
Die Sana Kliniken Duisburg haben seit März 2026 eine eigene Frauenmilchbank eingerichtet – als erste Klinik in der Stadt und eine von rund 55 in ganz Deutschland. Die Einrichtung versorgt extrem frühgeborene Babys mit gespendeter Muttermilch, wenn die eigene Mutter nicht ausreichend Milch produzieren kann.
Warum Muttermilch für Frühchen so wichtig ist
Muttermilch gilt als optimale Ernährung für Früh- und Neugeborene. Sie enthält eine einzigartige Zusammensetzung aus Nährstoffen, Antikörpern und bioaktiven Substanzen, die das Wachstum fördern und das Immunsystem stärken. "Studien der letzten Jahre belegen, dass insbesondere extrem Frühgeborene Muttermilch deutlich besser vertragen als industriell hergestellte Milch", erklärt Dr. med. Francisco Brevis Nuñez, Chefarzt für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin. Der Grund liegt in der Unreife von Darm und Magen der Babys. Muttermilch kann helfen, spätere Allergien, Entzündungen und sogar lebensgefährliche Erkrankungen wie Nekrotisierende Enterokolitis zu vermeiden. Führende Fachorganisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehlen daher bei der Versorgung von Frühgeborenen die Verwendung von qualitätskontrollierter Spenderinnenmilch.
Strenge Qualitätsstandards für gespendete Milch
Die Gewinnung, Aufbereitung und Lagerung der Spendermilch unterliegt strengen Qualitäts- und Hygienestandards. Vor der Abgabe an Frühgeborene wird die Milch pasteurisiert und regelmäßig in einem spezialisierten Labor untersucht. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützte die Einrichtung der Frauenmilchbank mit einer Anschubfinanzierung, die allerdings nur einen Teil des erforderlichen Budgets abdeckt.
Erste Spenderin liefert 3,8 Liter in einer Woche
Aktuell gibt es eine Mutter, die bereits in der ersten Woche 3,8 Liter Milch spenden konnte. Mit dieser Menge können gleichzeitig mehrere Frühchen versorgt werden, da extrem Frühgeborene anfangs nur wenige Milliliter Milch erhalten. Da sich die Frauenmilchbank noch im Aufbau befindet, erhalten derzeit nur Babys mit einem Geburtsgewicht von maximal 800 Gramm, die vor Ort stationär behandelt werden, Spenderinnenmilch. Diese Grenze haben die Verantwortlichen bewusst festgelegt, um zu garantieren, dass die Kinder mit dem größten Bedarf versorgt werden. Bei weiteren Spenderinnen kann diese Grenze nach oben verschoben werden.
Voraussetzungen für Milchspenderinnen
Um Muttermilch spenden zu können, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein: Das eigene Kind der Spenderin muss stationär in den Sana Kliniken Duisburg behandelt werden. Zudem muss die Mutter deutlich mehr Milch produzieren, als ihr eigenes Kind benötigt. Die Spenderin muss gesund sein und wird vorab auf mögliche Krankheiten untersucht. Die gespendete Muttermilch wird anschließend regelmäßig in einem spezialisierten Labor kontrolliert, um höchste Sicherheit für die Frühgeborenen zu gewährleisten.