
Vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz hat ein Prozess begonnen, der eine Familie aus der Ukraine betrifft. Eine 60-jährige Frau muss sich wegen Totschlagsvorwurfs verantworten. Sie soll am 11. August 2025 ihre 89-jährige Mutter in der gemeinsamen Wohnung in Hochfeld getötet haben.
Anklage: Mutter im Bett erstickt
Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, ihrer pflegebedürftigen Mutter die Luft abgedrückt zu haben, während diese im Bett lag. Die Seniorin erstickte. Besonders belastend für die Anklage: Am Körper der 89-Jährigen fanden sich mehrere Blutergüsse und zwei Rippenbrüche. Die Ermittler gehen davon aus, dass es vor dem Tod einen Kampf zwischen Mutter und Tochter gegeben haben muss.
Angeklagte bestreitet die Tat
Die aus der Ukraine stammende Frau weist die Vorwürfe zurück. Sie war 2022 vor dem Krieg in ihrer Heimat nach Deutschland geflohen. Ihre Mutter sollte ursprünglich nur den Winter 2023/24 bei ihr in Duisburg verbringen. Doch die Rückreise in die Ukraine wurde unmöglich: Die alte Dame litt unter schweren gesundheitlichen Problemen. Sie hatte Herz- und Lungenbeschwerden, konnte nicht mehr laufen und entwickelte eine rasch fortschreitende Demenz. Die 60-Jährige pflegte ihre Mutter die ganze Zeit über allein.
Verteidigung spricht von Erstickungsanfall
Die Angeklagte schildert den Tag des Todes anders: Ihre Mutter habe einen Erstickungsanfall erlitten. Sie habe verzweifelt versucht, die durch Speisereste blockierten Atemwege mit bloßen Fingern freizumachen. Anschließend habe sie eine Herzmassage durchgeführt.
Das Gericht hat bis Ende Januar drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Dann muss geklärt werden, ob die 60-Jährige ihre pflegebedürftige Mutter tatsächlich tötete – oder ob sie verzweifelt versuchte, ihr das Leben zu retten.