
Die Autobahn GmbH startet ein innovatives Pilotprojekt im Ruhrgebiet: Künstliche Intelligenz soll künftig Schäden an Autobahnbrücken frühzeitig erkennen. Mehrere Bauwerke werden dafür mit moderner Sensorik ausgestattet.
Sensoren überwachen Brücken rund um die Uhr
Im Rahmen des Feldversuchs werden Brücken auf der A3 bei Oberhausen, der A59 bei Duisburg sowie auf der A40 und A52 bei Mülheim an der Ruhr mit spezieller Messtechnik ausgerüstet. Die Sensoren erfassen kontinuierlich wichtige Parameter wie Schwingungsverhalten, Temperatur, Materialbewegungen und Setzungen der Bauwerke. Diese Daten fließen in Echtzeit in ein KI-gestütztes Analysesystem. Die künstliche Intelligenz wertet die Messwerte aus, erkennt Muster und kann so frühzeitig vor sich entwickelnden Schäden warnen.
Vom Reparieren zum Vorausplanen
Die Autobahn GmbH sieht in dem neuen Verfahren einen grundlegenden Wandel in der Infrastrukturpflege. Statt fester Prüftermine und punktueller Reparaturen soll eine vorausschauende, datenbasierte Wartung die Nutzungsdauer der Brücken optimieren. Der Bedarf für neue Lösungen ist erheblich: Allein im Zuständigkeitsbereich der Außenstelle Essen müssen in den kommenden zehn Jahren knapp die Hälfte der insgesamt 650 Brückenbauwerke modernisiert werden. Das KI-System könnte helfen, diese Aufgabe effizienter zu bewältigen und Sanierungen gezielter zu planen.