat der Stadt zu unterstützen.

BL-Ratsherr Peter Bettermann: "Wir haben die vergangene Woche für Trauer und Anteilnahme gebraucht und wollen jetzt mit diesem Beschluss dazu beitragen, dass der Stadt Duisburg nicht noch mehr Schaden zugefügt wird. Dazu bedarf es eben der Neuwahl einer integeren Verwaltungsspitze durch die
Duisburger Bürgerinnen und Bürger".

30.7. Grüne

Konsequenzen aus der Katastrophe

Nach wie vor schockiert uns Grüne in Duisburg das Geschehene des letzten Wochenendes. Nach wie vor stehen wir fassungslos vor der Grausamkeit und dem schrecklichen Ausmaß dieser Katastrophe. Niemals hätte es dazu kommen dürfen. Gegenüber den Trauernden und Hinterbliebenen bleibt uns nur, unser aufrichtiges Beileid auszusprechen, den Verletzten Genesung zu wünschen und unsere ehrliche Anteilnahme auszudrücken.
Doch auch wenn die Zeit der Trauer noch anhält, werden bereits jetzt die berechtigten Fragen nach Verantwortung und Schuld für diese Tragödie gestellt, die auch wir uns stellen. Die Frage nach der Übernahme von Verantwortung derer, die an oberster Stelle für die Sicherheit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Loveparade zuständig waren. Und was immer das, in den Augen fast aller Duisburgerinnen und Duisburger, unerträgliche Erscheinungsbild der Stadt in der Pressekonferenz vom Sonntag veranlasst haben mag: Herr Sauerland wird weder diese Stadt künftig glaubhaft vertreten, noch Orientierung bei der sensiblen Aufgabe der Bewältigung des Traumas bieten können. Und auch der für Sicherheit zuständige Dezernent Rabe, der im Vorfeld stets die Sicherheit der Veranstaltung betont hat, wird seine Aufgaben kaum mehr je glaubhaft wahrnehmen können. Wir kommen daher nicht umhin, beide Verantwortungsträger im Interesse der vielen Betroffenen des Unglücks, aber auch dieser Stadt und letztlich in ihrem eigenen Interesse zum Rücktritt aufzufordern.
Aber es bleibt auch die Frage nach einem politischen Zeichen. Auch wenn wir in die Detailplanungen und Sicherheitsvorkehrungen nicht involviert gewesen sind, und uns die Erteilung der Genehmigung nicht oblag. Auch wenn wir das Desaster in der Planungsphase erst nach der Katastrophe über die Medien erfahren konnten, so sind wir uns bewusst, dass wir zuvor im Stadtrat für die Durchführung der Loveparade in Duisburg gestimmt haben.
Klar ist aber auch: Das individuelle Hinterfragen von moralischer und politischer Verantwortlichkeit auf allen Ebenen bleibt ebenso unabdingbar wie eine umfassende Aufklärung von individueller Schuld und organisatorischem Versagen. Allein staatsanwaltschaftliche Ermittlungen reichen hier nicht, ebenso wenig Ermittlungen durch die, ebenfalls involvierte, Polizei. Letztendlich müssen sowohl alle individuell Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden, als auch alle institutionellen und sonstigen Einflussfaktoren und ihre Wechselwirkungen aufgedeckt und in Sicherheitsregeln und Konzepten für die Zukunft verankert werden.
Mit den Hinterbliebenen und Verletzten muss ein angemessener Umgang praktiziert werden, kurzfristig und auf Dauer. Die großen Herausforderungen, die sich in Folge der Katastrophe stellen, liegen noch vor uns. Wir wollen helfen, den Weg dafür zu ebnen.

30.7. Staatsanwaltschaft Duisburg

Ermittlungsgruppe „Loveparade" komplett Staatsanwaltschaft Duisburg und Polizei Köln geben bekannt

Seit gestern (29. Juli) ist die 63-köpfige Ermittlungsgruppe (EG) „Loveparade" komplett aufgestellt. Alle hinzugezogenen Beamtinnen und Beamten aus anderen Behörden haben in Köln die Arbeit aufgenommen. In den vergangenen Tagen hatten etwa 20 Kölner Ermittler die notwendigen personellen und technischen Vorbereitungen getroffen. Gestern Vormittag haben Spezialisten des Landeskriminalamtes NRW und einer Fachfirma den Bereich des Tunnels sowie der Rampe zu dem Duisburger Festgelände mit modernster Fototechnik detailliert vermessen.
In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Duisburg werten erfahrene Kriminalisten bereits seit Dienstag (27. Juli) eine große Zahl an Hinweisen aus. Zu überprüfen ist, ob das, was den Ermittlern auf unterschiedlichen Wegen mitgeteilt wird, mit dem tragischen Unglück an der Rampe zum Loveparade-Gelände im Zusammenhang steht. Die vielen Hinweise erreichen die Ermittler aus ganz Deutschland.

Da die Absender von E-Mails sich vielfach zunächst an die Polizeidienststellen und die Staatsanwaltschaften an ihren Wohnorten wenden, lässt sich die genaue Anzahl der potenziellen Zeugenhinweise noch nicht endgültig beziffern.
Was die Vernehmung von Zeugen betrifft, werden sich die Ermittler vorrangig mit den Hinweisgebern in Verbindung setzen, die etwas zu den Geschehensabläufen direkt am Unglücksort sagen können. Wegen der großen Zahl der eingehenden Nachrichten und der erforderlichen Bewertung des Inhalts kann dies allerdings längere Zeit in Anspruch nehmen. Notwendige Vernehmungen werden in enger Zusammenarbeit
2
zwischen dem vor Ort in Köln tätigen Staatsanwalt nach der Prioritätenliste der Staatsanwaltschaft durchgeführt.
Kriminalbeamte mit Erfahrung in der Internetrecherche fahnden in den einschlägigen Portalen nach Filmsequenzen und Blog-Einträgen, die für die Rekonstruktion des Unglücks von Bedeutung sein können. Große Datenmengen müssen gesichtet und auf ihre mögliche Relevanz für die Ermittlungen untersucht werden.
Die Vernehmung der Kölner Polizisten, die am vergangenen Samstag (24. Juli) bei der Loveparade eingesetzt waren, erfolgt aus Gründen der Neutralität grundsätzlich durch einen Staatsanwalt unter Beteiligung von Beamten auswärtiger Polizeibehörden.

30.7. Fraktion Die Linke

Am heutigen Tag wurden alle Ratsmitglieder von uns angeschrieben und gebeten den Antrag:

"Der Rat möge beschließen, die Bürgerinnen und Bürger über die Abwahl des Oberbürgermeisters abstimmen zu lassen"
mit einzubringen. Alle Fraktionen haben wir um Unterstützung gebeten. Sobald die Post bei den Ratsmitgliedern angekommen ist, kann also jedes Ratsmitglied für sich entscheiden, ob er/sie einen solchen Antrag einbringt.

Wir hoffen jedoch, dass sich ein Abwahlverfahren des Oberbürgermeisters erübrigt und es nicht nur reine Spekulationen sind, dass Herr Sauerland noch vor dem Besuch der Kanzlerin an der Trauerfeier am Samstag seinen Rücktritt erklärt.

