
An der Neudorfer Straße, am Osteingang des Hauptbahnhofs, fahren gerade die Busse des Schienenersatzverkehrs ab. Viele fahren dort mit E-Scootern hin und stellen sie dann einfach auf den Gehwegen ab. Radio-Duisburg-Hörer Waldemar wohnt in der Nähe und hat sich an uns gewandt. Er ist blind und sagt, dass die Situation katastrophal sei.
„Man hat keine Chance überhaupt durchzukommen, mit Blindenstock, Rollstuhl oder Kinderwagen. Sogar die abgesenkte Bordsteinkante ist zugestellt.“
Grundsätzlich habe er nichts gegen die E-Scooter. Waldemar wünscht sich aber, dass Nutzer sie mit mehr Bedacht abstellen. Blinde Menschen brauchen die Leitstreifen auf den Gehwegen zur Orientierung. Diese würden aber häufig von den E-Scootern zugestellt werden.
Was die Stadt zu dem Problem sagt
Die Stadt bekommt regelmäßig Hinweise zu falsch abgestellten E-Scootern und steht deshalb in engem Austausch mit den Anbietern. In diesem konkreten Fall hat die Stadt die Betreiber noch einmal aufgefordert, die durch abgestellte E-Scooter verursachten Behinderungen zu beseitigen. Grundsätzlich seien die Betreiber dazu verpflichtet, ihre E-Scooter so abzustellen, dass niemand behindert oder gefährdet wird. Außerdem werden auch die Nutzer darüber informiert, wo die E-Scooter nach der Fahrt abgestellt werden dürfen und wo nicht. Wenn wiederholt festgestellt wird, dass E-Scooter falsch oder störend abgestellt werden, richtet die Stadt in Abstimmung mit den Betreibern entsprechende Zonen ein, in denen das Abstellen verboten ist.
Wie es jetzt weiter geht
Der Schienenersatzverkehr fährt noch bis zum 30. Oktober von der Ostseite am Hauptbahnhof ab. Danach fahren die Züge nach Essen und Oberhausen wieder wie gewohnt ab. Für nächstes Jahr sind aber noch weitere Baustellen von der Deutschen Bahn geplant, und es kommt wieder zu Schienenersatzverkehr. Gisela Schiffers, stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende des Sozialverbands VdK, meint, bis dahin müsse sich noch einiges ändern.
„Hier muss generell eine Lösung gefunden werden, nächstes Jahr gibt es ja weitere Baustellen von der Deutschen Bahn, […] so einen Hindernisparcours braucht eigentlich keiner.“