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Eine Person sitzt vor einem Bildschirm, auf dem zu erkennen ist, dass es neben dem menschlichen Kopf auch verschiedene Ströme gibt, die fließen. Eine Art Symbolbild für Künstliche Intelligenz
© picture alliance/dpa | Matthias Bein
Künstliche Intelligenz (KI) ist längst Teil unseres Alltags. Das merken wir manchmal gar nicht, ist in vielen Fällen von Vorteil.
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Duisburg: Wenn Gefühle für Chatbots entstehen

Duisburg spielt in einer neuen Debatte über KI und Beziehungen eine Rolle. Forschende der Uni Duisburg-Essen erklären, warum Gefühle für Chatbots real wirken können.

Veröffentlicht: Montag, 08.06.2026 12:00

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Künstliche Intelligenz ist für viele Menschen längst Teil des Alltags. Sie hilft im Büro, beantwortet Fragen und übernimmt immer mehr Aufgaben. Inzwischen wird aber auch über eine andere Rolle von KI gesprochen: als emotionaler Begleiter oder sogar als Partnerersatz. Genau damit beschäftigt sich auch Forschung aus der Region. Die Psychologin Jessica Szczuka von der Universität Duisburg-Essen untersucht, wie Menschen auf KI-Chatbots reagieren und warum dabei echte Gefühle entstehen können. Damit bekommt ein Thema Aufmerksamkeit, das auch in Duisburg und der Region viele Menschen interessieren dürfte.


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Gefühle für Chatbots können sich echt anfühlen

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Laut Jessica Szczuka können Beziehungen zu KI-Systemen für Betroffene sehr real wirken. Sie sagt: „Die Gefühle, die dabei entstehen, können sich für Betroffene sehr real anfühlen und in Teilen vergleichbar sein mit Gefühlen, die auch in zwischenmenschlichen Beziehungen entstehen.“ Chatbots orientieren sich an menschlicher Kommunikation und senden damit ähnliche soziale Signale aus. Viele Nutzer reagieren deshalb ähnlich wie in echten Gesprächen. Die Forscherin hält es deshalb nicht für ungewöhnlich, wenn Menschen auch enge oder intime Bindungen zu KI entwickeln. Sie verweist darauf, dass manche Betroffene sogar von „Schmetterlingen im Bauch“ sprechen.


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Warum KI-Partner für manche Menschen attraktiv sind

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Ein Grund für diese Bindung könnte in den Eigenschaften solcher Systeme liegen. KI-Bots sind jederzeit erreichbar, hören zu und widersprechen oft nicht. Gerade für Menschen, die Einsamkeit erleben oder in Beziehungen unzufrieden sind, kann das attraktiv wirken. Der Forscher Ray Djufril von der TU Berlin hat Replika-Nutzer aus mehreren Ländern befragt. Er sagt, viele behandelten die Bots wie echte Beziehungspartner. In seiner Studie wird beschrieben, dass intensive Gespräche oder geteilte Erlebnisse eine wichtige Rolle spielen. Die Systeme wirken auf manche Menschen weniger urteilend, weniger egoistisch und immer verfügbar.


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Uni Duisburg-Essen sieht auch Risiken bei KI-Romanzen

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Neben der emotionalen Nähe sehen Fachleute auch klare Probleme. Jessica Szczuka warnt vor der großen Macht der Unternehmen hinter den Systemen. Sie sagt: „Die Firmen haben die maximale Kontrolle darüber, welche Daten sie erheben, wie der Algorithmus sich verhält, welche Arten von Gedanken und Verhaltensweisen der Algorithmus widerspiegelt.“ Auch beim Jugendschutz sieht sie Handlungsbedarf. Wenn Firmen Angebote verändern oder abschalten, kann das direkte Folgen für Nutzer haben, die enge Bindungen zu den Bots aufgebaut haben. Deshalb fordern Forschende politische Regeln und mehr Kontrolle. Szczuka betont aber auch, dass sie kein Verbot solcher Technik fordert.


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KI in Duisburg bleibt wohl eher Ergänzung als Ersatz

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Trotz aller Diskussionen rechnen Fachleute nicht damit, dass menschliche Beziehungen bald grundsätzlich ersetzt werden. Jessica Szczuka erwartet eher eine begrenzte Zunahme solcher KI-Beziehungen. Sie sagt: „Wir müssen uns jetzt nicht davor fürchten, dass in fünf Jahren alle Menschen nur noch mit KIs zusammen sind.“ Gleichzeitig zeigt die Debatte, wie stark digitale Kommunikation inzwischen in persönliche Lebensbereiche hineinreicht. Für Duisburg ist das Thema auch deshalb spannend, weil mit der Universität Duisburg-Essen Forschung aus der Region daran beteiligt ist. Die Frage bleibt, wie Gesellschaft und Politik mit dieser Entwicklung umgehen. Klar ist schon jetzt: KI ist nicht nur Technik, sondern immer öfter auch ein soziales Thema.


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