
Viele Menschen in Duisburg haben nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbunds im Alter nur vergleichsweise geringe Einkommen. Der DGB Region Niederrhein beruft sich dazu auf einen Rentenreport des DGB NRW mit Zahlen der Deutschen Rentenversicherung für das Jahr 2024. Demnach bekommen Männer in Duisburg im Schnitt 1.405 Euro Altersrente. In ganz NRW sind es laut Bericht 1.535 Euro. Frauen kommen in Duisburg demnach auf durchschnittlich 869 Euro. In NRW liegt der Wert laut DGB bei 876 Euro. Der Gewerkschaftsbund sieht darin ein Risiko für Altersarmut.
DGB Duisburg nennt Frauen und Geringverdiener besonders gefährdet
Besonders betroffen sind laut DGB Frauen, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Beschäftigte im Niedriglohnsektor. Angelika Wagner, Stadtverbandsvorsitzende des DGB Duisburg, erklärt: „Besonders Frauen, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Beschäftigte im Niedriglohnsektor sind von niedrigen Renten betroffen und von Altersarmut bedroht.“ In Großstädten wie Duisburg werde es zudem schwieriger, hohe Mieten und Lebenshaltungskosten mit kleinen Renten zu bezahlen. Wer keine zusätzliche Betriebsrente habe, kein Wohneigentum besitze oder Kosten nicht teilen könne, für den werde es im Alter schnell eng. Der DGB verweist außerdem auf den Wegfall tarifgebundener und gut bezahlter Industriearbeitsplätze. Das könne sich nach Einschätzung der Gewerkschaft weiter negativ auf die Rentenhöhe auswirken.
Debatte um Rentenalter und Betriebsrente in Duisburg
Der DGB kritisiert außerdem Überlegungen, das Renteneintrittsalter weiter anzuheben. Laut Mitteilung lag das durchschnittliche Renteneintrittsalter in NRW im Jahr 2024 bei Frauen bei 64,84 Jahren und bei Männern bei 64,66 Jahren. Viele Menschen würden es schon jetzt nicht bis zum regulären Rentenalter schaffen. Angelika Wagner sagt dazu: „Daher ist es falsch, das Rentenalter pauschal zu erhöhen und den Renteneintritt an die Lebenserwartung zu koppeln.“ Statt einer stärkeren kapitalgedeckten Altersvorsorge fordert der DGB eine verpflichtende Betriebsrente für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Außerdem unterstützt die Gewerkschaft nach eigenen Angaben, dass mehr Menschen in die gesetzliche Rente einzahlen sollen, darunter Selbstständige, Abgeordnete und Beschäftigte in Minijobs.