
Die Polizei Duisburg setzt rund um Halloween wieder eine mobile Videobeobachtungsanlage an der Pauluskirche in Hochfeld ein. Sie ist von Donnerstag, 29. Oktober, 18 Uhr, bis Montag, 2. November, 10 Uhr, in Betrieb. Die Anlage steht auf einem Anhänger mit ausfahrbarem Teleskop-Kamerasystem. Zwei weitere Kameras überwachen den unteren Bereich des Anhängers. Sie sollen Manipulationen oder Beschädigungen erkennen. Das System soll vor allem Gewaltdelikte und Sachbeschädigungen verhindern. Auch der rechtswidrige Einsatz von Pyrotechnik soll damit frühzeitig erkannt werden.
Warum die Polizei Duisburg die Kamera aufstellt
Für den Einsatz gibt es einen ernsten Hintergrund. Vor einem Jahr hatte ein Pyrotechnik-Unfall im Duisburger Norden schwere Folgen. „Ein Jahr nach dem verheerenden Pyrotechnik-Unfall im Duisburger Norden muss ein damals 14-Jähriger noch immer mit den Folgen des Unfalls für sein Leben kämpfen“, sagt Livia Degner. Sie leitet die Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz. Das Schicksal mahne, jede vermeidbare Verletzung zu verhindern, so Degner weiter. Der Einsatz der Kamera ist Teil eines größeren Konzepts für die Halloweentage.
Klare Konsequenzen bei Pyrotechnik
Die Polizei will bei Verstößen nicht wegsehen. „Mit konsequenter Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten sowie dem Einsatz mobiler Videoüberwachung setzen wir auf Abschreckung und klare Konsequenzen - damit auch der Letzte versteht, dass die Begehung von Straftaten sowie ein gefährlicher und rechtswidriger Umgang mit Pyrotechnik nicht ohne Folgen bleiben“, betont Degner. Das Konzept besteht aus starken Kräften in Uniform und in Zivil im gesamten Stadtgebiet. Dazu kommt die Videobeobachtung an der Pauluskirche in Hochfeld. Nach Angaben der Polizei hat diese Mischung in der Vergangenheit Wirkung gezeigt.
Ein Fall aus dem Jahr 2025
Ganz ohne Zwischenfälle lief Halloween 2025 an der Pauluskirche nicht. Ein Jugendlicher ließ sich von der Anlage nicht abschrecken und zündete einen erlaubnispflichtigen Knallkörper. Die Tat wurde aufgezeichnet. Anschließend konnte der Jugendliche identifiziert werden. Für die Polizei zeigt der Fall, dass die Kamera auch bei der Aufklärung hilft. Der Einsatz der mobilen Videobeobachtung soll die Hemmschwelle für Straftaten erhöhen. Er ist damit ein Baustein im Gesamtkonzept.
So läuft die Videobeobachtung in Duisburg
Die Bilder werden nicht automatisch ausgewertet. Geschultes Personal in der Polizeileitstelle bedient das System und schaut live mit. Aufzeichnungen werden grundsätzlich nach 14 Tagen automatisch gelöscht. Eine längere Speicherung ist möglich, wenn das Material für die Strafverfolgung oder zur Verhinderung weiterer Straftaten gebraucht wird. Bereiche mit besonders schützenswerter Privatsphäre werden vorab unkenntlich gemacht. Das betrifft zum Beispiel Wohnungen oder Arztpraxen. So sollen die Rechte der Menschen im Umfeld der Pauluskirche gewahrt bleiben.