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Luftbild von Huckingen.
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Luftbild von Huckingen.
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Streit zwischen Jugendlichen und Anwohnern in Duisburg-Huckingen

In der Siedlung „Am alten Angerbach“ in Huckingen kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Jugendlichen und Anwohnern. Beschwerden über Lärm, Polizeieinsätze und gegenseitige Vorwürfe sorgen für Spannungen. Radio Duisburg hat sich vor Ort umgehört und wurde dabei selbst Zeuge eines Polizeieinsatzes.

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Ein paar Bänke, Tische und Grünflächen mitten in einer Wohnsiedlung: In der Siedlung „Am alten Angerbach“ in Duisburg-Huckingen treffen sich regelmäßig Jugendliche, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Besonders eine größere Sitzecke ist bei ihnen beliebt. Doch nicht alle Anwohner sind von den Treffen begeistert. Immer wieder gibt es Beschwerden über Ruhestörungen. Auch die Polizei wird regelmäßig verständigt.

Radio Duisburg hat sich am 23. September selbst ein Bild von der Situation gemacht und mit Jugendlichen sowie Anwohnern gesprochen. Bei unserem Besuch saßen etwa sechs bis sieben Jugendliche an der größeren Sitzecke. Sie unterhielten sich, tranken etwas und beschäftigten sich mit ihren Handys. Auffälligen Lärm konnten wir dabei nicht feststellen. Schon aus wenigen Metern Entfernung waren die Gespräche kaum noch zu hören.

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Jugendliche wünschen sich Gespräche statt Polizeieinsätze

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Die Jugendlichen berichten uns, dass es an ihrem Treffpunkt immer wieder Ärger mit einzelnen Anwohnern gebe. Teilweise sei bereits die Polizei gerufen worden, obwohl sie nach eigener Aussage keinen Lärm verursacht hätten. Auch Platzverweise habe es mehrfach gegeben. Besonders störend finden die Jugendlichen nach eigenen Angaben den Umgang einiger Anwohner mit ihnen. Sie wünschen sich, dass zunächst das persönliche Gespräch gesucht wird, bevor jemand die Polizei verständigt. Dabei gehe es ihnen auch um einen respektvollen Umgangston. Mehrere Jugendliche berichten, dass einzelne Anwohner bei solchen Gesprächen laut und beleidigend geworden seien. Unabhängig überprüfen konnten wir diese Schilderungen nicht. Für die Jugendlichen ist die Sitzecke vor allem ein Ort, an dem sie sich mit ihren Freunden treffen können. Andere geeignete Treffpunkte gebe es aus ihrer Sicht kaum.

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Nicht alle Anwohner fühlen sich gestört

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Bei unseren Gesprächen vor Ort zeigt sich allerdings auch, dass die Situation unter den Anwohnern unterschiedlich wahrgenommen wird. Ein Anwohner, der nach eigener Aussage täglich mit seinem Hund an der Sitzecke vorbeiläuft, berichtet beispielsweise, dass die Jugendlichen ihm und seinem Hund gegenüber stets freundlich seien. Gestört fühle er sich durch sie nicht. Allerdings sei ihm aufgefallen, dass der Bereich rund um die Sitzgelegenheiten im vergangenen Jahr deutlich stärker vermüllt worden sei. Ein anderer Anwohner sieht die Treffen kritischer. Er berichtet von störendem Lärm und Cannabisgeruch. Grundsätzlich habe er nichts dagegen, dass sich die Jugendlichen mit ihren Freunden treffen. Aus seiner Sicht müsse das aber nicht immer an derselben Stelle geschehen. Während unseres Besuchs kommt dieser Anwohner auch direkt mit den Jugendlichen ins Gespräch. Dabei werden die unterschiedlichen Standpunkte deutlich. Die Diskussion wird zeitweise etwas hitziger, bleibt aber sachlich. Beide Seiten können ihre Sicht der Dinge schildern.

