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Sperrung am Duisburger Hauptbahnhof - Pendler genervt
© Radio Duisburg
Auch die Haltestelle für den Schienenersatzverkehr wird aktuell umgebaut
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Sperrung am Duisburger Hauptbahnhof - Pendler genervt

Rund einen Monat lang ist die Bahnstrecke zwischen Duisburg und Oberhausen/Essen gesperrt. Das betrifft vor allem viele Pendler aus unserem Stadtgebiet. Wir haben nachgeschaut, ob der Schienenersatzverkehr funktioniert und wie die Stimmung bei den Betroffenen ist.

Veröffentlicht: Montag, 12.01.2026 09:18

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An einem Montagmorgen ist im Duisburger Bahnhof normalerweise Hochbetrieb. Dieses Mal sieht es etwas anders aus: Am Haupteingang herrscht gähnende Leere. In den Geschäften, wo Morgens sonst die Kaffeemaschine heiß läuft, holt sich dieses Mal kaum einer noch schnell einen Cappuccino To Go. Das große Gewusel herrscht draußen am Osteingang bei der Bushaltestelle.

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Haltestelle für SEV verlegt

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Als wäre die Streckensperrung nicht genug, kommt zum normalen SEV-Chaos noch dazu: Wer der lila Markierung am Boden in Richtung Ersatzverkehr folgt, steht plötzlich vor einem Bauzaun. Denn auch an der normalen Bushaltestelle wird gearbeitet. Deswegen fahren die Busse jetzt an der Neudorfer Straße gegenüber vom Kino ab. Zur Orientierung stehen im Bahnhof sechs Mitarbeiter in lila Warnwesten für die Reisenden bereit und zeigen den Weg. Am Ausgang zum SEV steht zusätzlich ein Hinweisschild mit Wegbeschreibung.

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Busse sollen im 10 Minuten-Takt abfahren

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Eigentlich sollen alle 10 Minuten die Busse in Richtung Essen und Oberhausen fahren. Trotzdem kann man auch Pech haben, wie beispielsweise Michael aus Oberhausen.

"Eigentlich wurde versprochen, dass alle 10 Minuten ein Bus kommt. Ich habe eine halbe Stunde gewartet und mir einen abgefroren, aber es kam nichts."

Eine halbe Stunde länger ist aber eher die Ausnahme als die Regel. Das sagt Zakaria, einer der Mitarbeiter in den lila Westen.

"Es kann sein, dass die Busse etwas später kommen, wegen Verspätungen oder Stau auf den Straßen. Aber eigentlich kommt immer zwischen 10 und 15 Minuten ein Bus."

Tatsächlich scheint der SEV auch gut zu funktionieren. Alle paar Minuten kommt ein Bus und sammelt wartende Pendler ein. Die Stimmung ist natürlich trotzdem angeschlagen. Viele können sich besseres vorstellen, als montagmorgens im Regen auf den Schienenersatzverkehr zu warten, der auch noch deutlich länger braucht. Das allgemeine Fazit: "Ist halt so – Was will man machen"?

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Sperrung wegen Arbeiten auf der Autobahn

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Seit dem 9. Januar, 21 Uhr, ist die Strecke gesperrt. Pendler brauchen auch noch weiterhin Geduld. Bis zum 6. Februar geht die Sperrung planmäßig noch. Grund dafür sind Arbeiten der Autobahn GmbH im Kreuz Kaiserberg. Die Strecke zwischen Duisburg und Essen gehört zu den wichtigsten Bahnverbindungen in Nordrhein-Westfalen. Die Auswirkungen der Sperrung reichen deshalb bis nach Köln und Bochum. ICE-Züge aus Berlin enden während der Bauzeit schon in Essen und fahren nicht weiter ins Rheinland. Wer mit dem ICE nach Hamburg unterwegs ist, muss sich ebenfalls auf längere Fahrzeiten einstellen: Die Züge werden ab Köln über Wuppertal umgeleitet und umfahren das mittlere Ruhrgebiet. Reisende aus Duisburg, Essen oder Bochum müssen zunächst mit Bussen oder Regionalzügen nach Dortmund oder Münster fahren, um dort in den ICE umzusteigen. Auch Verbindungen in Richtung Frankfurt, München oder Karlsruhe nehmen Umwege. Ab Dortmund, Düsseldorf oder Köln soll der Verkehr aber weitgehend normal laufen.

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Vor allem Regionalverkehr betroffen

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Die Linien RE1, RE6 und RE11 des Rhein-Ruhr-Express fahren nicht bis Duisburg, sondern werden nach Oberhausen umgeleitet und enden dort. Bahnfahrende müssen auf dieser Strecke Ersatzbusse nehmen, die fahren zwischen Essen, Mülheim und Duisburg fahren im Zehn-Minuten-Takt. Auf der Linie RE2 fallen die Züge zwischen Essen und Düsseldorf komplett aus. RE42 und RB33 fahren nicht zwischen Essen und Duisburg. Auch die S1 ist betroffen: Zwischen Duisburg Hauptbahnhof und Mülheim-Styrum geht ohne Bus nichts.

Zwischen Duisburg und Oberhausen fahren für die Linien RE19RB32 und RB35 ebenfalls nur Ersatzbusse. Der RE3 fällt sogar ganz zwischen Oberhausen und Düsseldorf aus. Die Linie RE5 wird umgeleitet und hält deshalb nicht am Düsseldorf Flughafen und in Düsseldorf-Benrath.

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Bahn empfiehlt frühzeitige Reiseplanung

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Die Deutsche Bahn empfiehlt allen Reisenden, ihre Verbindung vorab in der Online-Auskunft oder in der Bahn-App zu prüfen. Dort sind alle Änderungen eingepflegt. Die Bahn betont außerdem, nicht selbst für die Sperrung verantwortlich zu sein. Die Autobahn GmbH habe die Sperrung der Gleise im Kreuz Kaiserberg beantragt. Den Zeitraum wolle man deshalb für eigene Arbeiten an der Strecke nutzen, etwa an der Eisenbahnbrücke über den Ruhrkanal und an den Oberleitungen in Mülheim.

Wer im Januar mit der Bahn unterwegs ist, sollte also mehr Zeit einplanen und sich am besten vorher genau informieren.

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