
Im Duisburger Tierheim spitzt sich die Lage zu. Nach Angaben von Tierheimleiter Lutz Kaczmarsch sind bereits drei Katzen gestorben, weitere Tiere zeigen Symptome. Der Verdacht auf das Parvovirus hat sich damit deutlich erhärtet, auch wenn der endgültige Labornachweis noch aussteht. Die toten Tiere sollen in Krefeld untersucht werden, mit einem Ergebnis rechnet das Tierheim erst in zehn bis 14 Tagen. Bis dahin gilt für die Mitarbeiter der schlimmstmögliche Fall als Arbeitsgrundlage. Das bedeutet: maximale Vorsicht in einem ohnehin stark belasteten Alltag.
Tierheim in Kaßlerfeld ist stark überbelegt
Die Situation ist auch deshalb so heikel, weil das Tierheim in Duisburg nach eigenen Angaben komplett überfüllt ist. Aktuell leben dort 185 Katzen, obwohl eigentlich nur Platz für 110 Tiere vorgesehen ist. Besonders problematisch ist laut Tierheim, dass die Verdachtsfälle nicht überall gleich verteilt sind. Im Katzenhaus mit 15 Tieren gebe es bislang keine Fälle, anders sehe es bei den rund 170 Katzen in Käfigbereichen aus. Dort gibt es in vier von sechs Bereichen Verdachtsfälle. Tierheimleiter Lutz Kaczmarsch beschreibt die bauliche Situation in der WAZ als große Belastung, weil wichtige Hygienemaßnahmen und eine konsequente Trennung betroffener Tiere kaum möglich seien.
Warum der Aufnahmestopp jetzt auch Hunde betrifft
Der Aufnahmestopp gilt inzwischen nicht mehr nur für Katzen. Weil noch unklar ist, um welchen Stamm des Parvovirus es sich handelt, prüft das Tierheim auch bei Hunden sehr genau, ob eine Aufnahme möglich ist. Vor allem Hundewelpen sollen laut Kaczmarsch auf keinen Fall aufgenommen werden, weil sie besonders gefährdet seien. Vermittlungen von Hunden sind nach aktuellem Stand weiter möglich, weil Hunde- und Katzenbereiche getrennt sind und von unterschiedlichen Mitarbeitern betreut werden. Neue Halter werden aber über die Lage im Tierheim informiert. Katzen dürfen vorerst grundsätzlich nicht vermittelt werden - Ausnahmen gibt es nur für einzelne Tiere, die kurz vor dem Auszug standen und deren neue Familien schriftlich zustimmen.
Mitarbeiter im Duisburger Tierheim kämpfen täglich
Für die Beschäftigten ist die Lage im Tierheim nach Aussage des Leiters extrem belastend. Die Mitarbeiter versorgen die Tiere, beobachten neue Symptome und fahren derzeit täglich zur Tierklinik. Nach Schilderung von Lutz Kaczmarsch könne sich der Zustand einzelner Katzen innerhalb weniger Stunden drastisch verschlechtern. Hinzu kommt die Sorge, das Virus trotz Schutzmaßnahmen zwischen den Bereichen weiterzutragen. Das Team arbeitet deshalb unter erschwerten Bedingungen mit Einweganzügen und festen Abläufen. Gleichzeitig zeigt der Fall erneut, wie dringend das Duisburger Tierheim bessere räumliche Bedingungen braucht.