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Während unseres Besuchs kommt die Polizei

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Dass der Konflikt nicht immer diskursiv ist, zeigt sich noch am selben Abend. Während wir in der Siedlung unterwegs sind, fährt ein Polizeiwagen zu einem der Wohnhäuser. Zwei Beamte sprechen dort mit einem Anwohner. Auf Nachfrage von Radio Duisburg möchte sich der Mann nicht zu dem Vorfall äußern. Im Anschluss berichten uns Jugendliche, dass ein Anwohner sie zuvor von seinem Balkon aus mit dem Handy gefilmt habe. Sie hätten ihn darauf angesprochen und darum gebeten, das Filmen zu unterlassen. Daraufhin sei es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen. Nach Darstellung der Jugendlichen soll der Anwohner dabei laut geworden sein. Außerdem berichten sie, dass sie sich gegenüber der Polizei abfällig über den Mann geäußert hätten.

Radio Duisburg konnte vor Ort selbst hören, wie der Anwohner gegenüber den Beamten von aktuellen Videoaufnahmen sprach und angab, auch älteres Videomaterial zu besitzen. Ob und unter welchen Umständen die Aufnahmen entstanden sind, ist nicht abschließend geklärt.

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Polizei bestätigt zwei Anzeigen wegen Beleidigung

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Auf Nachfrage von Radio Duisburg bestätigt die Polizei Duisburg einen Einsatz am 23. September um 19:13 Uhr. Ein Anwohner hatte die Beamten verständigt, weil er nach eigenen Angaben zwei Personen wiedererkannt hatte, die im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Beleidigung vom Vortag stehen sollten. Der Mann hatte deshalb die Polizei gerufen, damit die Personalien der Betroffenen festgestellt werden konnten. Die Beamten trafen vor Ort auf einen 15-Jährigen und einen 16-Jährigen. Gegen beide wurde eine Anzeige wegen Beleidigung aufgenommen.

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91 Polizeieinsätze seit Jahresbeginn

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Dass die Situation in der Siedlung die Polizei beschäftigt, zeigen auch die Einsatzzahlen. Zwischen dem 1. Januar und dem 22. September 2026 war die Polizei nach eigenen Angaben insgesamt 91 Mal an der Margarete-Füßer-Straße im Einsatz. Allerdings handelte es sich bei ungefähr der Hälfte dieser Einsätze um eigenständig veranlasste Aufklärungs- oder Präsenzeinsätze der Beamten. Bei den übrigen Einsätzen ging es neben Ruhestörungen unter anderem um verdächtige Personen oder Fahrzeuge, randalierende Personen sowie den Einsatz von Pyrotechnik. Nach Angaben der Polizei gingen Beschwerden von Anwohnern häufig zwischen 18 Uhr und Mitternacht ein. Oft hätten sich die betroffenen Personen bereits vor dem Eintreffen der Beamten entfernt, sodass keine weiteren Maßnahmen möglich gewesen seien. Wenn Personen angetroffen wurden, seien auch Platzverweise ausgesprochen worden.

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Eine Sitzgelegenheit in der Siedlung "Am Alten Angerbach" in Huckingen.
© Kerstin Bögeholz / FUNKE Foto Services
Eine Sitzgelegenheit in der Siedlung "Am Alten Angerbach" in Huckingen.
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Wie geht es in der Siedlung weiter?

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Die Polizei Duisburg erklärt, dass sie den Bereich auch künftig im Blick behalten wird. Dazu sollen sowohl uniformierte Streifenbeamte und der Bezirksdienst als auch zivile Kräfte Präsenz zeigen. Zugleich verweist die Polizei auf die unterschiedlichen Zuständigkeiten: Während sie für die Verhütung von Straftaten zuständig ist, fallen Ordnungsangelegenheiten in den Verantwortungsbereich der Stadt Duisburg. Eine konkrete Maßnahme zur langfristigen Schlichtung des Konflikts nennt die Polizei in ihrer Stellungnahme nicht.

Bei unserem Besuch wurde vor allem eines deutlich: Während sich einige Anwohner durch die Treffen gestört fühlen, sehen andere darin kein Problem. Die Jugendlichen wiederum wünschen sich einen Ort, an dem sie ungestört mit ihren Freunden zusammenkommen können – und vor allem mehr direkte Gespräche statt wiederholter Polizeieinsätze. Ob sich die unterschiedlichen Interessen in der Siedlung künftig besser miteinander vereinbaren lassen, ist bislang offen.

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