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Marys „Pampus“: Duisburgs Kneipen-Ikone
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Marys „Pampus“: Duisburgs Kneipen-Ikone

Duisburgerin des Monats: Mary Heckmann steht seit über 50 Jahren hinter dem Tresen. Auch mit 83 leitet sie noch immer die Kneipe „Pampus“ im Dellviertel. Hier werden Mau-Mau-Weltmeister gekürt und selbst eine Razzia konnte sie nicht stoppen.

Veröffentlicht: Donnerstag, 19.02.2026 21:34

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Wenn um 18 Uhr die Tür des „Pampus“ im Dellviertel aufgeht, dauert es nicht lange, bis die ersten Stammgäste an der Theke stehen. Marianne Heckmann zapft ein Pils, stellt Gläser bereit und fragt nach dem Tag. Für ihre Gäste ist sie einfach „Mary“. Viel Aufhebens macht sie nicht um sich. Dabei ist sie mit 83 Jahren immer noch die Chefin hinter dem Tresen. Ans Aufhören denkt sie nicht.

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Erste Kneipe „Shalom“ schließt wegen Razzia

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Aufgewachsen in Schleswig-Holstein, kam sie mit 20 Jahren nach Duisburg. Eigentlich sollte alles nur vorübergehend sein. Während ihr damaliger Ehemann Erwin studierte, wollten sie sich mit einer Kneipe finanzieren – höchstens fünf Jahre, so der Plan.

1969 eröffneten sie gemeinsam das „Shalom“ an der Tonhallenstraße. In dem Künstlerlokal traf sich die Hippieszene. Alles lief gut, doch 1972 gab es eine Razzia: Auf der Toilette wurde ein kleiner Rest Gras gefunden und das war damals noch illegal. Obwohl laut Mary ihr Mann und sie nichts damit zu tun hatten und vermuteten, dass es von einem der Gästen stammte, musste die Kneipe schließen.

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Neustart im „Pampus“ an der Krummacherstraße

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Ein halbes Jahr später entdeckten Mary und ihr Ex-Mann eine kleine Gastronomie im Dellviertel und pachteten sie. 1972 eröffneten sie die neue Kneipe zunächst schlicht unter dem Namen „Kneipe“. Doch der Name gefiel der Brauerei, die sie belieferte, nicht: „Kneipe – der Begriff war damals etwas anrüchig“, erinnert sich Mary. Ein Jahr später wurde die Gaststätte umbenannt in „Pampus“. Namensgeber war eine künstliche Insel vor Amsterdam im Ijsselmeer.

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Allein hinterm Tresen

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Nicht lange nach der Umbenennung folgte die Scheidung von ihrem Ex-Mann. Seitdem führt Mary Heckmann die Kneipe allein weiter. In all den Jahren hat sie viele Generationen an Gästen bedient: „Manche Stammgäste haben geheiratet und waren dann weg, dann haben sie sich wieder getrennt und kamen zurück“, lacht sie. „Und mittlerweile bediene ich auch schon ihre Enkelkinder.“

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Mau-Mau-Weltmeisterschaft und Tatort-Drehort

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Einmal im Jahr steigt im „Pampus“ die Mau-Mau-Weltmeisterschaft: 25 Teilnehmer, zehn Euro Startgeld und der Sieger wird auf einem Pokal verewigt. Seit 1991 ist das Turnier Tradition. „Die Idee hatten die Gäste, weil sie gerne Mau-Mau an der Theke gespielt haben. So hat sich das dann entwickelt“, erinnert sich Mary. Auch in diesem Jahr soll wieder ein Turnier stattfinden, voraussichtlich im April.

Früher gab es außerdem regelmäßig kleine Kunstausstellungen in der Kneipe. Die Wände wurden für die Ausstellungen abgeklebt und ausschließlich mit den Kunstwerken dekoriert. Sogar fürs Fernsehen diente das „Pampus“ als Drehort: Zwei Tage lang wurde hier für den Tatort mit Götz George gefilmt.

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Das „Pampus“ befindet sich an der Krummacherstraße 43 im Dellviertel.
© Radio Duisburg
Das „Pampus“ befindet sich an der Krummacherstraße 43 im Dellviertel.
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Kein Ruhestand in Sicht

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Nur dienstags bleibt die Tür des „Pampus“ geschlossen. Dann zieht es Mary in den Wald, besonders gern zum Wildschweingehege. An den anderen Abenden steht sie hinter dem Tresen, zapft Bier, erzählt Geschichten und hört zu. „Ich bin froh, dass ich diese Aufgabe noch habe, dass sie von den Gästen angenommen wird und dass ich davon leben kann. Jetzt gibt es kein Zurück mehr“, lacht Mary. Solange sie kann, bleibt Mary hinter dem Tresen im „Pampus“ und bei ihren Gästen.

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