
Die Niederrheinische IHK blickt in ihrem aktuellen Geschäftsbericht auf eine angespannte Lage für Unternehmen in Duisburg und der Region. Nach IHK-Angaben belasten vor allem hohe Energiekosten, eine marode Infrastruktur und unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen viele Betriebe. Gleichzeitig sieht die Kammer aber auch unternehmerischen Mut in der Region. Demnach wurden 2025 mehr Unternehmen gegründet als im Jahr davor. Zugleich fordert die IHK nach eigenen Angaben mehr politische Verlässlichkeit für die Wirtschaft.
Infrastruktur an Rhein und Ruhr bleibt ein Problem
Ein zentrales Thema im Geschäftsbericht ist die Infrastruktur. Die IHK verweist dabei auf Straßen, Schienen, Brücken und Wasserwege, die für Unternehmen am Niederrhein besonders wichtig sind. Gerade für Duisburg als Industrie- und Logistikstandort hat das große Bedeutung. Nach Einschätzung der Kammer geraten Lieferketten zusätzlich unter Druck, wenn Wasserstraßen nicht verlässlich nutzbar sind. Unternehmen müssten dann auf die Straße ausweichen, was zusätzliche Kosten verursache und die vorhandene Infrastruktur weiter belaste. Die IHK fordert deshalb nach eigenen Angaben schnelleres politisches Handeln.
Niedrigwasser belastet auch die Wirtschaft in Duisburg
Als Beispiel nennt die IHK das aktuelle Niedrigwasser. Wenn Schiffe weniger laden können oder Transporte schwieriger werden, hat das direkte Folgen für Industrie und Logistik. Besonders in Duisburg mit seiner Nähe zum Rhein und seiner Bedeutung für den Güterverkehr ist das ein wichtiges Thema. Laut IHK zeigt die Lage erneut Schwachstellen im bestehenden System. Die Kammer verweist außerdem auf ihren Brückenmonitor und den hohen Sanierungsbedarf in Nordrhein-Westfalen. Aus Sicht der IHK muss die Fahrrinne zügig optimiert werden, damit die Wasserstraße als Verkehrsweg wieder verlässlicher wird.
Ausbildungsmarkt in Duisburg unter zusätzlichem Druck
Auch der Ausbildungsmarkt bleibt aus Sicht der IHK angespannt. Die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium in NRW führt laut Kammer zu einem Abiturjahrgang mit weniger Schulabgängern. Für viele Betriebe wird die Suche nach Nachwuchs dadurch noch schwieriger. Die IHK spricht von einem zusätzlichen Problem in einer ohnehin angespannten Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Deshalb setzt sie nach eigenen Angaben weiter auf Berufsorientierung. Dazu gehören Azubis, die in Schulen über ihre Ausbildung berichten. Außerdem will die Niederrheinische IHK ihre Angebote rund um den Ausbildungsmarkt weiter ausbauen.
IHK stellt Krisenvorsorgeplan für Betriebe vor
Neben Wirtschaftslage und Ausbildung geht es im Geschäftsbericht auch um die Vorbereitung auf Notlagen. Die IHK hat dazu einen Krisenvorsorgeplan veröffentlicht. Er soll Unternehmen helfen, Risiken wie Cyber-Angriffe, Sabotage oder andere Krisen frühzeitig zu erkennen und handlungsfähig zu bleiben. Nach Angaben der IHK vernetzt sie Unternehmen dafür auch mit Akteuren aus Wirtschaft, Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie mit politischen Entscheidern. Das geschieht über das Netzwerk Defense. Der Geschäftsbericht der Niederrheinischen IHK und der Krisenvorsorgeplan sind online abrufbar.