Gürtelrose – Vorsorge ist besser als Nachsorge

Gürtelrose: So harmlos der Name auch klingt – dahinter verbirgt sich eine ernstzunehmende Viruserkrankung, die oft mit starken und langanhaltenden Schmerzen einhergehen kann. Viele Betroffene haben mit Komplikationen und Langzeitfolgen zu kämpfen, die einen aktiven Alltag und soziale Teilhabe über Monate unmöglich machen können. Besonders ältere Menschen gehören zur Risikogruppe und sind gefährdet, einen schweren Verlauf zu erleiden. Über Symptome, Krankheitsverlauf und mögliche Komplikationen klärt Dr. Markus Frühwein auf.

Frau mit Rückenschmerzen
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Gürtelrose geht uns alle an: Denn eine Gürtelrose, auch Herpes zoster genannt, wird von dem gleichen Virus ausgelöst, das auch für Windpocken verantwortlich ist. Wer einmal Windpocken hatte – meist in der Kindheit – trägt das Varizella-Zoster-Virus ein Leben lang im Körper. Ist das Immunsystem, meist alters-, stress- oder krankheitsbedingt geschwächt, kann das Virus als Gürtelrose reaktiviert werden.

IM ALTER BESONDERS GEFÄHRLICH

Dr. Markus Frühwein, Facharzt für Allgemeinmedizin, Reise- und Tropenmedizin in München, klärt über die Folgen der unterschätzten Krankheit auf: „Von den über 60-Jährigen tragen mehr als 95 Prozent das Gürtelrose-Virus in sich und was die meisten gar nicht wissen: Die Gürtelrose ist nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern meistens auch recht langwierig.“ Nur wenige kennen ihr Risiko und die Gefahren, die damit einhergehen. Und das, obwohl eine von drei Personen im Laufe ihres Lebens daran erkrankt. Der größte Teil der Patientinnen und Patienten gehört zur Generation 60+. Denn mit fortschreitendem Alter wird das Immunsystem schwächer. Die Immunabwehr kann das Varizellen-Virus dann oft nicht mehr im Zaum halten und eine Gürtelrose kann ausbrechen.

STARKE SCHMERZEN UND LANGZEITFOLGEN

Der namensgebende, gürtelförmige, juckende Ausschlag, der sich oft um die Körpermitte legt, dürfte den meisten noch bekannt vorkommen. Weit weniger bekannt ist, dass die Gürtelrose auch nach Abklingen der sichtbaren Symptome Schmerzen mit sich bringen kann. Das kann den Alltag der Betroffenen stark einschränken. Bis zu 30% der Betroffenen erleiden Komplikationen.

Die häufigste ist ein phantomartiger Nervenschmerz an der Stelle des abgeheilten Ausschlags: Man sieht nichts mehr, aber der brennende Schmerz bleibt. Diese Phantomschmerzen, auch Post-Zoster-Neuralgie genannt, können wochen- oder gar monatelang anhalten. Verläuft die Heilung der Gürtelrose nicht problemlos, können außerdem Hirn-, Hirnhaut- oder Rückenmarksentzündungen auftreten. Bei einer Gürtelrose im Kopfbereich sind häufig Augen und Ohren betroffen, was zu einer Beeinträchtigung des Seh- und Hörvermögens führen kann.

GÜRTELROSE-FAKTEN

  • Über 95 % der über-60-Jährigen tragen das Gürtelrose-Virus in sich.
  • Eine von drei Personen erkrankt im Laufe des Lebens an Gürtelrose.
  • Der gürtelförmige Hautausschlag ist bekannt, doch auch nach Abklingen der sichtbaren Symptome können starke Nervenschmerzen auftreten.
  • Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Gürtelrose für alle Personen ab 60 und für Personen mit Grunderkrankung ab 50 Jahren.


ältere Frau bei ärztlicher Untersuchung
© © GlaxoSmithKline / Shutterstock
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Damit es gar nicht erst zu diesen schmerzhaften Folgen kommt, rät die Ständige Impfkommission (STIKO) zu einer Impfung gegen Gürtelrose und empfiehlt allen Personen ab 60 Jahren den Impfschutz. Für Menschen mit Grunderkrankungen, wie Diabetes oder COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), wird eine Gürtelrose-Impfung schon ab 50 Jahren empfohlen. Laut aktueller Empfehlung der STIKO kann die Impfung gegen COVID-19 zeitgleich mit anderen empfohlenen Totimpfstoffen, wie z.B. der Gürtelrose-Impfung, verabreicht werden.

Nutzen Sie den nächsten Praxisbesuch zum Impfpass-Check. Das rät Dr. Markus Frühwein: „Ab 60 auf jeden Fall mal den Impfstatus auf den aktuellen Stand bringen. Weil Impfungen gegen Gürtelrose, Grippe, Keuchhusten oder beispielsweise Pneumokokken können einfach helfen, im Alter gesund und auch fit zu bleiben.“

Weitere Informationen zu Gürtelrose finden Sie auf www.impfen.de – eine Initiative von GlaxoSmithKline.

Dr. Markus Frühwein
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