
Duisburg: OB-Karl-Lehr-Brückenzug wird in Endposition verschoben
In Ruhrort hat am OB-Karl-Lehr-Brückenzug ein zentraler Bauabschnitt begonnen: Die neue Ruhrbrücke wird in ihre endgültige Position verschoben. Für die zentrale Nord-Süd-Verbindung und Hafenanbindung ist das ein bedeutender Meilenstein. Die Details zu den Arbeiten.
Veröffentlicht: Freitag, 24.04.2026 09:44
Der OB-Karl-Lehr-Brückenzug wird in ihre finale Position verschoben. Das 6.200 Tonnen schwere Bauwerk wird im Querverschubverfahren exakt 34,373 Meter von West nach Ost bewegt. Die neue Ruhrbrücke mit einer Stützweite von 182,20 Metern wird mittels Hydraulikpressen und Verschubschlitten auf Verschubbahnen Schritt für Schritt verschoben. Die Geschwindigkeit beträgt rund vier Meter pro Stunde. Arthur Brakowski, Projektleiter bei den Wirtschaftsbetrieben Duisburg, erklärt: „In einer Stunde soll die Brücke rund 4 Meter verschoben werden." Am Ende muss das Bauwerk millimetergenau auf seiner Unterkonstruktion aufliegen. Sebastian Beck, Vorstand der Wirtschaftsbetriebe Duisburg, betont: „Der Querverschub zeigt, mit welcher Präzision und Sorgfalt dieses Projekt umgesetzt wird."
Vollsperrung bis Ende Juni – Hafenkanalbrücke folgt 2026
Der OB-Karl-Lehr-Brückenzug ist seit dem 17. April 2026 für den Individualverkehr für sieben Wochen voll gesperrt. Die Straßenbahnlinie 901 wird für circa zwölf Wochen unterbrochen. Neben dem Verschub sind umfangreiche Vor- und Nacharbeiten erforderlich, etwa der Rückbau von Fahrleitungen und Übergangskonstruktionen. Nach aktueller Planung sollen die Arbeiten am Brückenzug bis Oktober 2026 abgeschlossen sein.
Der Verschub der neuen Hafenkanalbrücke ist für das Wochenende ab dem 1. Mai 2026 geplant. Sie wiegt rund 4.250 Tonnen und hat eine Stützweite von 125 Metern. Anschließend folgt der Umbau des Kaßlerfelder Kreisverkehrs zu einer Kreuzung, voraussichtlich bis Ende 2028.
Jahrhundertprojekt mit 100 Jahren Lebensdauer
Sebastian Beck bezeichnet das Vorhaben als Jahrhundertprojekt: „Wir dimensionieren solche Brücken auf etwa 100 Jahre. Wenn man sich die alte Brücke ansieht, die hat etwas mehr als 100 Jahre gehalten." Der Querverschub ermöglicht es, die Sperrpausen auf wenige Wochen zu reduzieren. Ein kompletter Neubau hätte mehrere Jahre an derselben Stelle gedauert. Beck beruhigt: „Die höchsten Risiken haben wir schon hinter uns. Ich gehe davon aus, dass wir heute bereits so gegen 16, 17 Uhr in der Endlage uns befinden werden."

