
WhatsApp User verunsichert: Kettenbrief geht auch in Duisburg rum
Seit dem Wochenende taucht ein digitaler Kettenbrief in Form einer WhatsApp-Nachricht in vielen Chatgruppen auf. Er fordert dazu auf, die Einstellungen zu ändern. Was steckt dahinter?
Veröffentlicht: Mittwoch, 10.06.2026 19:04
"Alle Gruppenadministratoren können bzw. sollten die Option 'Erweiterter Datenschutz' aktivieren. Andernfalls könnte die künstliche Intelligenz Gruppennachrichten öffnen, Telefonnummern sehen und sogar persönliche Informationen von eurem Telefon abrufen, einschließlich privater Gespräche"
so heißt es in einem Kettenbrief, der seit wenigen Tagen auf dem Messengerdienst WhatsApp die Runde macht. Tatsächlich kursiert dieser aber in abgewandelter Form schon seit mindestens 2025 wie verschiedene Medien berichten. Dass auch die aktuelle Warnung zumindest nicht so ernst genommen werden sollte, wie viele Leute es tun, hat das österreichische Faktencheck-Portal "mimikama" dargelegt.
Darum stimmt die Warnung nicht
Die Warnung bezieht sich auf KI-Funktionen, die seit 2025 von Meta, dem Konzern hinter WhatsApp, dem auch Facebook und Instagram gehören, eingeführt wurden und immer wieder Erneuerungen mit sich bringen. Die KI selbst kann aber nicht, wie es in dem Kettenbrief heißt, Nachrichten öffnen, Telefonnummern sehen und sogar persönliche Gesprächsinformationen abrufen. Die KI-Funktion muss immer händisch aktiviert und genutzt werden und greift auch dann nur auf die Daten zu, die die Nutzerinnen und Nutzer ihr dann zur Verfügung stellen.
Chats bleiben verschlüsselt
Die Chats selbst bleiben verschlüsselt. Sie haben die sog. Ende-Zu-Ende-Verschlüsselung. Das heißt, dass die Inhalte der Chats nur zwischen den Verfassern der Nachrichten bleiben. WhatsApp bzw. Meta wissen nicht worüber ihr schreibt. Aber trotzdem sind Rückschlüsse auf euer Nutzungsverhalten möglich. Durch sogenannte Aktivitätsmuster ist etwa nachvollziehbar, wann oder mit wem ihr kommuniziert.
Das macht der erweiterte Datenschutz
Der erweiterte Datenschutz kann trotzdem sinnvoll sein, wenn ihr mehr Kontrolle über eure Daten haben wollt. Wenn ihr die Einstellung vornehmt, dann werden zum einen erhaltene Medien nicht mehr automatisch in der Galerie gespeichert, Chats können zum anderen nicht mehr exportiert werden und drittens wird damit abgeschaltet, dass Gruppenmitglieder die KI-Funktionen in diesem Chat nutzen können. Da die Daten ja trotzdem erst durch aktive KI-Nutzung eines Mitglieds von dieser verarbeitet werden, bietet es sich gerade in großen Gruppen an, die Funktion zu aktivieren, in denen ihr nicht alle Mitglieder kennt und dementsprechend kein Vertrauen habt, dass sie in eurem Sinne mit den Daten umgehen. In jedem Fall erhalten alle Mitglieder eine Benachrichtigung über die Änderung in den Einstellungen.
