
Die anhaltende Trockenheit wirkt sich inzwischen auch auf die Industrie in Duisburg aus. Thyssenkrupp Steel Europe hat nach eigenen Angaben die Produktion im Duisburger Werk etwas reduziert. Grund ist die sich verschärfende Niedrigwassersituation auf dem Rhein. Dadurch wird die Versorgung des Standorts mit wichtigen Rohstoffen schwieriger. Für das Werk sind vor allem Eisenerz und Kohle entscheidend. Das Unternehmen reagiert deshalb bereits mit Änderungen in der Logistik.
Schifffahrt in Duisburg nur noch eingeschränkt möglich
Nach Angaben von Thyssenkrupp Steel wurde die eigene Schubschifffahrt vorerst eingestellt. Stattdessen setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf angemietete externe Schiffe. Diese können wegen ihres geringeren Tiefgangs auch bei niedrigeren Wasserständen eingesetzt werden. Ganz ohne Folgen bleibt das aber nicht. Die Logistik wird dadurch teurer, weil mehr Aufwand nötig ist, um die Rohstoffe nach Duisburg zu bringen. Die Versorgung der Kunden sei aktuell aber weiterhin gesichert, teilt das Unternehmen mit.
Produktion bei Thyssenkrupp Steel leicht gedrosselt
Wegen der leicht eingeschränkten Rohstoffversorgung hat Thyssenkrupp Steel die Hochofenproduktion vorsorglich etwas gedrosselt. Wie stark sich das langfristig auswirkt, ist noch offen. Das Unternehmen hat dafür nach eigenen Angaben eine eigene Task Force eingerichtet. Sie soll die weitere Entwicklung beobachten und Folgen für Versorgung und Produktion bewerten. Der Rohstoffbedarf des Duisburger Werks ist hoch: Täglich werden laut Unternehmen rund 50.000 Tonnen Rohstoffe benötigt. Vor allem bei anhaltender Trockenheit könnte die Lage damit weiter angespannt bleiben.
Trockenheit verschärft die Lage am Pegel Ruhrort
Dass der niedrige Rheinpegel Folgen für Duisburg hat, ist nicht neu. Schon in den vergangenen Monaten wurde deutlich, dass Binnenschiffe bei wenig Wasser nicht mehr voll beladen fahren können. Das betrifft besonders Unternehmen, die auf große Rohstoffmengen angewiesen sind. Radio Duisburg hatte bereits berichtet, dass auch Thyssenkrupp Steel über den Rhein beliefert wird. Damals hieß es noch, dass es keine akuten Versorgungsprobleme gebe. Mit der jetzigen Entwicklung verschärft sich die Lage aber weiter.
