
Am Mittwoch, 11. März 2026, müssen sich Fahrgäste in Duisburg und am Niederrhein auf massive Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten mehrerer Verkehrsunternehmen zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht werden Busse und Bahnen in der Region stillstehen.
Welche Verkehrsunternehmen sind betroffen?
Der Streik trifft die Fahrgäste der NIAG, der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG), der Stadtwerke Krefeld (SWK) sowie der NEW mobil in Viersen und Mönchengladbach. S-Bahnen und Regionalzüge fahren hingegen nach Plan und sind vom Ausstand nicht betroffen.
Tarifverhandlungen ohne Ergebnis
Hintergrund der Arbeitsniederlegung sind festgefahrene Tarifverhandlungen für rund 30.000 Beschäftigte der kommunalen Nahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen. Die zweite Verhandlungsrunde am 3. März in Bochum endete ergebnislos. Ein konkretes Angebot der Arbeitgeber zu den Forderungen der Gewerkschaft liegt weiterhin nicht vor. Stattdessen präsentierten die Arbeitgeber einen Katalog mit geplanten Verschlechterungen – unter anderem bei der Krankengeldregelung und den Zuschlägen für Nachtarbeit. "Das wird dem Ernst der Lage nicht gerecht und erhöht das Risiko einer weiteren Eskalation", kritisiert Heinz Rech, ver.di-Verhandlungsführer in NRW.
Was fordert die Gewerkschaft?
Im Mittelpunkt der Forderungen steht eine spürbare Entlastung der Beschäftigten. ver.di verhandelt mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen über bessere Arbeitsbedingungen im Nahverkehr. Konkret fordert die Gewerkschaft:
- Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich
- Entlastungen bei den Schichtdiensten
- Höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit
Die Forderungen sind den Arbeitgebern seit November bekannt und wurden im Februar konkretisiert.
Wie geht es weiter?
Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 24. März angesetzt. Bis dahin müssen Fahrgäste mit weiteren Warnstreiks rechnen. Die DVG-Beschäftigten treffen sich am Streiktag zu einer Versammlung auf dem Betriebshof Grunewald zwischen 10 und 12 Uhr. Pendler sollten sich rechtzeitig über alternative Verkehrsmittel informieren und mehr Zeit für ihren Arbeitsweg einplanen.
Der Streik bei der DVG
Bei der DVG fahren am Mittwoch keine Busse und Bahnen. Auch der myBUS ist betroffen. Ausnahme sind die acht Nachtexpresslinien (NE) der DVG, die wieder ganztägig jede Stunde unterwegs sein werden. Die Fahrpläne und Linienwege der Nachtexpressbusse gibt es in der elektronischen Fahrplanauskunft auf der DVG-Webseite und im Downloadcenter als Fahrplan. Die aktuellen Abfahrtszeiten finden Fahrgäste in der myDVG Bus&Bahn-App und an den elektronischen Haltestellenanzeigern. Die DVG bittet die Fahrgäste dennoch, sich um Alternativen wie Fahrgemeinschaften zu bemühen oder auf S-Bahnen und Regionalzüge auszuweichen. Auch das DVG-Kundencenter am Duisburger Hauptbahnhof ist betroffen und bleibt deshalb am Mittwoch geschlossen. Der telefonische Kundenservice ist erreichbar.
Rheinbahn wird am Dienstag, 10. März, bestreikt
Bereits am Dienstag, 10. März, wird die Rheinbahn ganztägig bestreikt. Dies hat zur Folge, dass die Bahnen beziehungsweise Ersatzbusse (SEV) der Linie U79 der DVG am Dienstag nur auf Duisburger Stadtgebiet zwischen den Haltestellen „Kesselsberg“ und „Meiderich Bahnhof“ fahren.