30.7. Spendenkonto eingerichtet

DUISBURG (30.7.2010). Duisburgs Ehrenbürger und Altoberbürgermeister Josef Krings hält die Ansprache vor dem Spendentrauermarsch am Sonntag, 1. August, um 10.45 Uhr vor der MSV-Arena. Bürgerschaftliche Vereinigungen haben zu diesem Gedenkgang aus Anlass des Loveparade-Unglücks eingeladen. Ein Anliegen ist es, Spenden für eine von Duisburger Künstlern gestaltete Erinnerungstafel im Bereich des Tunnels Karl-Lehr-Straße zu sammeln.

Auch wer am Sonntag an dem Trauermarsch nicht teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, sich an der Finanzierung des Gendenkzeichens mit einer Spende zu beteiligen. Überweisungen sind auf das Konto von proDUISBURG e.V., bei der

Volksbank Rhein-Ruhr eG, Konto 11 003 800 09, BLZ 350 500 00, Stichwort: „Gedenktafel Loveparade" möglich.

Der Spendentrauermarsch wird veranstaltet vom Lions Club Duisburg-Rhenania, vom Stadtsportbund Duisburg und proDUISBURG e.V., gegründet 1910 als Verkehrsverein für die Stadt Duisburg.

30.7. Bündnis 90 / Die Grünen

Konsequenzen aus der Katastrophe

Nach wie vor schockiert uns Grüne in Duisburg das Geschehene des letzten Wochenendes. Nach wie vor stehen wir fassungslos vor der Grausamkeit und dem schrecklichen Ausmaß dieser Katastrophe. Niemals hätte es dazu kommen dürfen. Gegenüber den Trauernden und Hinterbliebenen bleibt uns nur, unser aufrichtiges Beileid auszusprechen, den Verletzten Genesung zu wünschen und unsere ehrliche Anteilnahme auszudrücken.

Doch auch wenn die Zeit der Trauer noch anhält, werden bereits jetzt die berechtigten Fragen nach Verantwortung und Schuld für diese Tragödie gestellt, die auch wir uns stellen. Die Frage nach der Übernahme von Verantwortung derer, die an oberster Stelle für die Sicherheit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Loveparade zuständig waren. Und was immer das, in den Augen fast aller Duisburgerinnen und Duisburger, unerträgliche Erscheinungsbild der Stadt in der Pressekonferenz vom Sonntag veranlasst haben mag: Herr Sauerland wird weder diese Stadt künftig glaubhaft vertreten, noch Orientierung bei der sensiblen Aufgabe der Bewältigung des Traumas bieten können. Und auch der für Sicherheit zuständige Dezernent Rabe, der im Vorfeld stets die Sicherheit der Veranstaltung betont hat, wird seine Aufgaben kaum mehr je glaubhaft wahrnehmen können. Wir kommen daher nicht umhin, beide Verantwortungsträger im Interesse der vielen Betroffenen des Unglücks, aber auch dieser Stadt und letztlich in ihrem eigenen Interesse zum Rücktritt aufzufordern.

Aber es bleibt auch die Frage nach einem politischen Zeichen. Auch wenn wir in die Detailplanungen und Sicherheitsvorkehrungen nicht involviert gewesen sind, und uns die Erteilung der Genehmigung nicht oblag. Auch wenn wir das Desaster in der Planungsphase erst nach der Katastrophe über die Medien erfahren konnten, so sind wir uns bewusst, dass wir zuvor im Stadtrat für die Durchführung der Loveparade in Duisburg gestimmt haben.
Klar ist aber auch: Das individuelle Hinterfragen von moralischer und politischer Verantwortlichkeit auf allen Ebenen bleibt ebenso unabdingbar wie eine umfassende Aufklärung von individueller Schuld und organisatorischem Versagen. Allein staatsanwaltschaftliche Ermittlungen reichen hier nicht, ebenso wenig Ermittlungen durch die, ebenfalls involvierte, Polizei. Letztendlich müssen sowohl alle individuell Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden, als auch alle institutionellen und sonstigen Einflussfaktoren und ihre Wechselwirkungen aufgedeckt und in Sicherheitsregeln und Konzepten für die Zukunft verankert werden.

Mit den Hinterbliebenen und Verletzten muss ein angemessener Umgang praktiziert werden, kurzfristig und auf Dauer. Die großen Herausforderungen, die sich in Folge der Katastrophe stellen, liegen noch vor uns. Wir wollen helfen, den Weg dafür zu ebnen.

30.7. Fraktion DIE LINKE im Landtag

Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW fordert Zurückhaltung der Politik bei Trauerfeier in Duisburg

Zu einer Trauerfeier für die Opfer der Loveparade-Katastrophe werden am Samstag in Duisburg zehntausende Trauernde erwartet. In der Salvatorkirche findet ein Gottesdienst statt. Politikerinnen und Politiker der Bundes- und Landesregierung, Vertreterinnen und Vertreter der Parteien, der Stadt und anderen Behörden haben sich zur Trauerfeier angekündigt. Die Kirche fasst jedoch nur 550 Plätze.

Dazu erklärte Gunhild Böth von der Fraktion DIE LINKE. im Landtag von NRW:

„Wir befürchten, dass die Salvatorkirche keinen ausreichenden Platz für Angehörige der Verstorbenen bietet und dass Verletzte und Traumatisierte mit Stehplätzen vor der Kirche oder im Fußballstadion abgespeist werden. Es sollte kein Zwei-Klassen-Trauern geben. Wir fordern Vorrang für Angehörige und Betroffene. Von Vertretern der Stadt sowie von Bund und Land erwarten wir Zurückhaltung bei der Einnahme ihrer Plätze in der Salvatorkirche."

„Die Fraktion DIE LINKE in NRW hat sich darauf verständigt nur zwei Personen zur Trauerfeier zu entsenden. Wir wollen den trauernden Angehörigen, Freunden und Bekannten keine Plätze wegnehmen."

30.7. DGB Niederrhein

Stadtspitze muss endlich Verantwortung tragen

Der DGB Niederrhein und alle Mitgliedsgewerkschaften trauern um die Opfer der Loveparade. „Unser tiefstes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen, der Verletzten und den vielen traumatisierten Opfern der Katastrophe", so An¬gelika Wagner, DGB Niederrhein.

„Unabhängig von der Klärung der juristischen Schuldfrage ist es jedoch beschämend, wie die Stadtspitze sich in dieser Zeit verhält. Herr Sauerland ist als Noch-Oberbürgermeister politisch und moralisch verantwortlich. Seine Schuldzuweisungen sind für alle direkt und indirekt Be¬troffenen unerträglich. Nun sogar in Interviews die Schuld abzuladen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und „engste Kollegen" zu belasten, ist ein zusätz¬licher Skandal!"

Da nun auch noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt¬verwaltung, Kolleginnen und Kollegen der Polizei, der Wirt¬schaftsbetriebe beschimpft und bedroht werden, meldet sich der DGB zu Wort. „Alle Verantwortlichen sind abgetaucht und lassen die Beschäftigten und die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt allein", so Angelika Wagner weiter, „so darf es nicht wei¬tergehen. Der Vertreter des Oberbürgermeisters, Stadtdirektor Greulich, kehrt erst nach indirekten Aufforderungen durch Me¬dienberichte aus dem Urlaub zurück. Der Marketing-Chef, oberster Loveparade-Planer, Uwe Gerste, fährt am Tag nach der Katastrophe in den Urlaub. Und wo ist eigentlich Herr Rabe, der Ordnungsdezernent dieser Stadt? Niemand vertritt Duisburg in dieser schweren Zeit. Auch hier muss Verantwortung ge¬tragen werden, um die Beschäftigten zu schützen."

