
Die Salvatorkirche in Duisburg ist eines der ältesten und bedeutendsten Gebäude der Stadt. Erbaut im Jahr 1316, ist sie mittlerweile über 700 Jahre alt. Doch wer heute an der Kirche vorbeigeht, dem fällt sofort auf: Die Turmspitze fehlt.
Zerstört im Bombenangriff von 1943
Am 12. Mai 1943 wurde Duisburg bei einem der schwersten Luftangriffe auf das Ruhrgebiet bombardiert. Für die englischen Bomberpiloten diente der Turm der Salvatorkirche als Orientierungspunkt für das Flächenbombardement auf die Hafenanlagen. Eine Bombe traf die Kirche direkt.
„Eine der Brandbomben fiel auf die Turmspitze, diese entzündete sich und stürzte auf das sogenannte Langhaus – also auf das Kirchenschiff. Der Innenraum brannte daraufhin komplett aus. Seitdem hat die Salvatorkirche keine Spitze mehr“, erzählt Martin Winterberg, er ist seit zwölf Jahren Pfarrer an der Salvatorkirche.
Warum die Spitze nie wieder aufgebaut wurde
Nach dem Krieg war die erste Priorität der Wiederaufbau des Dachs. Für die Turmspitze reichte das Geld zunächst nicht. Später stellte sich heraus: Die Statik des Turms erlaubt keinen Neubau mehr. „Der Turm hat im Laufe der Zeit so viele Verformungen durch Erdbeben erlitten – auch wenn man sie am Niederrhein kaum bemerkt – und andere statische Veränderungen erfahren. Deshalb wäre ein Wiederaufbau der Turmspitze heute nicht mehr möglich, die Kirche könnte sie einfach nicht tragen“, erklärt Winterberg.
Die Kirche blieb also unvollendet – ein Mahnmal für die Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs.
Illuminierte Turmspitze
Vor zwei Jahren entstand eine neue Idee: Es wurde eine illuminierte Turmspitze installiert. Acht Strahler auf dem achteckigen Turm erleuchten nachts den früheren Turmhelm und markieren die Höhe der einstigen Spitze. Winterberg erklärt: „Wir wollten damit die Erinnerung an die Vergangenheit bewahren und gleichzeitig eine Mahnung für den Frieden setzen.“ Besonders abends bei Nebel ist die beleuchtete Turmspitze der Salvatorkirche im Winter gut zu erkennen.