Geiselnahmen und Explosionen - Streit unter Drogenbanden?

Fünf Verletzte in Solingen nach lautem Knall
© Gianni Gattus/dpa

Organisierte Kriminalität

Köln (dpa) - Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) hatte am Freitag in einem Wohngebiet in Köln zwei Geiseln aus der Gewalt von Entführern befreit - jetzt haben Polizei und Staatsanwaltschaft bekanntgegeben, dass dahinter ein Streit unter Drogenhändlern stecken könnte. Auch mehrere Explosionen in Köln, Engelskirchen und Duisburg Ende Juni und Anfang Juli könnten demnach damit in Zusammenhang stehen. Die Spur führe auch in die Niederlande. Dort sind Explosionen als Druckmittel im Bereich der organisierten Kriminalität schon lange keine Seltenheit mehr. Hinweise auf einen politischen Hintergrund gebe es dagegen nicht, so Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag.

Die im Zuge der Geiselbefreiung festgenommenen sechs Tatverdächtigen im Alter zwischen 22 und 29 Jahren befinden sich nach Polizeiangaben seit dem Wochenende in Untersuchungshaft. Gegen fünf Beschuldigte besteht der Verdacht der gemeinschaftlichen Geiselnahme und der gefährlichen Körperverletzung. Der sechste Tatverdächtige steht im Verdacht, Beihilfe zur Geiselnahme geleistet zu haben und gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben. Später wurde in Engelskirchen noch ein siebter Tatverdächtiger festgenommen. Auch er soll an der Geiselnahme beteiligt gewesen sein.

Staatsanwaltschaft und Polizei gehen davon aus, dass die Tathintergründe «im Bereich des organisierten Drogenhandels liegen». Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehe es um eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen zwei Tätergruppen nach einem Drogengeschäft, bei dem Drogen mit Millionenwert unterschlagen worden sein sollen. «Die intensiven Ermittlungen, die auch in die Niederlande führen, dauern an.» Untersucht werde auch, ob es Verbindungen zu einer Explosion in Solingen am 25. Juni gebe. Dabei hatte ein Mann vor einem Geschäft eine Flasche mit einer Substanz fallen lassen, wodurch es zu einer Verpuffung kam, die den Mann schwer verletzte. Er starb wenig später im Krankenhaus.

© dpa-infocom, dpa:240708-930-167527/1

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