
In Mündelheim hat der Bau für ein großes Hochwasserschutzprojekt begonnen. Ein zentraler Rheindeich wird saniert und zugleich um 500 Meter ins Landesinnere verlegt. Dadurch bekommt der Rhein mehr Platz. Nach Angaben aus der Pressemitteilung entstehen so 60 Hektar neuer Retentionsraum. Das entspricht mehr als 80 Fußballfeldern. Das Projekt ist Teil eines 6,7 Kilometer langen Schutzsystems zwischen Düsseldorf-Wittlaer und Duisburg-Ehingen und gehört zum Nationalen Hochwasserschutzprogramm.
Mündelheim soll den Rhein bei Hochwasser entlasten
Der neue Retentionsraum soll helfen, Hochwasser besser abzufangen. In der Pressemitteilung heißt es, dass so Abflussspitzen bei Hochwasser gedämpft werden können, auch für Gebiete flussabwärts. NRW-Umweltminister Oliver Krischer sagte beim Spatenstich: „Moderner Hochwasserschutz ist mehr als hohe Mauern.“ Weiter sagte er, in Mündelheim entstehe ein großer Retentionsraum, der Hochwasserwellen abflache. Gemeinsam mit den bestehenden Flächen in Monheim und Orsoy wächst der Retentionsraum laut Pressemitteilung auf insgesamt 480 Hektar. Für Duisburg ist das Projekt damit auch ein Baustein für den langfristigen Schutz an Rhein und Ruhr.
B288 in Duisburg wird aufgeständert
Das Projekt greift auch in die bestehende Infrastruktur ein. Weil die B 288 künftig im Bereich zwischen alter und neuer Deichlinie liegt, wird sie aufgeständert. Laut Pressemitteilung fährt der Verkehr in Richtung Krefeld später über ein neues Brückenbauwerk. Die wichtige Verbindung soll dadurch auch bei Rheinhochwasser passierbar bleiben. Gebaut wird unter laufendem Verkehr. Nur für wenige Wochen soll der Verkehr laut Mitteilung einspurig mit mobiler Ampel durch die Baustelle geführt werden.
Wirtschaftsbetriebe Duisburg setzen das Projekt um
Umgesetzt wird das Vorhaben vor Ort von den Wirtschaftsbetrieben Duisburg. Vorstand Sebastian Beck sagte laut Pressemitteilung: „Die Deichrückverlegung in Mündelheim ist dabei ein besonders wichtiges Projekt“. Er betonte außerdem, dass zusätzlicher Rückhalteraum für den Rhein geschaffen und die Sicherheit für die Menschen vor Ort erhöht werde. Schon 2019 war in Mündelheim nach Angaben der Pressemitteilung eine bis zu 20 Meter tiefe und 1.600 Meter lange Dichtwand eingebaut worden. Sie soll verhindern, dass bei hohem Rheinpegel Grundwasser in Keller drückt.
Bauzeit in Duisburg läuft bis 2031
Die Bauarbeiten an Deich und B 288 sollen laut Pressemitteilung bis 2029 abgeschlossen sein. In den Jahren 2030 und 2031 folgen dann der Rückbau des alten Deichs und die abschließenden Landschaftsarbeiten. Die Erde des alten Deichs soll dabei weitgehend aufbereitet und wiederverwendet werden. Auch die Pflanzen im Vorland werden so gestaltet, dass sie den Abfluss des Rheins bei Hochwasser nicht behindern. Das Gesamtprojekt kostet laut Pressemitteilung rund 125 Millionen Euro. Finanziert wird es mit Anteilen von Kommune, Land und Bund.