
Viele Gartenbesitzer in Duisburg-Homberg nutzen ihren eigenen Brunnen – besonders im Sommer, wenn Beete, Rasen und Blumen regelmäßig Wasser brauchen. Doch wie gut ist das Wasser eigentlich? Eignet es sich nur zum Gießen oder vielleicht sogar zum Befüllen eines Planschbeckens? Und könnte man damit im Notfall sogar Kaffee kochen?
Antworten darauf liefert das gelbe Labormobil des VSR-Gewässerschutzes. Am Montag, 1. Juni 2026, macht das mobile Labor von 11 bis 13 Uhr auf dem Bismarckplatz in Duisburg-Homberg Station. Bürgerinnen und Bürger können dort ihre Brunnenwasserproben untersuchen lassen und erfahren direkt vor Ort, wofür das Wasser geeignet ist.
Die Aktion kommt seit Jahren gut an. Viele Menschen nutzen die Gelegenheit, um endlich Klarheit über die Qualität ihres Brunnenwassers zu bekommen. Denn auf den ersten Blick sieht Wasser oft sauber aus – tatsächlich können jedoch Stoffe enthalten sein, die man weder riecht noch schmeckt.
Warum sollte ich die Qualität meines Wassers kennen?
„Das Wasser aus dem Gartenbrunnen ist häufig mit Nitraten, Eisen, Bakterien und weiteren Stoffen belastet“, erklärt Heinz-Theo van Wickeren vom VSR-Gewässerschutz. Gerade nach längeren Trockenperioden oder starken Regenfällen könne sich die Wasserqualität verändern.
Für einen Eigenanteil von zwölf Euro untersucht das Team am Labormobil den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt des Wassers. Die Ergebnisse gibt es direkt am Infostand. Wer mehr wissen möchte, kann zusätzliche Untersuchungen beauftragen. Damit lässt sich feststellen, ob das Wasser beispielsweise zum Gemüse gießen, für Teiche oder zum Befüllen von Planschbecken geeignet ist.
Auch die Frage, ob Brunnenwasser theoretisch als Trinkwasser genutzt werden könnte, beschäftigt viele Besucher. „Außerdem können wir eine Einschätzung dazu geben, inwieweit das Wasser im Notfall zum Trinken einsetzbar ist“, sagt Heinz Wilhelm Hülsmans, der ebenfalls ehrenamtlich für den Verein tätig ist. Die ausführlichen Ergebnisse werden später in einem Gutachten per Post zugeschickt.
Kostbares Trinkwasser soll eingespart werden
Der VSR-Gewässerschutz möchte mit der Aktion auch dazu beitragen, dass im Garten weniger kostbares Leitungswasser verbraucht wird. Gerade in heißen Sommern sei es sinnvoll, vorhandenes Brunnenwasser zu nutzen – allerdings nur dann, wenn die Qualität stimmt.
Am Informationsstand zeigen die Experten außerdem aktuelle Auswertungen aus der Region. Dabei wird deutlich, dass die Belastung vieler Brunnen weiterhin ein Thema bleibt. Besonders die Nitratwerte seien in einigen Bereichen noch immer zu hoch. Zudem nehmen bakterielle Belastungen nach Starkregenfällen häufig zu.
Nach Einschätzung des Vereins liegt das oft daran, dass verschmutztes Regenwasser durch undichte Stellen in ältere Brunnen eindringt. Regelmäßige Kontrollen seien deshalb wichtig, um Gesundheitsrisiken auszuschließen.
Wer eine Wasserprobe mitbringen möchte, braucht dafür lediglich eine saubere 0,5-Liter-Kunststoffflasche. Das Mineralwasser sollte vorher ausgegossen werden. Anschließend wird die Flasche mehrmals mit Brunnenwasser gespült und danach randvoll gefüllt. Wichtig: Die Innenseite von Deckel und Flasche möglichst nicht berühren.
Neben den Untersuchungen vor Ort bietet der VSR-Gewässerschutz auch telefonische Beratung an. Jeden Donnerstag zwischen 10 und 14 Uhr beantworten die Experten Fragen rund um Brunnenwasser und Wasserqualität unter der Telefonnummer 02831 9763342.
Was ist der VSR-Gewässerschutz
Der VSR-Gewässerschutz wurde bereits 1980 gegründet und setzt sich bundesweit für den Schutz von Grundwasser und Gewässern ein. Für die Untersuchung von Brunnenwasser ist der Verein auf die Mithilfe von Bürgerinnen und Bürgern angewiesen. Jede Wasserprobe liefert wichtige Hinweise darauf, wie es um die Qualität des Grundwassers in der Region steht.