Gestresste Eltern: Was kann man machen

Laut einer aktuellen Umfrage leiden viele Eltern unter Stress. Einer der Gründe: Der hohe Anspruch an sich selbst. Experten raten zu einer positiven Einstellung.

40 Prozent der Eltern sind gestresst

Die Ursachen sind vielfältig: Ärger mit den Kindern, Überlastung bei der Arbeit oder auch Streit mit dem Partner. Eine neue Umfrage von Forsa im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse sagt, dass 40 Prozent der Eltern sehr häufig bis häufig unter Stress leiden. Vor allem die hohen Ansprüche an sich selbst bei der Kindererziehung, den Job und den Haushalt seien ein Problem, sagt rund die Hälfte der gestressten Eltern. Das kann Folgen für die psychische Gesundheit haben. Bevor es hier zu einer Erkrankung kommt, kann es schon erste Warnzeichen geben: extreme Anspannung, niedrige Frustrationsgrenze, Ungeduld, Schlafmangel oder Schmerzen.

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Wege aus dem Stress

Die Eltern selbst sagen: Wir hätten gerne mehr Zeit im Alltag. Das ist oft nicht möglich. Viele Aufgaben lassen sich nicht kürzen oder streichen. "Deshalb ist eine positive Einstellung entscheidend", sagt Jana Acker, KKH-Expertin für Psychologie und Stressreduktion – und zwar nicht nur im Job, sondern auf allen Ebenen. Man soll sich auf die positiven ­Effekte von Stress konzentrieren. Stressmomente würden auch immer einen Lern­effekt für das nächste Mal mit sich bringen. "Wer die Kon­trolle über eine Situation gewinnen kann, reduziert langfristig auch den Druck", so Acker. Als Beispiel nennt die Expertin den typischen Streit über Aufgaben im Haushalt. Statt direkter Konfrontation empfiehlt sie, die Diskussion später zu führen. Im besten Fall habe man sich vorher untereinander abgestimmt, wie man sich im Streitfall verhält und festgelegt, wann und wo man am besten diskutieren kann.

Ganz wichtig sei es außerdem, Prioritäten zu setzen, rät Acker: Niemand könne abends gleichzeitig mit den Kindern etwas unternehmen, mit dem Partner allein sein, Freunde treffen und Sport treiben. Die Expertin rät feste Termine mit Partnern und Freunden zu verabreden. Im Job solle man außerdem mit dem Arbeitgeber reden, ob nicht Möglichkeiten wie Homeoffice oder flexiblere Arbeitszeiten denkbar wären.

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