Der DGB fordert Herrn Sauerland und alle weiteren Verantwort¬lichen dazu auf, weiteren Schaden und weitere Schande von Duisburg abzuwenden. Lassen Sie Ihre Ämter ruhen oder bes¬ser noch, treten Sie zurück!

29.7. Aidshilfe Duisburg Kreis Wesel

AIDS-Hilfe sagt schwul-lesbisches Strassenfest „Sommerlust" vom 14. August 2010 in Duisburg ab!

Mit tiefer Bestürzung angesichts der schrecklichen Geschehnisse bei der Loveparade hat sich die AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel als Veranstalter des für den 14. August 2010 geplanten schwul-lesbischen Straßenfestes „Sommerlust" am Averdunkplatz in Duisburg-Mitte entschieden, dieses nicht durchzuführen.
„In Trauer und mit Respekt vor den Toten und Verletzten, mit solidarischem Mitgefühl für die Hinterbliebenen sowie tief bewegt durch die überwältigende Anteilnahme der Duisburger Bevölkerung stehen wir immer noch fassungslos vor dem Unvorstellbaren", beschreibt Geschäftsführer Dietmar Heyde die Stimmungslage in der AIDS-Hilfe, die zu einem eindeutigem Votum zur Absage des Straßenfestes geführt hat. „Auch wir haben die Loveparade als Highlight des Kulturhauptstadtjahres begrüßt, uns überzeugt und engagiert in die Planung und Durchführung der Präventionsaktionen während der Veranstaltung eingebracht und dabei viel Zuspruch von Menschen in bester Stimmung erfahren dürfen", ergänzt Heyde, „umso tiefer sitzt nunmehr der Schock".

Der Vorstandsvorsitzende der AIDS-Hilfe, Rolf Ringeler, erläutert die Schwere der Entscheidung. „Wir verbinden mit dem schwul-lesbischen Sommerfest einen deutlichen politischen Anspruch, ein Signal, dass Schwule und Lesben vollständig gleichberechtigte Mitglieder unserer Gesellschaft sind und dies auch der Öffentlichkeit demonstrieren. Gerade in einem Jahr, in dem hochrangige katholische Kreise in diskriminierender und fast inquisitorischer Weise öffentlich ihre Homophobie zum Ausdruck brachten, wollten wir die Veranstaltung für 2010 unbedingt retten, nachdem der angedachte Duisburger „CSD" (Christopher-Street-Day) zunächst abgesagt wurde.
Wir verbinden mit dem alternativen Straßenfest „Sommerlust" aber natürlich auch den Wunsch nach freudvollem Feiern mittendrin im Leben der Stadt", so Ringeler weiter, „aber dazu sehen wir uns nach den furchtbaren Ereignissen nicht in der Lage. Wir setzen auf Verständnis - insbesondere bei der schwul-lesbischen Community - für unsere Entscheidung".

Es ist der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel ein besonderes Anliegen, den vielen Förderern, Sponsoren und Unterstützern für das geplante Straßenfest, die in äußerst kurzer Zeit mit unglaublichem Engagement die Durchführung von „Sommerlust" ermöglicht hätten, aufs Herzlichste zu danken.
„Wir wünschen uns, dass 2011 mit eben soviel Engagement in Duisburg ein 10. Jubiläums-CSD als markantes Signal für Akzeptanz und Toleranz stattfinden kann. Wir sind dabei!", verspricht Rolf Ringeler.

29.7. grüne Ratsfraktion

Der Landesinnenminister Ralf Jäger hat mit der Vorlage seines Zwischenberichts umgesetzt, was die grüne Ratsfraktion ebenfalls gefordert hat: die umfassende und zeitnahe Information der Öffentlichkeit. Ausdrücklich begrüßt die grüne Ratsfraktion, dass nun Fakten auf den Tisch gelegt werden, die einen ersten Blick auf die tragischen Ereignisse erlauben. Wichtig ist, dass die Verantwortlichen die Konsequenzen ziehen und sich nicht weiter hinter dem Verweis auf staatsanwaltliche Ermittlungen verschanzen. Alle Beteiligten müssen ihre eigenen Aktionen kritisch hinterfragen und zur Aufklärung der Unglücksfälle beitragen.

Zur Information der Öffentlichkeit ist es ebenfalls unerlässlich, das Sicherheitskonzept vollständig zu veröffentlichen. Dieses Papier ist unablässlich für eine Aufarbeitung der Katastrophe. Das Zurückhalten dieses Dokuments im Hinblick auf ein laufendes Verfahren hält die grüne Ratsfraktion für falsch. Die Verteilung an die Presse, die Bürger und vor allem auch die politischen Vertreter im Rat der Stadt ist angezeigt, um diese vollumfänglich über den Stand der Dinge zu informieren.

29.7. ver.di–Bezirk Duisburg-Niederrhein

Unerträglicher Zustand

Bürger beschimpfen Beschäftigte der Stadt Duisburg
Die Stadtspitze schweigt dazu

Die Kolleginnen und Kollegen der Gewerkschaft ver.di bedauern zutiefst die Geschehnisse rund um die Loveparade und sind bestürzt und trauern um die vielen Toten und Verletzten. Das Mitgefühl der Kolleginnen und Kollegen gilt den Angehörigen, Freunden und Verwandten der Opfer.

Seit gestern jedoch erreichen die Gewerkschaft ver.di Anrufe von Mitgliedern. Diese berichten aufgewühlt über Beschimpfungen, Bedrohungen und Verunglimpfungen.
So wurden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Wirtschaftsbetriebe Duisburg auf dem Recyclinghof in Hochfeld für die schrecklichen und unter die Haut gehenden Geschehnisse am 24.7.2010 verantwortlich gemacht. Mitarbeiter im Callcenter der Stadt Duisburg wurden telefonisch mit dem Tode bedroht.

Hier werden Beschäftigte, die selber traumatisiert sind, auf das Übelste von Bürgerinnen und Bürgern beschimpft.

Die stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin Britta Munkler zu diesen Vorfällen:

Das ist ein unerträglicher Zustand, dass die Beschäftigten beschimpft werden, nur weil die Stadtspitze sich seit Tagen um ihre politische und moralische Verantwortung drückt und diese nun auch noch delegieren will.

Die Gewerkschaft verdi wird dies nicht zulassen.

Britta Munkler: Die Kleinen will man hängen und der Große läuft weg. Ver.di fordert den Oberbürgermeister auf, seine Amtsgeschäfte ruhen zu lassen.
Damit würde er den Weg für eine lückenlose Aufklärung frei machen.
Die Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung und der Wirtschaftsbetriebe leisten täglich eine ausgezeichnete Arbeit, oft über das geforderte Maß hinaus. Es kann also nicht sein, dass sie nun verantwortlich gemacht werden für das desaströse Management der Stadtspitze.

Der Vorsitzende des Fachbereiches Ver- und Entsorgung Marcus Drewes hierzu:

Die Kolleginnen und Kollegen der WBD sind zutiefst betroffen von dieser Katastrophe. Viele von unseren Kollegen waren selbst in 24-Std.-Schichten eingesetzt, um z.B. die Düsseldorfer Straße von Unmengen an Glas zu reinigen, damit die Rettungswagen ungehinderten Zugang hatten.

Gleiches gilt auch für den unermüdlichen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen des Ordnungsamtes und der städtischen Feuerwehr.

29.7. Wählervereinigung Bürgerlich-Liberale

Auch wir als Bürgerlich-Liberale sind derzeit mit der Aufarbeitung der schrecklichen Geschehnisse anlässlich der Loveparade 2010 in Duisburg beschäftigt.

