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Eine Feuertonne mit dem Slogan "Stahl ist Zukunft"
© Radio Duisburg
Ob der Slogan noch stimmt, fragen sich viele Mitarbeiter von HKM zur Zeit wahrscheinlich selber.
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Warnstreik bei HKM in Hüttenheim

Die IG Metall hat für Donnerstag und Freitag (15.-16.1.) zu Warnstreiks bei den Hüttenwerke Krupp Mannesmann im Duisburger Süden aufgerufen. Dort sind 3000 Jobs in Gefahr.

Veröffentlicht: Donnerstag, 15.01.2026 03:48

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Die Zukunft der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg hängt am seidenen Faden. Rund 3000 Beschäftigte bangen um ihre Arbeitsplätze, während die Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag festgefahren sind. Die IG Metall reagiert nun mit Warnstreiks.

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Arbeitsniederlegungen angekündigt

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Nach einer ergebnislosen Verhandlungsrunde am Mittwoch hat die IG Metall die Beschäftigten aller Schichten für Donnerstag und Freitag (15. & 16. Januar) zu Warnstreiks aufgerufen. Die Gewerkschaft will damit ihren Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag Nachdruck verleihen. An den Gesprächen nahmen erstmals auch Vertreter der Eigentümer Thyssenkrupp Steel und Salzgitter teil.

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Gewerkschaft zeigt sich enttäuscht

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Die IG Metall in Duisburg ist tief enttäuscht über den Verlauf der Verhandlungen. Die Teilnahme der Eigentümer hatte zunächst Hoffnung geweckt, dass endlich Bewegung in die festgefahrenen Gespräche kommt. Sie seien aber mit leeren Händen gekommen, so die Kritik. Besonders brisant: Die Eigentümer stellten angesichts noch laufender Lieferverträge sogar die Notwendigkeit der Verhandlungen infrage. Dabei sind es gerade Thyssenkrupp Steel und Salzgitter, die letztlich über die Zukunft des Stahlwerks im Duisburger Süden entscheiden müssen. Ob und wie es mit den Hüttenwerken Krupp Mannesmann weitergeht, bleibt weiterhin unklar. Die Belegschaft wartet auf klare Signale der Eigentümer, während die Gewerkschaft mit den angekündigten Warnstreiks den Druck erhöht.

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Hakan Koc, Betriebsrat HKMDie verstehen die Problematik nicht
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Streik legt Verkehr lahm

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Der Streik hat am frühen Freitagmorgen den Berufsverkehr rund um das Werk verlangsamt. Auf das Werksgelände sind nur die Arbeiter gekommen, die für den Notbetrieb eingeplant waren. Diese müssen arbeiten, da sonst nachhaltige Schäden im der Stahlproduktion entstehen können. Alle anderen Mitarbeiter wurden erst mit einer Stunde Verzögerung auf das Gelände gelassen - um den Betrieb weiterhin langsam zu halten. Deshalb hat sich über die Mannesmannstraße ein langer Rückstau gebildet, der den Berufsverkehr erheblich eingeschränkt hat. Erst am frühen Vormittag waren die Straßen rund um das Werk wieder frei. Am Freitag kann es durch den Streik deshalb wieder zu vollen Straßen kommen.

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Zukunft der Hütte ungewiss

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Dass viele Stellen auf der Hütte abgebaut werden müssen, ist im Grunde unvermeidbar. Zur Zeit ist das für die Belegschaft bestmögliche Szenario eine Übernahme des Konzerns Salzgitter. Dieser hält aktuell 30% an dem Werk. Die andern Teile liegen zu 50% bei TKSE und zu 20% beim französischen Unternehmen Vallourec. Beide Unternehmen planen damit, das Werk in Hüttenheim aufzugeben. Allerdings muss ein Sozialtarifvertrag, der Abfindungen und späteren Anschluss auf dem Berufsmarkt für entlassene Mitarbeiter regeln soll, gemeinsam mit dem möglichen neuen Besitzer Salzgitter auf den Weg gebracht werden. Deshalb ist auch eine vollständige Schließung der Hütte laut Aussage des Betriebsrats am Freitagmorgen nicht final ausgeschlossen.

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Hakan Koc, Betriebsrat HKMDie Mannschaft hat Existenzängste
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