
Auf dem Abenteuerspielplatz Tempoli in Duisburg-Hochheide sollte eigentlich längst der Bagger rollen. Doch der Abriss des alten Hauptgebäudes verzögert sich weiter. Laut den Wirtschaftsbetrieben Duisburg (WBD) muss das Gebäude zunächst vollständig von allen Versorgungsleitungen – also Strom, Wasser und Gas – getrennt werden. Diese Arbeiten sind aktuell noch nicht abgeschlossen. Erst danach kann der Rückbau starten, zunächst im Inneren des Gebäudes. Das bedeutet: In den kommenden Wochen wird von außen noch nichts zu sehen sein. Das alte Haus aus den 1970er-Jahren ist stark beschädigt und entspricht weder den heutigen Brandschutz-Vorgaben noch den Anforderungen an Barrierefreiheit.
Vom Beschluss bis zur Verzögerung
Bereits 2020 hatte die Stadt Fördermittel beim Bund beantragt, ein Jahr später folgte der Ratsbeschluss zum Neubau. Das ursprüngliche Ziel, bis Ende 2025 fertig zu werden, konnte aufgrund verschiedener Schwierigkeiten allerdings nicht halten.
Gründe für die Verzögerungen
Die Wirtschaftsbetriebe nennen mehrere Ursachen für die Verzögerungen: gestiegene Baukosten, finanzielle Unsicherheiten infolge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs, zusätzlich notwendige Abstimmungen zum Modulbau und zur Finanzierung. Auch wechselnde Zuständigkeiten verzögerten das Projekt – es wanderte vom städtischen Immobilienmanagement über die Gebag zu den Wirtschaftsbetrieben Duisburg.
Neues Jugendzentrum soll Anfang 2027 eröffnen
Die WBD peilen nun einen neuen Zeitplan an: Sobald der Bau aus den 1970er Jahren abgerissen ist, soll mit dem Bau des neuen Jugendzentrums begonnen werden. Wenn alles nach Plan läuft, soll das Gebäude noch in diesem Jahr fertiggestellt werden und Anfang 2027 in Betrieb gehen.
Die Kosten liegen bei rund 1,75 Millionen Euro, gut drei Viertel davon übernimmt der Bund. Der endgültige Zuwendungsbescheid liegt bereits vor. In der Zwischenzeit nutzt das Tempoli-Team eine provisorische Containeranlage, die bis ins erste Quartal 2027 bestehen bleibt.
Außengelände: Neue Ideen, aber kein konkreter Plan
Neben dem Neubau steht auch die Erneuerung des Außengeländes auf der Agenda – mit neuen Spielgeräten, einer Skateanlage, modernen Tierställen und erweiterten Sportflächen. Rund 3,4 Millionen Euro waren dafür eingeplant.
Konkrete Planungen gibt es jedoch noch nicht: Ein Förderantrag muss erst noch gestellt werden. Solange keine Zusage vorliegt, wird auch kein Planungsbüro beauftragt. Im Gespräch sind weiterhin Ideen wie ein großes Klettergerüst aus Naturmaterialien, neue Schaukeln, eine modernisierte Seilbahn, ein erweiterter Reitbereich und ein Naturlehrpfad.
Neue Regel ärgert Familien
Das Tempoli-Team hat auf ihren Social Media Plattformen außerdem eine neue Regelung bekannt gegeben: Der Spielplatz ist derzeit nur noch für Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren geöffnet. Begründet wird das einerseits mit konzeptionellen Gründen, andererseits mit dem eingeschränkten Platzangebot durch die anstehenden Abrissarbeiten. Gerade Familien mit mehreren Kindern zeigen sich über diese Einschränkung verärgert.
Tempoli bleibt weiterhin geöffnet
Trotz der Umstände bleibt der Abenteuerspielplatz während der gesamten Bauphase für Kinder geöffnet. Die pädagogische Betreuung läuft weiter, ebenso der Betrieb im Tierbereich.
Wann das gesamte Projekt endgültig abgeschlossen sein wird, ist noch offen. Sicher ist: Erst nach Fertigstellung des neuen Jugendzentrums folgt der Ausbau des Außengeländes – sofern die beantragten Fördermittel bewilligt werden.