Bei allem Verständnis für die berechtigten Forderungen nach rückhaltloser- und schneller Aufklärung und die für diese Tragödie verantwortlichen Handelnden möglichst schnell dingfest zu machen, bei allem Verständnis für die dringend notwendige Trauerbewältigung in Form öffentlicher Diskussionen, Demonstrationen und Gedenkkundgebungen muss aber auch die Frage gestattet sein: Wer denkt in diesen Tagen eigentlich an die unzähligen Bediensteten der Stadt Duisburg, die mit uns gemeinsam trauern aber derzeit dennoch im wahrsten Sinne des Wortes "die Hölle" durchmachen?

Mitarbeiter der Stadt Duisburg trauen sich in Dienstkleidung in vielen Fällen nicht mehr auf die Straße und sehen sich nicht nur einer Pauschalverurteilung, sondern auch verbalen- und körperlichen Bedrohungen ausgesetzt. Die Mitarbeiter in den städtischen Call-Centern trifft die geballte Wut der Bürgerinnen und Bürger. Die traurigen Geschehnisse vom 24. Juli 2010 finden ihre traurige Fortsetzung gar in Mord- und Bombendrohungen.

Darf die Suche nach den Verantwortlichen für die Tragödie im Tunnel soweit gehen? Darauf gibt es nur eine klare Antwort: Nein! Denn bis auf wenige verantwortlich handelnde Spitzenbeamte, die alle Hinweise auf Sicherheitsrisiken überhört, übersehen und ignoriert haben, trifft die städtischen Mitarbeiter keinerlei Schuld am schrecklichen Geschehen.

Unser Dank gilt daher allen Mitarbeitern der Stadt Duisburg, die in diesen schwierigen Tagen ihren Dienst unter zum Teil schwierigsten psychischen Bedingungen versehen.

Auch Vertreter der Bürgerlich-Liberalen haben und werden in den nächsten Tagen an Gedenkkundgebungen teilgenommen/teilnehmen. Unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger bitten wir bei der Teilnahme an diesen Veranstaltungen um die gleiche Besonnenheit wie wir sie uns selbst auferlegen.

29.7. Regenbogen Duisburg

Den Medien, insbesondere denen in Duisburg, kommt in diesen Tagen eine wichtige Aufgabe zu. Sie berichten von dem Drama der Loveparade, erzählen die Vorgeschichte und forschen nach Verantwortlichkeiten und Hintergründen. Diese wichtige Aufgabe ist seit Samstag Schwerpunkt Ihrer Arbeit.
Wie alle Duisburger interessieren auch wir uns sehr für diese Berichterstattung. Wie es bei derartigen Katastrophen häufig der Fall ist, konzentriert sich Ihre Aufmerksamkeit auf die Fragen „Wer hat Schuld?" „Wer hat was gewusst?"
Die Beantwortung dieser Fragen ist äußerst wichtig und darf nicht vernachlässigt werden.
Allerdings fehlt eine wichtige Information, die bislang nur am Rande mitgeteilt wurde:
„Wie erhalten die Betroffenen und Augenzeugen dieser Tragödie oder Menschen, deren Angehörige getötet oder verletzt wurden, Hilfe und Zuspruch? Wer unterstützt sie in diesem Ausnahmezustand und geht in angemessener Weise mit ihnen um?
In Duisburg, in der Region und in ganz Deutschland leben tausende Menschen, die Schreckliches erlebt haben und die große Schwierigkeiten haben, mit den Bildern und ihren Erinnerungen umzugehen.
Die Stadt Duisburg hat den Versuch, diesen Menschen eine Anlaufstelle zu geben, versäumt oder war dazu nicht in der Lage. Doch es gibt Möglichkeiten der Unterstützung. Neben den kirchlichen Einrichtungen bietet auch Regenbogen Duisburg seit Anfang der Woche ein kostenloses und Hilfeangebot. Seitdem melden sich - persönlich oder telefonisch - jeden Tag Menschen bei uns, die Hilfe benötigen, weil sie alleine nicht mit der Tragödie fertig werden zu können. Diese Menschen wurden auf uns aufmerksam, weil das Angebot über unser professionelles Netzwerk bekannt gemacht wurde. Die allermeisten Menschen können wir jedoch nur mit Ihrer Unterstützung erreichen. Dass dies gelingen kann, haben zwei TV-Beiträge zu diesem Thema bewiesen.
Ich möchte Sie deshalb darum bitten, unser Angebot, das alleine dafür da ist, um Menschen in Kummer und Trauer zu begleiten, in Ihrer Zeitung noch deutlicher und sichtbarer zu präsentieren, um den schockierten Menschen dieser Stadt und in der Umgebung eine Hilfemöglichkeit bekannt zu machen.

28.7. DIE LINKE

Gemeinsame Erklärung von Kreisverbandsvorstand und Ratfraktion DIE LINKE Duisburg

Duisburg, den 27.07.2010

Die juristische Aufarbeitung der tragischen Ereignisse vom 24.07.2010 hat begonnen. Wir erwarten eine zügige und rückhaltlose Aufklärung, warum es zum Tod von 20 Love Parade-BesucherInnen, über 500 zum Teil schwer Verletzten und einem Verkehrschaos gekommen ist.

Im Mittelpunkt haben die offensichtlichen Fehleinschätzungen und Defizite des Sicherheits und Verkehrskonzepts zu stehen. Beide sind über viele Monate von einem Kreis aus Veranstalter, Verwaltungsvertretern, Polizei, Feuerwehr, Verkehrsunternehmen und externen Fachleuten diskutiert und ausgearbeitet worden. Die Öffentlichkeit und die politischen Mandatsträger dieser Stadt haben einen Anspruch darauf, zu erfahren,

· warum die Entscheidung auf das problematische alte Güterbahnhofsgelände fiel
· welche Bedenken in der Sicherungsgruppe geäußert und warum sie ignoriert wurden
· wie das Genehmigungskonzept mit seinen Auflagen aussah
· was die Schwachstellen und Fehlentscheidungen im unmittelbaren Zusammenhang mit der Katastrophe waren
(Dazu zählen in jedem Fall auch die offenkundigen Organisations- und
Kommunikationsdefizite beim Ordnerdienst des Veranstalters Lopavent sowie die
Kommunikationsprobleme zwischen diesem und den Einsatzkräften der Polizei)
· warum wichtige Aussagen von Verantwortlichen auf der Pressekonferenz am 25.07.2010 mit den Fakten unvereinbar sind (u.a. Art der Verletzungen und Todesursachen)

Die Landtagsfraktion NRW DER LINKEN hat dementsprechend bereits am 27.07.2010 dem Innenminister eine umfangreiche Liste von Fragestellungen vorgelegt. Die Ratsfraktion DIE LINKE bringt diesen Fragekatalog auch in den Rat ein und will Auskunft von der Verwaltung. Im Ergebnis der Untersuchungen erwarten wir strafrechtliche und disziplinarische Konsequenzen für die Verantwortlichen.

