
Wildnis in Duisburg erleben mit dem Wildnismentor
Mit offenen Augen durch Duisburgs Natur: Christian Elberg ist Wildnismentor und zeigt, dass Wildnis überall zu finden ist – mitten in der Stadt, im eigenen Garten oder im Wald. Er verrät, welche Spuren Tiere hinterlassen, wie man Feuer macht und wie man die Natur wieder in seinen Alltag integrieren kann.
Veröffentlicht: Mittwoch, 21.01.2026 15:52
Wildnis in Duisburg? Für Christian Elberg ist die Wildnis überall versteckt – auch in Duisburg. Dafür muss man nur genau hinschauen: „habe schon Leute erlebt, die Mauerspechte, Mäusespuren oder sogar Rehe mitten in der Stadt gesehen haben. Natürlich gibt es auch den Duisburger Wald, und der Rhein ist nicht weit entfernt. Außerdem gibt es überall Parks, und auch in jedem Garten kann man sein Leben lang spannende Naturbeobachtungen machen“, erklärt Christian.
Neben seiner Teilzeitarbeit als Ingenieur ist Christian Survival-Enthusiast und vor allem Wildnismentor. Dabei verbindet er technisches Denken mit tiefer Naturverbundenheit und bietet Menschen in seinen Mentoring-Programmen die Möglichkeit, die Natur wieder mehr in ihren Alltag zu integrieren.
Der Weg zum Wildnismentor
Geboren in Düsseldorf und aufgewachsen im Süden von Duisburg, kam Christian schon früh mit der Natur in Kontakt – vor allem in seiner Zeit bei den Pfadfindern. Doch mit Schule, Studium und Job rückte die Natur nach und nach in den Hintergrund. Bald merkte er, dass ihm etwas Wesentliches fehlte: „Eigentlich wollte ich Fährtenlesen lernen, um in der freien Natur überleben zu können“, erzählt er. „Aber dann hat mich diese Welt der Wahrnehmung und Naturverbindung wieder so gepackt, dass sie mich bis heute nicht loslässt. Und ich will auch gar nicht, dass sie mich wieder loslässt “
Schon seit 12 Jahren lebt er diese Leidenschaft als Wildnismentor, in eigenen Kursen und als Referent an Wildnisschulen und zeigt anderen, wie spannend und nah die Natur eigentlich überall sein kann.
Den Tieren auf der Spur
Für Christian ist Fährtenlesen eine der schönsten Möglichkeiten, Tiere irgendwann in der Natur live zu beobachten. Eine der wichtigsten Regeln dabei ist, die Spur so zu platzieren, dass sie zwischen einem selbst und der Lichtquelle liegt – meist ist das die Sonne. So lassen sich die Schatten besser erkennen, und die Details der Spur treten deutlicher hervor. Dabei kann es hilfreich sein, die Spur zu zeichnen. „Es geht nicht darum, ein Kunstwerk zu schaffen. Das Zeichnen hilft beim Sehen. Wie die Zeichnung am Ende aussieht, ist egal. Wichtig ist, dass man die Details genau betrachtet, denn gerade die kleinen Unterschiede machen den Unterschied zwischen den Spuren verschiedener Tiere aus.“
Wer einmal weiß, wo Rehe oder andere Tiere entlangziehen, kann sich einfach an diesen Stellen hinsetzen und das Leben im Wald hautnah erleben. „Es geht nicht nur darum, Spuren zu erkennen, sondern sie zu verstehen und zu interpretieren, sodass man das Tier am Ende sogar sehen kann“, sagt Christian. Wer sich selber mal auf die Spur nach Fährten machen will, sollte laut Christian mit einfachen Böden anfangen. Besonders gut eignen sich Sand, Matsch oder Schnee.
Feuer machen, Hütten bauen und andere Survival-Skills
Feuer machen gehört ebenfalls zu den Survival-Skills von Christian. Mit einem Drillbogen erzeugt er Hitze durch Reibung, sammelt Funken in einem Zundernest und entzündet so ein Feuer. „Ich habe vier Teile: ein Brett, eine Spindel, einen Handgriff und den Bogen mit der Schnur. Der Bogen versetzt die Spindel in Rotation, während der Handgriff von oben Druck ausübt. Dann sammeln sich die Funken in einer kleinen Mulde, und sobald es raucht, überträgt man die Glut in ein Zundernest, also ganz feines, trockenes Material. Zum Schluss pustet man dem Feuer leben ein und kann es damit entzünden“, erklärt er anschaulich.
Christian selbst hat seine Survival-Skills auch schon in der freien Natur getestet. Ein ganzes Wochenende verbrachte er nur mit Messer ausgestattet im Wald. Er baute eine Hütte, stellte Schnüre aus Weidenrinde her, machte Feuer und kochte Wasser auf heißen Steinen. Das hat ihm gezeigt, wie stark seine eigne Selbstwirksamkeit ist.
Die Natur in den Alltag integrieren
Für Christian ist es wichtig, als Routine regelmäßig denselben Platz in der Natur aufzusuchen. Das ist auch ein wichtiger Teil seines Wildnesmentoring-Programms Für ihn ist das sein eigener Garten im Süden Duisburgs. Dort legt er großen Wert darauf, dass die Fläche wild bleibt: Haufen aus Holz, Steinen oder Grasschnitt lässt er bewusst liegen, damit sich Tiere dort verstecken und neue kleine Lebensräume entstehen können. Das Besondere daran, immer wieder denselben Ort zu besuchen, ist die Verbindung, die sich mit der Zeit entwickelt. „Man wird einheimisch, kennt die Vögel, Pflanzen und Tiere, die vorbeikommen. Mit der Zeit verändert das einen – die Wahrnehmung wird feiner, man wird neugieriger, bekommt Lust, selbst aktiv zu werden und die kleinen Dinge in der Natur zu entdecken.“
Zu seinen magischen Momenten gehört eine Begegnung mit einem Rehkitz: „Es kam eines Abends im Regen immer näher, schnüffelte an meinem Knie. Ich blieb regungslos stehen, es schnüffelte noch zwei Mal und verschwand dann wieder. Dieses Erlebnis hat mich tief berührt.“
Bald auch Survival-Skill-Kurse in Duisburg
Aktuell bietet er Christian verschiedene Mentoring-Programme an, doch in Zukunft sollen auch kürzere Kurse folgen, die sich gezielt einzelnen Survival-Fähigkeiten widmen: Vogelsprache, Feuer machen, Fährtenlesen oder das Kennenlernen von Wildpflanzen.
Bisher hat er Gruppen von rund acht Teilnehmern gedacht. Ein solcher zweistündiger Kurs soll etwa 40 Euro pro Person kosten. Weitere Informationen zu seinen Kursen und Angeboten gibt es auf seiner Website: derwildnismentor.de.


