
Erstes Salvatorkirchfest in Duisburg: Geschichte erleben am Tag des offenen Denkmals
Mehr als 700 Jahre Geschichte mitten in der Duisburger Innenstadt: Am Sonntag (13.09) laden die Evangelische Kirchengemeinde Alt-Duisburg und der Bauverein Salvatorkirche e.V. zum Salvatorkirchfest ein. Anlass ist der Tag des offenen Denkmals. Besucher können dabei nicht nur feiern, sondern auch eines der bedeutendsten historischen Bauwerke der Stadt näher kennenlernen.
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Die Salvatorkirche neben dem Duisburger Rathaus wird am Sonntag zum Schauplatz des ersten Salvatorkirchfests. Los geht es um 10 Uhr mit einem Gottesdienst. Um 11.30 Uhr folgt ein Mini-Gottesdienst für Kinder. Anschließend gibt es ein Programm für Jung und Alt in und rund um die Kirche. Mitglieder des Bauvereins grillen vor der Salvatorkirche und kommen mit den Besuchern ins Gespräch. Außerdem wird Salvator-Wein verkauft. Der Erlös kommt dem Erhalt der historischen Kirche zugute.
Historische Führungen und mittelalterliche Musik
Passend zum Tag des offenen Denkmals spielt die Geschichte der Salvatorkirche beim Fest eine große Rolle. Für Familien mit Kindern werden Kirchenraumerkundungen angeboten. Um 16 Uhr nimmt Roland Wolf von „Mercators Nachbarn“ die Besucher bei einer historischen Kirchenführung im Kostüm mit in die Vergangenheit. Auch musikalisch geht es auf Zeitreise: Um 14 Uhr spielt das Ensemble „iter musicum“ auf Gemshörnern und anderen alten Instrumenten Kompositionen aus dem Mittelalter. Um 17 Uhr singt die Salvatorkantorei Chöre aus Mendelssohns „Elias“. Der Eintritt zum Salvatorkirchfest und zu den Veranstaltungen ist frei.
Mehr als 700 Jahre Duisburger Geschichte
Dass ausgerechnet hier der Tag des offenen Denkmals gefeiert wird, hat einen besonderen Grund. Die Salvatorkirche gehört zu den wichtigsten historischen Bauwerken Duisburgs. Der gotische Kirchenbau entstand ab dem frühen 14. Jahrhundert. In der Chronik der Stadt wird für das Jahr 1316 bereits der Bau der gotischen Salvatorkirche genannt. Fertiggestellt wurde sie im Jahr 1415. Der Standort selbst hat eine noch längere Geschichte. Bereits um 1145 entstand hier ein staufischer Vorgängerbau. Der Burgplatz, an dem die Kirche heute steht, gehörte schon im frühen Mittelalter zum Zentrum Duisburgs.
Gerhard Mercator wurde in der Salvatorkirche bestattet
Eng verbunden ist die Kirche auch mit einem der berühmtesten Duisburger: Gerhard Mercator. Der Kartograf ließ sich 1552 in Duisburg nieder und schuf während seiner 42 Jahre in der Stadt einen bedeutenden Teil seines Lebenswerks. Dazu gehörte auch seine berühmte Weltkarte von 1569 mit der später nach ihm benannten Mercator-Projektion. Nach seinem Tod am 2. Dezember 1594 wurde Mercator in der Salvatorkirche bestattet. Eine Gedenktafel in der Kirche erinnert bis heute an ihn.
Warum der Salvatorkirche die Turmspitze fehlt
Auch die markante Form des Kirchturms erzählt Duisburger Geschichte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Salvatorkirche bei einem Bombenangriff schwer zerstört. Der Turmhelm stürzte auf das Dach des Langhauses und zerstörte es. Die Turmspitze wurde nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut. Heute erinnert der unvollendete Turm an die Folgen des Krieges und gilt als Mahnmal für den Frieden. Seit Ende 2024 wird die Silhouette der früheren, insgesamt bis auf 106 Meter reichenden Turmspitze nachts durch eine Lichtinstallation angedeutet.
Duisburger Wahrzeichen am Sonntag entdecken
Beim Salvatorkirchfest können Duisburgerinnen und Duisburger die Geschichte des Wahrzeichens am Sonntag selbst erkunden. Neben Führungen und Musik soll es dabei auch um Begegnung und den Erhalt der mehr als 700 Jahre alten Kirche gehen. Das Salvatorkirchfest am Burgplatz beginnt am Sonntag (13. September) um 10 Uhr. Der Eintritt ist frei.