
Salpetersäure läuft aus umgekipptem Lastwagen
In der Nacht ist auf der A57 bei Krefeld ein Lastwagen umgekippt. Er war mit Salpetersäure beladen. Der Unfall passierte nach Angaben der Behörden im Bereich der Auffahrt Krefeld-Zentrum. Die stark ätzende Säure tritt aus dem Fahrzeug aus, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Fahrer wurde dabei verletzt und wird im Krankenhaus behandelt. Rund 150 Einsatzkräfte pumpen die Säure ab und dichten das Leck ab. Auch spezialisierte Gefahrguteinheiten der Feuerwehr sind vor Ort.
Warnstufe Rot: Stadt ruft zu geschlossenen Räumen auf
Die Behörden warnen über die Warn-App Nina vor einer „extremen Gefahr". Das ist die höchste Warnstufe. Die Stadt Krefeld schrieb auf ihrer Internetseite: „Wenn Sie sich im betroffenen Bereich befinden, begeben Sie sich sofort in geschlossene Räume." Fenster und Türen sollen geschlossen bleiben, Lüftungs- und Klimaanlagen abgeschaltet werden. In der Nacht lösten in der gesamten Stadt die Sirenen aus. Vier Schulen und zwei Kitas bleiben den ganzen Tag geschlossen. Betroffen sind unter anderem die Franz-Stollwerck-Schule und die Gesamtschule Uerdingen.
Zugausfälle und Sperrungen treffen Pendler aus Duisburg
Die Unfallstelle ist im Umkreis von 1.000 Metern abgesperrt. Die A57 ist zwischen Krefeld-Oppum und Krefeld-Gartenstadt komplett gesperrt, auf den Umleitungsstrecken stehen lange Staus. Auch Bahnfahrer aus Duisburg spüren die Folgen. Die Bahn meldet Einschränkungen und Zugausfälle unter anderem auf dem RE 42 (Mönchengladbach-Duisburg-Münster), der RB 33 (Aachen-Essen) und der RB 35 (Gelsenkirchen-Mönchengladbach). Die Bahn empfiehlt: „Bitte achten Sie vermehrt auf die Informationen vor Ort und prüfen Sie den Zuglauf in der Onlinereiseauskunft."
Warum Salpetersäure so gefährlich ist
Salpetersäure gehört zu den wichtigsten Grundchemikalien der Industrie. Sie steckt vor allem in Düngemitteln und Sprengstoffen. Wird die stark ätzende Säure unkontrolliert freigesetzt, drohen erhebliche Gesundheitsgefahren. Sie kann Haut, Augen und Atemwege stark verätzen. Bei einem Gefahrgutunfall können relativ leicht gefährliche Gase entstehen. Deshalb arbeiten die Einsatzkräfte mit Schutzausrüstung.