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Verkehrsbericht Duisburg 2025: Fünf Tote bei weniger Unfällen
© Markus Joosten / FUNKE Foto Service
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Verkehrsbericht Duisburg 2025: Fünf Tote bei weniger Unfällen

Die Polizei Duisburg hat ihren Verkehrsbericht für 2025 vorgelegt. Während die Gesamtzahl der Unfälle zurückging, starben mehr Menschen im Straßenverkehr als im Vorjahr. Der Bericht im Detail.

Veröffentlicht: Mittwoch, 11.03.2026 10:17

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Die Unfallstatistik für Duisburg zeigt ein zwiespältiges Bild: Insgesamt ereigneten sich 16.959 Verkehrsunfälle – ein Rückgang um 5,4 Prozent gegenüber 2024. Doch die Zahl der Verkehrstoten stieg von drei auf fünf Personen, was einem Anstieg von 66 Prozent entspricht. "Der Anstieg der Verkehrstoten im Jahr 2025 ist ein Zeichen dafür, dass wir unsere zielgruppenorientierten Maßnahmen weiterführen müssen", betont Polizeipräsident Alexander Dierselhuis. Er appelliert an alle Verkehrsteilnehmer: "Verkehrssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist eine gemeinsame Aufgabe."

Die meisten Unfälle seien nicht auf Unglück, sondern auf menschliches Versagen zurückzuführen und damit vermeidbar. Das Ziel der Polizei bleibt die "Vision Zero" – keine Verkehrstoten.

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E-Scooter: Unfallzahlen erreichen Höchststand

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Einen negativen Trend zeigt die Statistik bei E-Scootern. Die Zahl der Verunglückten stieg von 101 im Jahr 2024 auf 136 in 2025 – ein Plus von 34,7 Prozent. Dies markiert den bisherigen Höchststand seit Einführung der Elektrokleinstfahrzeuge im Jahr 2019. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Zahl der E-Scooter Nutzer jedes Jahr steigt.

"E-Scooter sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Sie bieten flexible Mobilität, bergen jedoch erhebliche Risiken", erklärt Polizeioberrat Alexander Paffrath, Leiter der Direktion Verkehr. Die Polizei will durch intensive Kontrollen und Aufklärung das Bewusstsein für die Gefahren schärfen. "Das ist der bisherige Höchststand seit Einführung der Fahrzeugklasse Elektrokleinstfahrzeuge im Jahr 2019", erklärt Polizeioberrat Alexander Paffrath, Leiter der Direktion Verkehr. "Das Problem ist, dass bei diesem Verkehrsmittel schnell eine Verletzung entsteht. Man hat keine Knautschzone und ist mit viel Bewegungsenergie unterwegs."

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Verkehrsbericht Duisburg 2025: Fünf Tote bei weniger Unfällen
© Radio Duisburg
Die Zahl der E-Scooter-Unfälle in Duisburg ist laut dem Verkehrsbericht der Polizei stark angestiegen.
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E-Scooter: Kontrollen im Stadtgebiet

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Bei einer stadtweiten Schwerpunktkontrolle am Mittwoch (11.03.) zog die Polizei bereits um 12.30 Uhr eine ernüchternde Bilanz: Ein E-Scooter-Fahrer wurde positiv auf THC getestet, vier Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz wurden festgestellt, und insgesamt wurden rund 15 Ordnungswidrigkeiten geahndet.

"Wir versuchen sowohl durch präventive Maßnahmen als auch durch repressive Maßnahmen gegenzusteuern", so Paffrath. Die Polizei setzt dabei auf Infostände, verkehrserzieherische Gespräche und im Zweifelsfall auf Verwarngelder.

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Diese Altersgruppen sind besonders betroffen

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Am häufigsten verunglücken Erwachsene zwischen 25 und 64 Jahren – mit 1.099 Betroffenen bilden sie die größte Gruppe. Auf Platz zwei folgen junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre) mit 254 Verunglückten, auf Platz drei Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren mit 247 Personen.

Die meisten Unfälle betreffen Autofahrende, gefolgt von Rad- und Pedelecfahrenden sowie Fußgängern.

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Erfolgreiche Ermittlungen bei Unfallfluchten

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Rund zwölf Mal täglich ereignete sich 2025 eine Verkehrsunfallflucht mit Sachschaden. Mit 4.299 Fällen blieb die Zahl auf Vorjahresniveau, die Aufklärungsquote liegt bei 35,2 Prozent.

Bei Unfallfluchten mit Verletzten (182 Fälle) erreichte die Polizei Duisburg einen Rekordwert: In 62 Prozent der Fälle konnten die Ermittler die Flüchtigen ausfindig machen – der höchste Wert im Fünfjahresvergleich.

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Konsequentes Vorgehen gegen Raser und Poser

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Die Polizei führte 2025 sechs Schwerpunktkontrollen gegen die Raser-, Poser- und illegale Tuningszene durch. An bekannten Hotspots wie der L1 in Marxloh und in Hamborn kontrollierten die Beamten bis tief in die Nacht.

Neben Geschwindigkeitsmessungen überprüften speziell geschulte Tuning-Experten die Fahrzeuge auf technische Veränderungen. Die konsequenten Maßnahmen zeigten Wirkung und erzielten Verdrängungseffekte.

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Prävention und Opferschutz im Fokus

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Die Polizei Duisburg setzt weiterhin auf Prävention. Erstmalig konnten Camper im April ihre Wohnmobile und Wohnwagen kostenlos an der MSV-Arena wiegen lassen. Experten berieten zu Verkehrssicherheit, Einbruchschutz und sicherer Ladungsbefestigung.

Mit zielgruppenorientierten Aktionen in Schulen, Senioreneinrichtungen und bei Informationsveranstaltungen sensibilisiert die Polizei für Gefahren im Straßenverkehr. Der polizeiliche Verkehrsopferschutz steht Betroffenen, Angehörigen und Ersthelfenden beratend zur Seite.

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