Wir erwarten darüber hinaus, dass gesetzliche Vorschriften und Verwaltungsabläufe für die Genehmigung künftiger kommerzieller Großveranstaltungen, von denen eine potenzielle erhebliche Gefährdung von TeilnehmerInnen und Bevölkerung ausgeht, einer gründlichen Revision unterzogen werden, um eine sachgerechte Gefahrenabschätzung zu gewährleisten und entsprechende Sicherheitsauflagen zu machen. Es ist insbesondere sicher zu stellen, dass Gewinnerwartungen, Prestigegewinn und politische Einflussnahme auf Kosten der Sicherheit nicht den Ausschlag geben. Dies war bei der Love Parade nach unseren Erkenntnissen ohne jeden Zweifel der Fall. Abgesehen von den bereits jetzt offenkundigen schwerwiegenden Verfehlungen, die in den Verantwortungsbereich des Veranstalters fallen, gibt es eine politische Verantwortung der Duisburger Verwaltungsspitze. Sie hat die Genehmigung erteilt. Auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt noch zahlreiche Fragen offen sind, müssen die dafür Verantwortlichen bereits jetzt die politischen Konsequenzen ziehen. Wir erwarten den Rücktritt von OB Sauerland und dem Rechtsdezernenten Rabe. Darüber hinaus hat die Ratsfraktion DIE LINKE beschlossen, eine Initiative zur Abwahl von OB Sauerland und Rechtsdezernent Rabe in Gang zu setzen, wenn beide nicht alsbald von ihren Ämtern zurücktreten.

28.7. Katholisches Klinikum Duisburg

Hilfe für traumatisierte Loveparade-Besucher Aufgrund der hohen Anzahl der traumatisierten Menschen der Loveparade bietet die Psychiatrische Institutsambulanz am St. Vincenz-Hospital, Papendelle 6, in Duisburg-Stadtmitte ab sofort Hilfe für Loveparade-Opfer mit Traumata und Traumafolgestörungen an. Unter der Telefonnummer 0203/2829-358 können Betroffene zwischen 8.30 Uhr und 10.30 Uhr Termine zur Traumabewältigung vereinbaren. In der Institutsambulanz unter Leitung von Prof. Dr. Peer Abilgaard steht speziell auf Traumata geschultes Personal zur Verfügung.

Katholisches Klinikum Duisburg
An der Abtei 7-11
47166 Duisburg

28.7. Kinderschutzbund

Angesichts der Ereignisse seit vergangenem Samstag lässt Fassungslosigkeit uns alle verstummen. „Wir haben keine Worte, die dem Leid, der Empörung, der Wut über unsere Macht- und Hilflosigkeit angemessen Ausdruck verleihen könnten", sagt Gerhild Tobergte, 1.Vorsitzende des Kinderschutzbundes Duisburg, der Teil des großen ehrenamtlichen Hilfesystems ist. „Menschenleben als Preis für Interessen, die alles andere, nur nicht den Menschen, im Blick haben, ja ihn gering schätzen gegenüber allem anderen - das rührt an die Grundfesten einer zivilisierten Gesellschaft."

Die verbindliche Basis unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens sind die Menschenrechte, deren elementarstes das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist. Jede Maßnahme von Gesetzgebung, vollziehender Gewalt und Rechtsprechung hat sich an den Menschenrechten zu orientieren. Unzählige Menschen in Duisburg verstehen sich als Teil der Zivilgesellschaft und leisten viele Stunden beruflicher wie ehrenamtlicher Arbeit, um unserer Gesellschaft ein menschlichen Gesicht zu geben. Teil ihres Anliegens ist auch, durch ihren Einsatz eine Haltung des solidarischen Mit- und Füreinanders in die Gesellschaft zu transportieren.

„Wir alle dürfen nicht zulassen, dass Profitstreben und Darstellungsbedürfnis in den Mittelpunkt rücken und in unserer Gesellschaft Vorrang vor dem Schicksal des Menschen bekommen" so Tobergte. „Menschen müssen vor und nach ihren Entscheidungen und Handlungen durch ihr Gewissen in die Verantwortung genommen werden und nicht erst durch die Ergebnisse staatsanwaltlicher Untersuchungen."

Eine Gesellschaft ohne in diesem Sinne gelebten Wertekonsens liefert immer die Schwächsten den konkurrierenden Interessen aus, und dazu gehören vor allem immer die Kinder. Der Vorstand des Kinderschutzbundes ist zutiefst beunruhigt.

28.7. PHG Duisburg

Hilfe und Beratung für Betroffene des Unglücks der Loveparade PHG Duisburg bietet kostenlos Raum, Zeit und Ansprechpartner

Uwe Komes, Geschäftsführer der PHG Duisburg weiß, "dass die tragischen Ereignisse am 24. Juli bei der Loveparade viele Menschen betroffenen haben.
Nicht nur die, die bei dem Gedränge an der Unglücksstelle zu Tode kamen oder verletzt wurden und ins Krankenhaus mussten sind betroffen. Betroffen sind auch alle diejenigen, die die Situation hautnah miterlebt haben." Betroffen können auch die sein, die helfen wollten, aber nicht konnten oder auch diejenigen, die genau dort hätten sein könnten, wo das Unglück geschah, die aber aus irgendeinem Grund nicht dort waren.

Die meisten Menschen können das Geschehen alleine verarbeiten - Trauer und Wut sind dabei normal. Manche Menschen brauchen aber auch Hilfe und Unterstützung bei der Verarbeitung. "In den letzten Tagen haben wir festgestellt, dass dies weit mehr Menschen sind als wir ursprünglich angenommen hatten. Aus diesem Grunde bietet die PHG Duisburg Menschen, die den Wunsch nach Hilfe und Unterstützung haben, die ein Gespräch suchen, die Möglichkeit zu reden", kündigt Uwe Komes an.

Ab sofort bis vorerst zum 06. August bietet die PHG Duisburg (Weidmannstraße
15 in Duisburg Hamborn in der Nähe des Altmarktes) betroffenen Menschen die Möglichkeit sich auszusprechen.

Mehrere Mitarbeiter stehen werktags in der Zeit von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr in der Weidmannstraße 15 in Duisburg für persönliche Gespräche zur Verfügung. Zur Terminabsprache erreichen Sie die PHG Duisburg unter der Nummer 0203 544479-0. Die Gespräche werden auf Wunsch auch anonym geführt, sie sind unverbindlich und kostenlos.

Die PHG Duisburg (Psychiatrische Hilfsgemeinschaft) arbeitet für und mit Menschen mit psychischer Erkrankung. Sie verfügt über 30jährige Erfahrungen in diesem Bereich und über das Wissen qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

PHG Duisburg
Kommunikation
Parallelstraße 30
47166 Duisburg

0203 3487621
www.phg-du.de

28.7. FDP Duisburg

Politisch-moralische Übernahme der Verantwortung notwendig

Nach der verheerenden Katastrophe am vergangenen Wochenende kommen neben der Trauer fast stündlich neue Erkenntnisse zu Tage, die auf eine völlig untaugliche Vorbereitung der Loveparade hindeuten.

Mit Entsetzen haben wir den Medien entnehmen müssen, dass innerhalb der Verwaltung leitende Beamte die Genehmigung der Loveparade als faktisch rechtswidrig abgelehnt haben. Auch wird klar, dass entgegen der ursprünglichen Darstellung, die Verstorbenen nicht durch einen Sturz, sondern durch die bloße drängende Masse, zu Tode kamen. Die FDP vertritt die Auffassung, dass keine Vorverurteilungen, sondern rechtsstaatliche Ermittlungen greifen müssen.

