
DVG Warnstreik: Busse und Bahnen fallen am Montag in Duisburg aus
Am Montag, 2. Februar 2026, müssen sich Duisburger auf massive Einschränkungen im Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Was Pendlerinnen und Pendler wissen müssen.
Veröffentlicht: Freitag, 30.01.2026 08:24
Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Am kommenden Montag werden von Betriebsbeginn bis Betriebsende zahlreiche Busse und Straßenbahnen ausfallen. Regional- und S-Bahnen fahren hingegen normal.
Der Streik erfasst sämtliche Betriebsteile der DVG: vom Fahrdienst über die Werkstätten bis zum Kundencenter und der Verwaltung. Fahrgäste sollten sich auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen und nach Möglichkeit auf alternative Verkehrsmittel ausweichen.
Nachtexpress fährt
Um die Auswirkungen des Streiks etwas abzufedern, will die DVG ganztägig die acht Nachtexpresslinien fahren lassen.
Die Nachtexpressbusse fahren dann Montag ganztägig jede Stunde, teilt die DVG mit. So fährt beispielsweise der NE1 üblicherweise um 23.25 Uhr ab der Haltestelle „Buschhauser Straße“. Am kommenden Montag fährt der NE1 demnach immer um 25 Minuten nach der vollen Stunde ab der Haltestelle „Buschhauser Straße“. Für die anderen Nachtexpresslinien gilt diese Systematik genauso. Die Fahrpläne und Linienwege der Nachtexpressbusse gibt es in der elektronischen Fahrplanauskunft auf der DVG-Webseite und im Downloadcenter als Fahrplan. Die aktuellen Abfahrtszeiten am kommenden Montag finden Fahrgäste in der myDVG Bus&Bahn-App und an den elektronischen Haltestellenanzeigern.
Gewerkschaft fordert bessere Arbeitsbedingungen
"Die Kolleginnen und Kollegen in allen Teilen der DVG haben massive Arbeitsbelastungen. So ist das nicht mehr durchzuhalten", erklärt Matthias Baumann, ver.di-Bezirksgeschäftsführer für Duisburg. Die Gewerkschaft sieht einen direkten Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen und dem aktuellen Personalmangel im öffentlichen Nahverkehr. Baumann kritisiert die Haltung der Arbeitgeber scharf: "Bisher kam von dieser Seite stattdessen nur die Drohung mit Gegenforderungen." Die kommunalen Arbeitgeber müssten verstehen, dass ein funktionierender Nahverkehr nur gemeinsam mit zufriedenen Beschäftigten möglich sei.
Erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis
Hintergrund des Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW). Die erste Verhandlungsrunde am 21. Januar 2026 in Köln endete ergebnislos.
Zentrale Forderungen der Beschäftigten
Die Gewerkschaft setzt in den Verhandlungen vor allem auf mehr Zeit für die Beschäftigten:
- Kürzere wöchentliche Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich
- Mindestens 11 Stunden Ruhezeit zwischen zwei Schichten
- Mindestens 40 Prozent Zuschlag für Sonntagsarbeit
- Ausweitung des Geltungsbereichs auf Minijobs und kurzfristig Beschäftigte
- Erhöhung der Freistellung für Gewerkschaftsarbeit auf 8 Tage
Der Manteltarifvertrag soll eine Laufzeit von 24 Monaten haben. Die Entgeltentwicklung ist bereits direkt an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gekoppelt.