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Anna Meißner ist unsere Duisburgerin des Monats
© Radio Duisburg
Anna Meißner ist unsere Duisburgerin des Monats
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Duisburgerin des Monats: Anna Meißner hat ein Herz für Tauben

Für viele sind sie nur lästig, für Anna Meißner sind sie faszinierende und intelligente Tiere. Die Duisburgerin kümmert sich um verletzte Stadttauben und möchte ihnen eine Stimme geben. Dafür ist sie unsere Duisburgerin des Monats.

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Alles begann mit einer verletzten Taube direkt vor ihrer Haustür. Anna Meißner fand das Tier, nahm es bei sich auf und kümmerte sich darum. Sie nannte die Taube Sashimi. Mittlerweile leben vier Tauben bei der Duisburgerin. Zwei davon hat sie verletzt von der Straße gerettet, zwei weitere sind Pflegetauben. Für Anna sind die Tiere längst mehr als nur gefiederte Mitbewohner. Sie sind zutraulich und verhalten sich teilweise wie Hunde oder Katzen. Dass Tauben so anhänglich sein können, überrascht viele Menschen. Anna dagegen weiß schon lange, wie besonders die Tiere sind. Tauben sind intelligent, können sich Gesichter merken und bauen enge Bindungen auf. Trotzdem haben sie in unserer Gesellschaft keinen besonders guten Ruf. Das möchte Anna ändern. Mit ihrem Einsatz für die Tiere ist sie unsere Duisburgerin des Monats.

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Warum es Stadttauben so schlecht geht

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Besonders rund um den Duisburger Hauptbahnhof sind viele Tauben unterwegs. Sie suchen nach Futter, picken Essensreste vom Boden auf und leben unter schwierigen Bedingungen. Dabei sind die Tiere laut Anna häufig von großem Hunger betroffen. Eigentlich sollten Tauben vor allem Körner und Saaten fressen. Stattdessen landen oft Pommes, Brotkrümel und andere Essensreste in ihren Mägen. Nicht etwa, weil sie dieses Futter bevorzugen, sondern weil sie kaum etwas anderes finden. Das ungeeignete Futter kann die Tiere krank machen und zu Verdauungsproblemen führen. Hinzu kommen weitere Gefahren: Autos, Verletzungen und Haare oder Fäden, die sich um ihre Füße wickeln. Werden diese nicht rechtzeitig entfernt, können sie die Durchblutung abschnüren und schwere Verletzungen verursachen. Während gut versorgte Tauben laut Anna bis zu 15 Jahre alt werden können, liegt ihre Lebenserwartung auf der Straße nach ihrer Einschätzung oft bei gerade einmal einem Jahr.

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Ein Problem, das Menschen selbst verursacht haben

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Für Anna steht fest: Dass heute so viele Tauben in unseren Innenstädten leben, haben wir Menschen selbst verursacht. Über Jahrhunderte wurden Tauben gezüchtet und beispielsweise als Brieftauben eingesetzt. Die heutigen Stadttauben stammen größtenteils von domestizierten Tauben ab. Doch während die Tiere früher für den Menschen einen Nutzen hatten, werden sie heute vielerorts als störend empfunden. Anna findet, dass wir deshalb auch Verantwortung für sie übernehmen müssen. Statt die Tiere zu vertreiben oder als Schandfleck zu betrachten, wünscht sie sich mehr Respekt und einen bewussteren Umgang mit ihnen.

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Erstes Taubenhaus in Duisburg geplant

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Für die Duisburger Stadttauben gibt es jetzt aber auch gute Nachrichten: In der Nähe des Hauptbahnhofs soll das erste Taubenhaus der Stadt entstehen. Ein Standort nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt ist bereits gefunden. Dort sollen künftig etwa 180 Tauben untergebracht werden. Sie bekommen artgerechtes Futter und einen geschützten Ort, an dem sie brüten können. Für Anna ist das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass ein einziges Taubenhaus noch nicht ausreicht, um die Situation der Stadttauben in Duisburg nachhaltig zu verbessern.

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Verletzte Taube gefunden? So könnt ihr helfen

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Wer eine Taube entdeckt, die aufgeplustert in einer Ecke sitzt und auch bei Annäherung nicht wegfliegt, sollte genauer hinsehen. Denn normalerweise haben Tauben einen ausgeprägten Fluchtinstinkt. Bleibt ein Tier trotzdem sitzen, kann das ein Zeichen dafür sein, dass es krank oder verletzt ist. Für Anna ist in solchen Situationen vor allem eines wichtig: die Taube möglichst schnell in Sicherheit bringen. Dafür kann man das Tier vorsichtig aufnehmen und beispielsweise in einen Karton mit Luftlöchern setzen. So ist es zunächst vor Autos und anderen Gefahren geschützt. Anschließend sollte fachkundige Hilfe, etwa durch eine Taubenhilfe oder eine Tierarztpraxis, organisiert werden. Gerade die ersten Minuten können für eine verletzte Taube entscheidend sein. Mit ihrem Einsatz möchte unsere Duisburgerin des Monats Anna Meißner zeigen, dass auch die Tiere, an denen viele Menschen achtlos vorbeigehen, Aufmerksamkeit und Hilfe verdienen. Ihr größter Wunsch: Dass wir Stadttauben nicht länger nur als Problem betrachten, sondern als Lebewesen, für die wir Menschen eine Verantwortung tragen.

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