
Ein spektakulärer Autodiebstahl in Duisburg endete auf der A3 bei Hilden mit einem Unfall mitten in einer Rettungsgasse. Vier Jugendliche flohen nach dem Crash zu Fuß – ein 16-Jähriger wurde von einem Diensthund gestellt.
Einbruch in Werkstatt: VW Passat in Duisburg gestohlen
In der Nacht zum Montag (26. Januar) beobachtete ein 38-jähriger Zeuge in Kaßlerfeld zwei Unbekannte, die in eine Werkstatt an der Ruhrorter Straße einbrachen. Die Täter schlichen um ein Auto herum, stiegen ein und fuhren mit quietschenden Reifen davon. Die Polizei fahndete anschließend nach einem dunklen VW Passat mit baden-württembergischem Kennzeichen.
Gefährliches Manöver in der Rettungsgasse
Einen Tag später, am Dienstagabend (27. Januar), kam es auf der A3 kurz vor dem Autobahnkreuz Hilden zu einem außergewöhnlichen Zwischenfall. Rettungskräfte aus dem Kreis Mettmann waren mit Blaulicht und Martinshorn im Stau unterwegs zu einem Einsatz. Die Autofahrer bildeten vorschriftsmäßig eine Rettungsgasse – doch plötzlich scherte ein dunkler Volkswagen mit baden-württembergischem Kennzeichen direkt vor dem Krankenwagen ein und beschleunigte.
Sieben Fahrzeuge beschädigt
Bei dem riskanten Fahrmanöver beschädigte der VW insgesamt sieben Fahrzeuge. Wenige Meter weiter kam das Auto zwischen den Fahrzeugen der Rettungsgasse zum Stehen. Laut Zeugenaussagen kletterten vier Personen aus den Fenstern – drei von ihnen ergriffen sofort die Flucht. Nur ein 15-jähriges Mädchen konnte festgehalten und bis zum Eintreffen der Polizei im Rettungswagen festgesetzt werden.
Großfahndung mit Polizeihubschrauber
Für die Unfallaufnahme sperrte die Polizei die Autobahn in beide Fahrtrichtungen. Ein Polizeihubschrauber aus Dortmund suchte mit einer Wärmebildkamera nach den drei flüchtigen Jugendlichen. Die Piloten entdeckten eine Person in einem Gebüsch. Da der Tatverdächtige nicht auf Ansprache reagierte, setzte ein Diensthundführer aus Mettmann seinen Hund ein. Das Tier stellte den Flüchtigen und verletzte ihn dabei. Rettungskräfte brachten den jungen Mann zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Bei seiner Durchsuchung fanden die Beamten ein Einhandmesser.
16-Jähriger ohne Führerschein am Steuer
Die Ermittlungen ergaben: Bei dem verletzten Jugendlichen handelt es sich um einen 16-Jährigen, der mutmaßlich das Fahrzeug steuerte – ohne im Besitz einer Fahrerlaubnis zu sein. In dem Auto befanden sich neben ihm die 15-Jährige und zwei weitere 17-Jährige. Bei dem VW Passat dürfte es sich um den am Montag in Duisburg gestohlenen Wagen handeln. Die Polizei stellte das fahrunfähige Auto, mehrere Mobiltelefone sowie das Einhandmesser als Beweismittel sicher. Das 15-jährige Mädchen wurde nach Abschluss der ersten Ermittlungen an berechtigte Personen übergeben.
Haftbefehl gegen den Fahrer
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Duisburg erließ ein Haftrichter beim Amtsgericht Duisburg einen Haftbefehl gegen den 16-jährigen Unfallfahrer. Die Vorwürfe: besonders schwerer Fall des Diebstahls von Kraftfahrzeugen wahlweise Hehlerei, Fahren ohne Fahrerlaubnis, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und Gefährdung des Straßenverkehrs. Auch die beiden 17-Jährigen müssen sich nun mit einem Strafverfahren auseinandersetzen. Das Kriminalkommissariat 13 der Polizei Duisburg hat die Ermittlungen aufgenommen und klärt unter anderem die Frage, wer an dem Autodiebstahl beteiligt war.