
Am bundesweiten Protesttag der Apothekerschaft (23.03.) bleiben viele Apotheken in Duisburg geschlossen. Die Arzneimittelversorgung wird über Notdienst-Apotheken sichergestellt. Hintergrund sind seit Jahren unzureichende wirtschaftliche Rahmenbedingungen und eine anhaltende Schließungswelle.
Protest soll Koalitionsvertrag durchsetzen
Unter dem Motto „Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag umsetzen" fordern die Apotheker die Bundesregierung und Gesundheitsministerin Warken auf, die zugesagte wirtschaftliche Stabilisierung der Vor-Ort-Apotheken schnell umzusetzen. Christoph Herrmann, Pressesprecher der Apotheker in Duisburg, empfiehlt Patientinnen und Patienten, Rezepte möglichst vor dem Protesttag einzulösen. Bundesweit begleiten zentrale Kundgebungen in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München den Protest. Auch Apotheken-Teams aus Duisburg beteiligen sich, um den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen.
Honorarstillstand seit 13 Jahren
Das gesetzlich festgelegte Honorar für verschreibungspflichtige Arzneimittel wurde seit 2004 nur einmal vor 13 Jahren um rund 3 Prozent angepasst. In den letzten 13 Jahren sind die Betriebskosten jedoch um rund 65 Prozent gestiegen – vor allem für Personal, Energie, Miete, Digitalisierung und regulatorische Anforderungen. Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), und Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK), warnen: In Deutschland schließt etwa alle 20 Stunden eine Apotheke dauerhaft. Seit 2013 haben bundesweit rund 20 Prozent der Apotheken geschlossen. Die Folgen treffen inzwischen nicht nur den ländlichen Raum, sondern zunehmend auch Städte und Ballungsräume.
Anlass des Protesttags ist die aktuelle Beratung des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) im Deutschen Bundestag.