
Duisburg war Teil einer groß angelegten Kontrollaktion des Landes Nordrhein-Westfalen gegen auffällige Wohnhäuser. Nach Angaben des Bauministeriums wurden in elf Städten problematische Wohnungsbestände überprüft. Im Einsatz waren mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Behörden. Insgesamt standen mehr als 250 Wohneinheiten im Fokus. Ziel der Aktion ist es, den Druck auf Eigentümer zu erhöhen, wenn der Verdacht auf Missstände, Sozialleistungsmissbrauch oder ausbeuterische Vermietung besteht. Neben Duisburg wurde auch in Dortmund, Gelsenkirchen, Hagen, Krefeld, Langenfeld, Leverkusen, Remscheid, Solingen, Velbert und Wuppertal kontrolliert.
Behörden prüfen Wohnverhältnisse und Leistungsbezüge
Im Mittelpunkt der Kontrollen stehen laut Ministerium ausbeuterische Wohnverhältnisse, mögliche Verstöße gegen Bau- und Wohnungsrecht und der Verdacht auf Sozialleistungsmissbrauch. Die Behörden gehen dabei gegen Eigentümer und Vermieter vor, die Menschen in prekären Lebenslagen zu überhöhten Mieten in schlechten Wohnungen unterbringen könnten. Nach Angaben des Ministeriums richten sich die Maßnahmen vor allem gegen Strukturen, bei denen soziale Not gezielt ausgenutzt wird. In einzelnen Fällen werden auch Hinweise auf weitere Straftaten überprüft. Den Kontrollen gingen demnach kommunale Hinweise und Datenanalysen der Bundesagentur für Arbeit voraus. Dabei soll nachvollzogen werden, ob es auffällige Leistungsbezüge und verdächtige Geldflüsse gibt.
Aussage von Ina Scharrenbach zur Razzia
NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach hat das Vorgehen des Landes bekräftigt. Wörtlich sagte sie: „Wir bleiben dran, wir gehen auffälligen Strukturen nach und wir handeln dort, wo aus sozialer Not ein Geschäftsmodell gemacht wird.“ Außerdem erklärte die CDU-Politikerin: „Mit jeder Kontrollaktion ziehen wir das Behördennetz dabei noch enger.“ Das Ministerium kündigte an, dass die Ergebnisse der Vor-Ort-Kontrollen nun in weitere Analysen einfließen. An der Aktion beteiligt waren unter anderem kommunale Bau- und Wohnungsaufsichten, Jobcenter, Familienkassen, Zoll, Polizei, Feuerwehr, Gesundheits- und Umweltämter, Energieversorger und der TÜV Nord. Zusätzlich plant die Landesregierung ein neues Gesetz, das den Kommunen mehr Eingriffsmöglichkeiten geben soll.
Problemimmobilien bleiben auch in Duisburg ein Thema
Das Thema Problemimmobilien beschäftigt Duisburg schon länger. Radio Duisburg hat in den vergangenen Monaten mehrfach über Kontrollen, Räumungen und den Verdacht auf Sozialleistungsbetrug berichtet. So gab es bereits Anfang 2025 Razzien gegen Sozialbetrug in Duisburg. Später zog die Stadt Bilanz zu den Kontrollen und berichtete über den Verdacht auf Scheinarbeitsverhältnisse. Auch 2026 liefen in Duisburg weitere Kontrollen, etwa im Weißen Riesen in Hochheide oder bei Problemimmobilien in Marxloh. Die aktuelle NRW-weite Aktion zeigt, dass Behörden in Duisburg und anderen Städten weiter eng zusammenarbeiten.