Wilhelm Bies, Fraktionsvorsitzender der FDP im Rat, erklärt: „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder Herr Sauerland hat tatsächlich nichts von den erheblichen Mängeln des Sicherheits- und Wegekonzepts und den vielen Bedenken gewusst. Dann muss man sich fragen, ob der Oberbürgermeister seine Verwaltung im Griff hat. Oder er hat es gewusst: Dann steht fest, dass er seine Dienstpflichetn gröblich verletzt hat. In beiden Fällen liegt die Verantwortung beim Oberbürgermeister".

Neben der politisch-moralischen Übernahme der Verantwortung tritt die FDP Duisburg dafür ein, den Weg für unvoreingenommene Ermittlungen im Rathaus und in allen beteiligten Institutionen frei zu machen, so der Kreisvorsitzende Holger Ellerbrock.

Die FDP Duisburg widerspricht auch energisch der in der Presse von Herrn Sauerland dargestellten Option „Ein Oberbürgermeister kann nicht einfach zurücktreten". „Die Aussage, dass es erst eines Ratsbeschlusses bedürfe, ist schlichtweg falsch", so Frank Albrecht, stellvertretender Kreisvorsitzender.

27.7. MSV Duisburg

MSV und Schalke 04 bestreiten Benefizspiel für die Hinterbliebenen der Opfer der Loveparade

Der MSV Duisburg und seine Fangemeinde sind erschüttert und tieftraurig über
das schwere Unglück vom vergangenen Samstag, als 20 Menschen auf der
Duisburger Loveparade starben.
Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Menschen, die
gestorben sind, unsere guten Wünsche den Verletzten. Wir in Duisburg müssen
in diesen schweren Tagen zusammen halten, für unsere Stadt und das
Ruhrgebiet zusammen stehen und auch in die Zukunft blicken.
Wir wollen versuchen, all' denen, die jetzt so unendliches Leid ertragen müssen,
im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen.
Der MSV Duisburg wird deshalb mit dem FC Schalke 04 in der Schauinsland-
Reisen-Arena ein Benefizspiel für die Hinterbliebenen der Opfer bestreiten.
Unser Dankeschön gilt Felix Magath und den Verantwortlichen des FC Schalke
04 für ihre spontane Bereitschaft, hier zu helfen.
Über das Datum des Benefizspiels und die weiteren Gegebenheiten wird der
MSV Duisburg in den kommenden Tagen informieren.

27.7. Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Duisburg e.V.

DRK-Spendenkonto „Loveparade"

Spendensammelaktion zur Unterstützung von Opfern, Verletzten und
Betroffenen

Die schrecklichen Ereignisse, die die DRK-Einsatzkräfte am vergangenen
Samstag vor Ort erlebten, haben das DRK veranlasst, eine Spendenaktion ins
Leben zu rufen. Ziel dieser Aktion ist es, Gelder zu sammeln um Betroffene,
Verletzte und die Angehörigen der Opfer dieser Katastrophe zu unterstützen.
„ ...Bedauerlicherweise ist an den Ereignissen nichts zu ändern. Wir sprechen
den Verletzten und den Angehörigen der Opfer unser tiefstes Mitgefühl aus.
Unsere Einsatzkräfte haben am Veranstaltungstag nach bestem Können mit
Fachlichkeit geholfen. Als DRK möchten wir darüber hinausgehend Hilfe
anbieten. Dafür sammeln wir diese Spenden, um weitergehend helfen zu
können. ..." so das DRK.

Bürgerinnen und Bürger, die gerne helfen möchten, können ihre Spende auf
das DRK-Konto 200 - 204204 bei der Sparkasse Duisburg (BLZ: 350 500 00)
unter dem Stichwort „Loveparade" überweisen.
Ohne Abzug von Verwaltungskosten verwendet das DRK die Gelder für den
Spendenzweck.

Das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Duisburg e.V., hat sich am 24. Juli
an der Durchführung des Sanitäts- und Rettungsdienstes der Loveparade
Duisburg 2010 beteiligt. Teilnehmer, Zuschauer und alle anderen Besucher
wurden von den Einsatzkräften fachlich qualifiziert behandelt und betreut.
Knapp 500 ehrenamtlich tätige Einsatzkräfte sowie 25 Notärzte standen für
diese Aufgabe zur Verfügung.
Unterstützt wurde das DRK Duisburg von Einsatzkräften aus DRKMitgliedsverbänden
der gesamten Bundesrepublik, die für den Tag der
Loveparade in Duisburg unter der DRK-Abschnittsleitung zusammengezogen
worden waren. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der Duisburger
Hilfsorganisationen stellte das DRK die meisten Einsatzkräfte vor Ort in
Duisburg.

27.7. Bündnis 90/Die Grünen Ratsfraktion

Mit Trauer und Bestürzung reagiert die Grüne Fraktion im Rat der Stadt Duisburg auf die tragischen Ereignisse während der Loveparade. 20 junge Menschen sind während des Events am alten Güterbahnhof gestorben, 511 wurden zum Teil schwer verletzt. Unfassbar, dass eine solche Katastrophe sich in Duisburg zugetragen hat.

Bei all der Verzweiflung und Wut müssen gerade die Mitglieder der Verwaltung, der Parteien und Organisationen einen kühlen Kopf bewahren, um dieses furchtbare Unglück aufzuklären. Jetzt vorschnell Rücktritte zu fordern, ohne überhaupt die genauen Ursachen des Unglücks zu kennen und zu wissen, wer in welchem Maß dafür die Verantwortung trägt, hilft den Angehörigen und Freunden der Opfer nicht weiter. Vielmehr haben sie ein Anrecht darauf, so schnell wie möglich umfassend über alle Hintergründe der Katastrophe informiert zu werden. Das dies geschieht, daran sollten alle Duisburger Fraktionen im Rat gemeinsam arbeiten.

Die Verantwortlichen, neben der Stadt Duisburg auch Lopavent, Aurelis, Wirtschaftsförderung metropoleruhr, die Bahn, der VRR, Straßen NRW, die Bezirksregierung Düsseldorf, die Bundespolizei, und die Autobahnpolizei Düsseldorf, dürfen sich nicht hinter den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen verstecken, die noch Wochen oder Monate andauern können, so der grüne Ratsherr Frank-Michael Rich. Sie müssen die Öffentlichkeit laufend über den Stand der Dinge auch der eigenen Ermittlungen und der gewonnenen Erkenntnisse informieren. Das bisher vorliegende Wissen um die Vorgänge muss umgehend schonungslos publik gemacht werden.

Dabei ist es auch nicht zielführend, wenn sich nun die beteiligten Stellen und der Veranstalter gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben wollen. Dieses Verwirrspiel dient nicht der Klärung der Unglücksfälle. Die Verantwortlichen müssen vielmehr zu ihrer gemeinsamen Verantwortung stehen und zur Aufklärung der Geschehnisse beitragen. Diejenigen, die für diese Katastrophe verantwortlich sind, müssen dann - wenn darüber Gewissheit besteht - zur Rechenschaft gezogen werden.

Duisburg ist eine Großstadt, die solche Events organisieren und durchführen kann, wie am Wochenende zuvor auf der A 40 zwischen Marientor und dem Spaghettiknoten erlebt werden konnte.

Bis jetzt gibt es noch viele offene Fragen, die hoffentlich in den nächsten Tagen geklärt werden können. War das Sicherheitskonzept ausreichend? Gab es am Tag der Loveparade Kommunikationsprobleme? Warum waren zu viele Menschen im Tunnel vor dem Veranstaltungsgelände? Warum konnte ein Container bestiegen werden auf dem eine rote Leiter auf die Veranstaltungsfläche führte? Wer hat die Treppe aufgelassen? Wie konnte es zu diesem Unglück kommen? Die grüne Ratsfraktion fordert eine umgehende und umfassende Aufklärung der Fälle.

