Omikron: So zuverlässig sind die Antigen-Schnelltests für zuhause

In den vergangenen Tagen wurde die Präzision von Antigen-Schnelltests in Frage gestellt, da sie offenbar nicht oder nur gering auf die Omikron-Variante anschlagen. Das Paul-Ehrlich-Institut hat sich über 200 verschiedene Schnelltests angeschaut und sie ausgewertet.

Antigentests stehen gerade im Fokus der Aufmerksamkeit. Das sind die Schnell- und Selbsttests für zu Hause. Viele haben sich gefragt: Wie zuverlässig sind diese Antigentests, sodass sie auch die Omikron Variante erkennen können? Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat über 250 Tests untersucht und ist auf das Ergebnis gekommen: Circa 80 Prozent der Tests erkennen die Omikron-Variante. PEI-Leiter Klaus Cichutek hat sich gegenüber dem "ZDF" wie folgt geäußert: "Wir haben über 250 Tests inzwischen evaluiert, vergleichend evaluiert und dabei festgestellt, dass mindestens 80 Prozent all der Tests die wir auf dem Markt haben tatsächlich das höhere Level schaffen."

Wie einzelne Tests abschneiden, könnt ihr sehen, wenn ihr auf diesen Link klickt

Die Sensititvität der Antigen-Schnelltests

Bei der Zuverlässigkeit von Corona-Tests sind zwei Werte wichtig. Der eine ist die Sensitivität, der andere die Spezifität. Einfach formuliert sagt die Sensitivität, wie zuverlässig ein Test eine Infektion erkennt. Die Spezifität gibt an, wie viele Nicht-Infizierte auch wirklich ein korrektes, negatives Ergebnis erhalten also, dass Gesunde auch als Gesunde erkannt werden. Es sind ja wahnsinnig viele Tests auf dem Markt und da gibt es schon Unterschiede in Sachen Feintuning.

Ein Beispiel: Wir haben uns auf der Tabelle vom Paul-Ehrlich-Institut mal die Werte von dem Test angeschaut, von dem wir ein paar Exemplare aus dem Drogeriemarkt haben. Dieser Test weist eine sehr hohe Zuverlässigkeit aus, bei sehr hoher Viruslast. Bedeutet: Wenn man vor Corona-Viren nur so strotzt, dann findet der Test das zu 100 Prozent heraus. Eine Stufe weniger - bei einer hohen Viruslast - sind wir nur noch bei 48 Prozent, bei einer niedrigen Viruslast findet der Test gar nichts mehr und landet bei 0 %. Das ergibt eine Gesamtsensitivität von 56 Prozent.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ein negativer Selbsttest nicht zwangsläufig bedeutet, dass man nicht infiziert ist, es kann auch sein, dass man im Moment des Test einfach nur zu wenig Viren in sich trägt, als dass die erkannt werden könnten. Das Paul-Ehrlich-Institut weist aber auch darauf hin, dass die Antigentests auch nur dafür entwickelt wurden, Menschen mit sehr hoher Viruslast schnell und einfach zu identifizieren.

Autoren: Timo Schnitzer und Joachim Schultheis

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