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Gewalt in Duisburger Kinderheimen wird aufgearbeitet
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Gewalt in Duisburger Kinderheimen wird aufgearbeitet

Die Caritas Duisburg arbeitet Gewalt in zwei früheren Kinderheimen auf und ruft Betroffene zum Melden auf. Worum es bei dem Prozess jetzt geht.

Veröffentlicht: Freitag, 22.05.2026 11:37

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Die Caritas Duisburg lässt frühere Fälle sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt im Schifferkinderheim und im St. Barbara Kinderheim aufarbeiten. Nach heutigem Kenntnisstand beziehen sich die bislang bekannten Fälle auf die Zeit vor den 1990er-Jahren. Der Verband ruft deshalb Betroffene, Angehörige und frühere wie heutige Mitarbeitende dazu auf, sich zu melden und ihre Erfahrungen zu teilen. Nach Angaben der Caritas läuft der Aufarbeitungsprozess seit dem Frühjahr 2026. Erste Hinweise auf mögliche Taten waren Ende 2025 im Rahmen der Aufarbeitung im ehemaligen Kinderdorf „Maria in der Drucht“ bekannt geworden. Hinweise auf aktuelle Fälle in den beiden Kinderheimen gibt es laut Caritas derzeit nicht.

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Betroffene sollen ihre Erfahrungen einbringen

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Im Mittelpunkt der Aufarbeitung stehen nach Angaben des Verbands die Erfahrungen der Betroffenen. Dafür hat die Caritas Duisburg eine historische Archivrecherche und eine Interviewstudie in Auftrag gegeben. Die Archivrecherche übernimmt Prof. Dr. Andreas Henkelmann von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Paderborn. Die Interviewstudie wird von Prof. Dr. Manuela Dudeck, Ärztliche Direktorin der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Ulm, und ihrem Team durchgeführt. Die Caritas teilt mit, dass das Forschungsteam langjährige Erfahrung bei der Aufarbeitung von Machtmissbrauch und Gewalt in Institutionen hat. Ziel sei es, Erlebnisse strukturiert zu erfassen und fachlich einzuordnen.


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Kontakt für Betroffene, Angehörige und frühere Mitarbeitende

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Wer im Schifferkinderheim oder im St. Barbara Kinderheim sexualisierte, körperliche oder psychische Gewalt erlebt hat oder davon weiß, kann sich ab sofort direkt an das Forschungsteam der Universität Ulm wenden. Nach Angaben der Caritas werden alle Angaben vertraulich behandelt. Auch eine anonyme Kontaktaufnahme ist laut Verband möglich. Weitere Informationen gibt es auf den Projekt-Websites der jeweiligen Kinderheime.

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