27.7. Verbände der Freien Wohlfahrtspflege

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Duisburg sind bestürzt und erschüttert darüber, dass aus Anlass der Loveparade am vergangenen Samstag mitten in unserer Stadt so viele Menschen gestorben sind und schwere Verletzungen davon getragen haben.

Wir fühlen mit den Opfern und ihren Angehörigen. Es ist uns wichtig, uns öffentlich bei unseren zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu bedanken, die am Samstag im Einsatz waren und bis an den Rand ihrer eigenen Reserven geholfen haben.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände Duisburg: AWO-Duisburg - Caritasverband Duisburg - Deutsches Rotes Kreuz Duisburg - Diakonisches Werk Duisburg - Jüdische Gemeinde Duisburg/Mülheim/Oberhausen - Der Paritätische Duisburg

27.7. Zukunftsstadtteil e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie in unserer letzten Mail angekündigt, haben wir gestern Abend um 18.00 Uhr mit unserer Mahnwache in der Karl-Lehr-Straße (direkt am Ort des furchtbaren Geschens vom vergangenen Samstag) begonnen.

Offensichtlich war es notwendiges Signal, mit dem ausgelegten Kondulenzbuch eine Ergänzung zur individuellen Trauer und Besinnung mit symbolischer Anbindung zu bieten.

Eine lange Schlage bildete sich bis um 2.00 Uhr heute Morgen, um sich einzutragen - nach bis zu anderthalb Stunden Wartezeit. Eine Zeit für Kontemplation und Besinnung vielleicht, auch im Erleben, mit seiner Betroffenheit nicht alleine zu sein.

Hunderte von Einträgen zeigen Bestürzung und Trauer.

Wir setzen die Mahnwache heute seit 8.30 Uhr bis zum späten Abend fort.

Es ist unser Wunsch, das Kondulenzbuch im Rahmen des geplanten Trauergottesdienstes zu übergeben. Diese Bitte haben wir an verschiedenen zuständigen Stellen vorgetragen. Gerne würden wir dabei einige ausgewählte Einträge vorlesen.

Wir sind überwältigt, wie groß die Ressonanz auf unser Angebot ist, für das es offensichtlich ein großes Bedürfnis gibt. Einen Ort zu haben, an dem ein Stück der Trauer bleiben kann.

Wir würden uns für den heutigen Abend freuen, wenn der eine oder andere der Adressaten dieser Email und bei der Standwache vorort unterstützen kann

Vielen Dank an dieser Stelle für die Unterstützung von vielen Seiten.

Dr. Michael Willhardt
(1. Vorsitzender)

26.7. SPD Duisburg

SPD trauert um die Toten der Loveparade

Die Duisburger SPD trauert um die Toten auf der Loveparade. SPD-Chef Ralf Jäger stellte sich mit dem stellv. Fraktionsvorsitzenden im Rat, Jürgen Brandt und MdB Johannes Pflug an die Seite der Trauernden. „Wir verharren in stillem Gedenken an die Verstorbenen und sind in Gedanken voller Anteilnahme bei den Familien und Freunden. Der Respekt gebietet, dass alles andere hinter dieser Andacht zurück stehen muss. Unsere Sorge gilt den Verletzten, die sich noch in den Krankenhäusern befinden."

Mit Blick auf die Geschehnisse betont Ralf Jäger, dass man fassungslos und bestürzt über das Geschehene sei. Man habe unvorstellbare Bilder des Grauens gesehen. Ein großer Dank gelte den Rettungs- und Sicherheitskräften, die alles Mögliche getan hätten, um den Verletzten zu helfen.

Herbert Eickmanns und Elke Patz, beide stellv. Fraktionsvorsitzende, forderten die lücken- und rücksichtslose Aufklärung der Vorgänge und Verantwortlichkeiten. „Insbesondere die Gerüchte um vermeintliche vorherige Warnungen wollen wir aufgeklärt wissen." Beide betonen, dass sie kaum zu glauben vermögen, dass solche Warnungen aus Sicherheitskreisen nicht beachtet worden wären. „Für uns wäre das ein Skandal."

SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Pflug, Mitglied des Polizeibeirates, hat umgehend eine Sondersitzung des Duisburger Polizeibeirates beantragt. Er will so zügig zur Aufklärung beitragen.

Die SPD betont besonders, dass es sich bis zum Zeitpunkt des Unglücks um eine friedliche Veranstaltung gehandelt hat. Die jungen Menschen seien in vielen Bereichen sehr diszipliniert gewesen. Auch nach dem Unglück hätten viele Besucher den Rettungskräften geholfen.

Für die Sozialdemokraten ist klar, dass die Aufklärungsarbeiten umfangreich sein werden. „Hektik wäre fehl am Platz, aber es gibt keine Akzeptanz für monate- und jahrelange Untersuchungen. Wesentliche Erkenntnisse müssen ohne Rücksichtnahme auf Personen an das Tageslicht, wenn sie sichtbar werden. Dass sind wir den Angehörigen, aber auch der Öffentlichkeit schuldig."

26.7. CDU-Ratsfraktion / CDU-Kreispartei

CDU: "Unser Mitgefühl gehört den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen"

„Die furchtbare Katastrophe am Samstag während der Loveparade ist in Worten nicht beschreibbar. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten den Angehörigen und Freunden der verunglückten Menschen. Unsere Sorge gilt den vielen Verletzten. Was als unbeschwertes Fest im Rahmen der Ruhr2010 geplant war, entwickelte sich zur größten Tragödie der Stadt Duisburg", so der Duisburger CDU-Kreisvorsitzende Thomas Mahlberg.

Der Schock über dieses nicht für möglich gehaltene Unglück überlagert alles, was die Loveparade eigentlich sein sollte: Ein Ort des friedlichen Zusammenlebens, des Miteinanderfeierns vieler Menschen und Kulturen sowie der ausgelassenen Freude.

Die Fraktionsvorsitzende Petra Vogt dankt den vielen Einsatzkräften der Polizei, der Stadt und der Feuerwehr, der Hilfsdienste und vor allem den Besuchern, die vor Ort erste Hilfe geleistet haben und so möglicherweise weiteres Unglück verhindern konnten. Vogt: „Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle auf der Rampe zum Festivalgelände, die nach gründlicher und tiefgreifender Ermittlung den Angehörigen und der Öffentlichkeit den genauen Verlauf des Unglücks schildern muss. Es darf kein Raum für Spekulationen und Gerüchte verbleiben. Den Opfern der tragischen Katastrophe und der Öffentlichkeit sind wir dieses schuldig."

Vogt und Mahlberg schließen sich der Forderung der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag an, eine unabhängige Untersuchungskommission zu den Vorkommnissen einzusetzen.

Die Duisburger CDU trauert um die Verstorbenen. Ihre Gedanken ruhen im Zeichen des Unglücks bei den Angehörigen, Freunden und Verwandten der Verstorbenen.

Trauerplakat

Unser Hörer Theodor Groesdonk hat das folgende Foto heute (27.7.) um kurz nach 9 Uhr an der Mercatorstraße/Nähe Düsseldorfer Str. gemacht, direkt nachdem das Plakat angebracht wurde.

