
Die Salvatorkirche in der Duisburger Innenstadt soll künftig mit Fernwärme beheizt werden. Damit endet dort die Wärmeversorgung über eine Gaszentralheizung. Nach Angaben der Beteiligten arbeiten die Fernwärme Duisburg, die evangelische Kirchengemeinde Alt-Duisburg und die Stadt Duisburg bei dem Projekt zusammen. Die Kirche gilt als eines der wichtigsten spätgotischen Bauwerke am Niederrhein. Gerade bei historischen Gebäuden sind energetische Modernisierungen oft schwierig, weil Eingriffe an Fassade und Bausubstanz nur sehr begrenzt möglich sind. Genau deshalb gilt das Projekt als besonderes Beispiel für die Wärmewende in Duisburg.
Denkmalschutz in der Innenstadt stellt hohe Anforderungen
Die größte Herausforderung lag laut Projektbeteiligten im Umgang mit dem Denkmalschutz. Üblicherweise braucht ein Fernwärmeanschluss eine neue Hauseinführung oder ein kleines Anschlussbauwerk. Beides kam bei der Salvatorkirche nach Angaben der Beteiligten nicht infrage. Deshalb wurde eine individuelle Lösung entwickelt: Die bestehende Hauseinführung des früheren Gasanschlusses soll künftig auch für die Fernwärmeleitungen genutzt werden. So bleibt die historische Fassade der Kirche erhalten.
Bauarbeiten laufen seit Juni in Alt-Duisburg
Die Planungen für den Anschluss begannen im Dezember 2024. Mitte Juni 2026 starteten dann die Bauarbeiten. Parallel zum Rückbau des bisherigen Gasanschlusses laufen im Gebäude vorbereitende Arbeiten für die Fernwärme-Übergabestation. Die Anschlussleistung soll 400 Kilowatt betragen. Für Besucherinnen und Besucher der Kirche soll sich dabei im Alltag kaum etwas ändern, weil die bestehende Wärmeverteilung im Gebäude erhalten bleibt. Pfarrer Martin Winterberg, Pfarrer an der Salvatorkirche und Vorsitzender des Presbyteriums, erklärt:
„Mit dem Umstieg können wir unsere Kirche trotzdem weiter wie gewohnt auch in den kalten Monaten nutzen.“
Fernwärme gilt in Duisburg als wichtige Option
Nach Darstellung der Projektpartner eignet sich Fernwärme besonders für Gebäude, bei denen andere Lösungen an Grenzen stoßen. Das gilt etwa für dicht bebaute Innenstädte, denkmalgeschützte Häuser oder Gebäude ohne Platz für Außengeräte. Bestehende Heizkörper können häufig weiter genutzt werden, weil Fernwärme die nötigen Vorlauftemperaturen direkt liefert. Die Fernwärme Duisburg setzt nach eigenen Angaben bereits heute auf einen Energiemix aus Erdgas, industrieller Abwärme, Biomasse und Großwärmepumpen. Außerdem soll die Wärmeerzeugung bis 2035 vollständig CO₂-neutral werden.
Salvatorkirche steht beispielhaft für viele Altbauten
Der Anschluss der Salvatorkirche ist damit mehr als nur ein technischer Heizungstausch. Das Projekt steht beispielhaft für viele ältere Bestandsgebäude in Duisburg, die nur eingeschränkt saniert werden können. Gerade dort ist die Frage wichtig, wie fossile Energieträger ersetzt werden können, ohne das Gebäude stark umzubauen. Die Salvatorkirche ist als Wahrzeichen der Stadt dafür ein besonders sichtbares Beispiel. Radio Duisburg hat bereits mehrfach über die besondere Geschichte der Kirche berichtet, unter anderem über die fehlende Turmspitze und ihre Bedeutung als Mahnmal.