
MSV-Kapitän Ali Hahn über das Trainingslager und ein mögliches Karriereende beim MSV
Im Trainingslager in Belek öffnet sich Alexander "Ali" Hahn den mitgereisten Reportern - und gibt private Einblicke. Der Kapitän des MSV Duisburg spricht über sein neues Leben als Vater, die Neuzugänge und seine emotionale Bindung zum Verein. Dabei wird deutlich: Der 32-jährige Innenverteidiger könnte sich vorstellen, seine Karriere beim MSV zu beenden.
Veröffentlicht: Donnerstag, 08.01.2026 16:33
"Ich kämpfe jetzt nicht nur für mich und meine Frau, sondern auch für meine Kleine", erklärt der MSV-Kapitän mit spürbarer Emotion. Seine zwei Monate alte Tochter hat den beinharten Innenverteidiger nicht etwa weicher gemacht - im Gegenteil. "Es beflügelt einen mehr", betont Hahn. Die Verantwortung als Familienvater gibt ihm zusätzliche Motivation auf dem Platz. "Ich gebe noch mehr Push und noch mehr Intensität in die Spiele rein", so der Kapitän, der damit auch für die Zukunft seiner Familie einen "Grundbaustein" legen möchte.
Trainingslager der Superlative: Perfekte Bedingungen in der Türkei
Das Luxushotel in Belek beeindruckt selbst den erfahrenen Profi. "Boah, okay, krass", war Hahns erste Reaktion beim Betreten der Anlage. Ein Buffet wie gefühlt vier Restaurants, erstklassiges Housekeeping und Trainingsplätze in Top-Zustand - die Bedingungen könnten kaum besser sein. "Hier brauchst du nicht nachdenken, hier machst du einfach nur", beschreibt der Kapitän die professionelle Umgebung. Besonders die Trainingsmöglichkeiten hebt er hervor: "Wenn man die Temperaturen in Deutschland jetzt sieht, da wäre jetzt wahrscheinlich nicht so viel und nicht so gut gegangen."
Neuzugänge fügen sich nahtlos ein
Mit Aljaz Casar und Tyger Lobinger sind zwei vielversprechende Spieler zum MSV gestoßen. "Top Jungs, beide. Sehr locker, sehr entspannt", schwärmt Hahn von seinen neuen Teamkollegen. Casar bringe vor allem "sehr, sehr starke spielerische Momente" mit und sei "technisch sehr versiert". Lobinger hingegen imponiert durch seine physische Präsenz: "Der ist so groß und so stabil, so mächtig." Mit neun Saisontoren hat der Stürmer bereits bewiesen, dass er in der dritten Liga trifft - und das nicht nur vom Elfmeterpunkt.
Realistische Ziele trotz starker Transfers
Trotz der ambitionierten Neuverpflichtungen bleibt Hahn auf dem Boden: "Wir sind immer noch Aufsteiger." Das Saisonziel von 45 Punkten hat weiterhin Bestand. Doch der Kapitän gibt zu: "Die beiden Spieler erhöhen die Wahrscheinlichkeit, diese 50-50-Spiele auf unsere Seite zu ziehen." Die Hinrunde habe gezeigt, dass der MSV in fast jedem Spiel mithalten kann - bis auf die Partien gegen Osnabrück und Hoffenheim II.
Testspiel gegen Hannover 96 als Gradmesser
Am Freitag steht mit Hannover 96 ein echter Härtetest an. "Wir gehen daran, wie immer, mit Vollgas, mit Überzeugung", kündigt Hahn an. Gegen seinen Ex-Trainer Christian Titz wird es kein lockeres Trainingsspiel, sondern eine ernsthafte Nagelprobe. "Die werden höchstwahrscheinlich viel Ball haben", erwartet der Abwehrchef. Primär gehe es jedoch darum, die eigenen Abläufe zu verfeinern und die defensive Kompaktheit zu festigen.
"Hier könnte ich mir vorstellen, in Rente zu gehen"
Die emotionalste Aussage kommt zum Schluss: Nach mehreren Stationen in seiner Karriere hat Hahn beim MSV seine sportliche Heimat gefunden. "Das ist die beste Station meines Lebens bislang und hoffentlich auch bleiben wird", erklärt der Kapitän. Er könne sich vorstellen, mit seiner Familie im Duisburger Raum sesshaft zu werden - und seine Karriere beim MSV zu beenden. Eine Liebeserklärung, die zeigt, wie wohl sich der Führungsspieler beim Traditionsverein fühlt.