Foto: Theodor Groesdonk
Künstler Marc Margielsky

Der Duisburger Künstler Marc Margielsky hat uns folgende Mail und ein Kunstwerk geschickt:

Es gibt ein Kondolenzbuch bei Ihnen, aber mir fallen einfach keine passenden Worte ein, für das, was ich empfinde. Ich komme um den Schlaf, angesichts der Tatsache, was diesen Menschen widerfahren ist und welchen Schmerz die Angehörigen nun erleiden müssen. Ich bin Künstler und musste meine Gedanken und Empfindungen kanalisieren, indem ich ein Bild sprechen lasse.

Zum Bild:
Es ist 80 x 120 cm groß, Leinwand und es ist ein Reliefbild (erhaben) aus Acryl. Es zeigt einen Vogelschwarm, das offenbar aus einem zerborstenen Käfig entschwindet. Es sind 20 Vögel, die frei und erlöst zum Himmel aufsteigen, der Sonne entgegen. Unter der Sonne befindet sich ein Code: DU24072010+21 Das ist die Abkürzung für Duisburg, mit Datum und Zahl der verstorbenen Personen, quasi als Mahnmal gedacht.

"DU24072010+21" von Marc Margielsky
"DU24072010+21" von Marc Margielsky
25.7. Bistum Essen

Ruhrbischof trauert um die Opfer von Duisburg

Erschüttert und tief betroffen hat Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck auf das Unglück in Duisburg reagiert. „Dass so viele junge Menschen, die fröhlich und unbeschwert feiern wollten, ihr Leben verloren haben, erfüllt mich mit großem Schmerz", sagte Overbeck. „In Gedanken und im Gebet bin ich bei den Opfern , ihren Angehörigen, Familien und Freunden."

Der Bischof rief die Gemeinden im Bistum Essen auf, der verstorbenen jungen Menschen im Gebet zu gedenken.(

25.7. Deutsche Polizeigewerkschaft

Die Deutsche Polizeigewerkschaft ist betroffen über den Verlauf, den die Loveparade in Duisburg genommen hat. Den Angehörigen der 19 zu Tode gekommenen und den 342 verletzten Besuchern der Loveparade sprechen wir unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme aus.

Sie wurden keine Opfer des Sicherheitskonzepts der Einsatzkräfte. Polizei, Feuerwehr und alle mit der Planung dieses Mega-Events befassten Sicherheitskräfte haben im Vorfeld stets ihre Vorbehalte geäußert.

19 Tote und 342 Verletzte, überwiegend Jugendliche, wurden Opfer materieller Interessen eines Veranstalters, der unter dem Deckmäntelchen der „Kulturhauptstadt 2010", unter Ausnutzung planbarer Medienreaktionen soviel Druck auf Landespolitiker ausübte, dass vor dem drohenden Szenario eines irreparablen Imageschadens für die Region und die Stadt Duisburg unsere Stadtpolitiker dermaßen in die Enge getrieben wurden, dass sie zum Ereignis Loveparade, trotz eindringlicher Warnungen aus dem Sicherheitsbereich, nur „ja" sagen konnten.
Ob sich Oberbürgermeister Sauerland zum entscheidungserheblichen Zeitpunkt nun für oder gegen die Loveparade entschieden hätte - es war stets eine Gradwanderung. Er hätte nur richtig entschieden, wenn die Loveparade ohne dieses schreckliche Geschehen zu Ende gegangen wäre.

25.7. Staatsanwaltschaft und Polizei

Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der 19 Opfer und den zahlreichen Verletzten.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg bestätigt, unmittelbar nach bekanntwerden der schrecklichen Ereignisse zur Aufklärung des Sachverhalts und Feststellung etwaiger Verantwortlicher ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und gemeinsam mit der Polizeibehörde Duisburg, bei der insoweit eine Ermittlungskommission eingerichtet wurde, die Ermittlungen durchzuführen.
Die Polizei hat bisher 18 Opfer identifiziert und die Angehörigen bzw. die entsprechenden Konsulate informiert. Unter diesen Opfern befinden sich niederländische, australische, italienische, chinesische und spanische und ein bosnischer Staatsangehöriger. 11 Opfer haben die deutsche Nationalität. Es handelt sich um 11 Frauen und 8 Männer im Alter von 18 bis 38 Jahren.
Die in Deutschland ansässigen Angehörigen werden seit der letzten Nacht durch speziell ausgebildete Teams betreut.
Darüber hinaus sind uns bisher während der gesamten Veranstaltung 342 Verletzte gemeldet worden.
Staatsanwaltschaft und Polizei arbeiten mit allen verfügbaren Kräften intensiv daran, den genauen Ablauf der Ereignisse auf der Zugangsrampe im Veranstaltungsgelände zu klären. Die Verantwortlichen der Stadt Duisburg und der Veranstalter haben den Ermittlungsbehörden nach Anordnung der Sicherstellung und Beschlagnahme durch die Staatsanwaltschaft dort jeweils vorhandene Planungs- und Genehmigungsunterlagen zur Verfügung gestellt. Deren Auswertung, sowie die Auswertung von weiterem umfangreichen Daten - und Bildmaterial wird mit Hochdruck betrieben.
Der Unglücksort liegt auf dem Veranstaltungsgelände außerhalb des Tunnels. Zu Todesfällen kam es ausschließlich außerhalb des ebenfalls zum Veranstaltungsgelände gehörenden Tunnels. Die 16 vor Ort Verstorbenen sind auf der westlichen Seite der Zugangsrampe gefunden worden, davon 14 Personen im Bereich der abgesperrten Metalltreppe und zwei an einer Plakatwand gleich zu Anfang des Aufgangs.
Die Polizei hat den für das Gelände zuständigen Veranstalter bei der Regelung des Personenzuflusses unterstützt. Entsprechend ist der Zuschauerzustrom auf den Wegstrecken vor dem Veranstaltungsgelände mehrfach an den dafür vorgesehenen Punkten durch die Polizei gestoppt worden. Bereits vor dem Unglück wurde die Öffnung einer zweiten Rampe durch die Polizei veranlasst.
Zu keiner Zeit hat die Polizei den Zugang am oberen Ende der Rampe gesperrt.
Im Hinblick auf die intensiv durchzuführende Ermittlungsarbeit bitten die beteiligten Dienststellen von einzelnen Presseanfragen abzusehen. Zeitnah werden bekannte, zur Veröffentlichung bestimmte Erkenntnisse in weiteren Mitteilungen o. ggf. durchzuführenden Pressekonferenzen bekannt gegeben.

24.7. Pressemeldung der Stadt Duisburg

Oberbürgermeister Sauerland erschüttert über Unglück bei der Loveparade

„In meinen Gedanken bin ich bei den Opfern und ihren Angehörigen", sagte Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland nach dem tragisches Unglück am Rande der Loveparade in Duisburg. Im Zugang zum Festivalgelände sind nach jetzigem Kenntnisstand 15 Menschen ums Leben gekommen sind und ca. 80 Menschen verletzt wurden. „Die Loveparade sollte ein friedliches und fröhliches Fest für junge Menschen aus der Region und darüber hinaus werden", sagte der Oberbürgermeister weiter: „Jetzt muss diese Veranstaltung leider als eine der größten Tragödien der jüngeren Stadtgeschichte gewertet werden. Ich bin zutiefst erschüttert. Wir hatten im Vorfeld mit dem Veranstalter und allen beteiligten Partnern ein stichhaltiges Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Die jetzt eingeleiteten Ermittlungen müssen den genauen Ereignishergang zu Tage fördern."


Weitersagen und kommentieren