
Knapp 100.000 Duisburgerinnen und Duisburger sind zum Jahresende 2025 Mitglied in einem Sportverein – ein Plus von 1.534 gegenüber dem Vorjahr. Das gab der Stadtsportbund Duisburg am Donnerstag bei seiner Bilanzpresskonferenz bekannt. Die Pandemie-Delle ist damit endgültig überwunden.
Höchster Mitgliederstand seit zwölf Jahren
Die genaue Zahl liegt bei 99.705 Vereinsmitgliedern – ein Rekordwert der vergangenen zwölf Jahre. Fast jeder fünfte Duisburger ist damit in einem Sportklub aktiv. "Die Pandemie-Delle mit einem Tiefstand von knapp 92.000 Mitgliedern ist längst ausgebeult", sagte Uwe Busch, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Stadtsportbunds. Die Entwicklung überrascht die Verantwortlichen nicht: Bundesweit gewinnt der Vereinssport wieder an Attraktivität. Während die Mitgliederzahlen steigen, setzt sich allerdings ein anderer Trend fort.
Weniger Vereine durch Fusionen
Die Zahl der Sportvereine in Duisburg ging weiter zurück. Aktuell bieten 369 Klubs etwa 70 Sportarten mit knapp 100 Disziplinen an – sieben Vereine weniger als im Vorjahr. Der Grund: Kleinere Klubs schließen sich zunehmend zusammen. "Das liegt auch an den wachsenden Anforderungen, denen sich ehrenamtliche Vorstände inzwischen gegenübersehen", ergänzte Joachim Gossow, Vorsitzender des Stadtsportbunds. Die Fusionen seien eine Antwort auf die komplexer werdenden Verwaltungsaufgaben.
Über 40.000 Menschen bei SSB-Veranstaltungen
Die Zahlen zeigen: Der Stadtsportbund bewegt Duisburg. Über 40.000 Menschen nahmen im vergangenen Jahr an Veranstaltungen, Kursen und Initiativen teil. Nicht mitgezählt sind dabei Großevents wie "Duisburg bewegt sich" oder die Duisburger Radwanderung.Besonders stolz ist Vorstandsmitglied Karl-Heinz Dinter auf die Schwimmkurse: Mehr als 1.000 Kinder lernten mit Unterstützung des SSB schwimmen. Über 5.000 Mädchen und Jungen nahmen an den sportmotorischen Testungen der zweiten Klasse teil.
Rhein-Ruhr-Marathon bricht Rekord
Der 42. Rhein-Ruhr-Marathon verzeichnete mit knapp 8.000 Meldungen ebenfalls ein Rekordergebnis. "Nicht nur Vereinssport, sondern generell sportlich aktiv zu sein, liegt im Trend", so Joachim Gossow. Dieser Entwicklung wolle man im neuen Jahr weiter gerecht werden.
Zwei Millionen Euro mehr für den Vereinssport
Die Gespräche über eine Fortsetzung des Pakts für den Sport ab 2027 sind bereits weit fortgeschritten. "Wir haben in diesem Jahr große Fortschritte gemacht", berichtete Gossow. Der Stadtsportbund hat der Politik seine Vorstellungen vorgelegt – darunter zwei Millionen Euro mehr für den Vereinssport. Die verbindlichen Absprachen unterschriftsreif auszuverhandeln sei nun eine Aufgabe für 2026.
Millionenförderung für Sportstätten
Bei der Sportinfrastruktur können die Vereine auf finanzielle Unterstützung hoffen. Das Land NRW hat im Rahmen des NRW-Plans insgesamt 600 Millionen Euro für Investitionen zugesagt. Hinzu kommt der Anteil an der Sportmilliarde der Bundesregierung. Christoph Gehrt-Butry erklärte: "Wir setzen uns dafür ein, dass die Mittel für Duisburg über uns an die Vereine vergeben werden. Wir haben diese Aufgabe bereits beim Programm 'Neue Sportstätten NRW' übernommen und damit gute Erfahrungen gemacht."
Generationswechsel in der Geschäftsführung
Ab Januar 2026 kommt es zu einem bedeutenden Wechsel: Peter Serfort (40) und Christoph Gehrt-Butry übernehmen gemeinsam die Geschäftsführung. Uwe Busch scheidet nach 36 Jahren an der Spitze aus. "Bevor ich über die Neubesetzung spreche, möchte ich zunächst Uwe Busch für seine herausragende und über Duisburg hinaus geschätzte Arbeit danken", würdigte Joachim Gossow den scheidenden Geschäftsführer. Peter Serfort, seit 2014 für den Stadtsportbund tätig, setzte sich im Bewerbungsverfahren durch. Der gelernte Sport- und Fitnesskaufmann sowie Gesundheitsmanager bildet mit dem erfahrenen Christoph Gehrt-Butry ein Duo aus Erfahrung und neuen Ideen.
Digitalisierung und Schutzkonzepte im Fokus
Die neuen Geschäftsführer haben klare Ziele: Der Stadtsportbund will die Digitalisierung vorantreiben und sich offensiver in den sozialen Netzwerken präsentieren. "In einer sich wandelnden Medienwelt ist es wichtig, dass der SSB mit seinen Angeboten sichtbar bleibt", so Peter Serfort. Christoph Gehrt-Butry nannte die Präventionsmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt als wichtiges Zukunftsthema: "Es werden in naher Zukunft Schutzkonzepte verlangt. Viele Vereine arbeiten bereits mit unserer Unterstützung daran." Der Stadtsportbund wurde zu Jahresbeginn in das "Qualitätsbündnis zum Schutz vor sexualisierter & interpersoneller Gewalt im Sport" aufgenommen.
Uwe Busch fasste den Ausblick zusammen: "Dass immer mehr Menschen, darunter auch viele Kinder, den Sport für sich entdecken, ist sehr positiv. Die Aufgabe wird sein, dass sie auf Sportplätzen und in Sporthallen trainieren können, die auf der Höhe der Zeit sind."