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Salzgitter AG plant HKM-Übernahme
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Salzgitter AG plant HKM-Übernahme

Die Salzgitter AG und thyssenkrupp Steel haben sich nach intensiven Verhandlungen auf eine Zukunft für das Hüttenwerk Krupp Mannesmann (HKM) geeinigt. Ab Juni 2026 soll die Salzgitter AG das Duisburger Stahlwerk allein weiterführen. Welche Auswirkungen dies mit sich bringt.

Veröffentlicht: Freitag, 06.02.2026 13:53

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Nach wochenlangen Warnstreiks kommt jetzt Bewegung in die Verhandlungen über die Zukunft des Stahlwerks HKM. thyssenkrupp Steel plant seine HKM-Gesellschaftsanteile zum 1. Juni 2026 an die Salzgitter AG zu verkaufen. Die Vereinbarung wurde unter Vermittlung des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ausgehandelt. Über die finanziellen Details der Entflechtung haben beide Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

Die Brammenbelieferung an thyssenkrupp Steel endet bereits Ende 2028 – vier Jahre früher als die bisherige Planung bis 2032 vorsah.

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Mehrere Hürden müssen noch genommen werden

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Die Umsetzung steht unter mehreren Vorbehalten. Die relevanten Gremien beider Unternehmen müssen der Vereinbarung noch zustimmen. Zudem hat die Salzgitter AG ein Fortführungsgutachten in Auftrag gegeben, das positiv ausfallen muss.

Eine weitere Bedingung: Auch der dritte Eigentümer, die französische Vallourec S.A., muss dem Verkauf seiner Anteile an die Salzgitter AG zustimmen.

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Salzgitter-Chef: "Vereinbarung gibt positive Perspektive"

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Salzgitter-Chef Gunnar Groebler sieht in der Einigung einen wichtigen Schritt: "Diese Vereinbarung schafft Klarheit für alle Beteiligten und gibt den Mitarbeitenden von HKM eine positive Perspektive." Das Hüttenwerk soll künftig Teil des Transformationsprozesses hin zur CO2-armen Stahlerzeugung im Salzgitter-Konzern werden, allerdings in verkleinertem Umfang.

Marie Jaroni, Chefin von thyssenkrupp Steel, bezeichnet die Einigung als "wichtigen Meilenstein zur weiteren Umsetzung unseres industriellen Konzepts". Man habe eine faire und tragfähige Lösung für alle Beteiligten gefunden und komme damit der Verantwortung sowohl für thyssenkrupp Steel als auch für die HKM-Beschäftigten nach.

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IG Metall begrüßt Einigung zur Zukunft von HKM in Duisburg

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Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW, zeigt sich erleichtert über die Einigung. "Die Fortführung von HKM ist ein gutes Signal für den Stahlstandort NRW", erklärt er. Gleichzeitig macht er deutlich, dass trotz der positiven Nachricht schwierige Zeiten bevorstehen. Die Einigung sichere jedoch industrielle Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen und erhalte wichtige Wertschöpfungsketten in der Region und darüber hinaus.

Giesler lobt ausdrücklich die Gesellschafter, die ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten gerecht geworden seien. Besonderen Dank richtet er an Roland Koch und die Landesregierungen für ihre Vermittlungsarbeit.

"Mit der Einigung der Gesellschafter fällt uns allen ein großer Stein vom Herzen", sagt Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Duisburg-Dinslaken. Die Entscheidung bedeute, dass Duisburg der größte Stahlstandort Europas bleibe. Dies sei ein positives Signal für die Belegschaft, die Region und die gesamte deutsche Stahlindustrie.

Kaus würdigt besonders den Einsatz der Beschäftigten, der Betriebsräte und Gewerkschaftsaktiven, die in den angespannten Monaten der Verhandlungen Geschlossenheit gezeigt hätten.

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