
Die Gewerkschaft ver.di kritisiert nach eigenen Angaben den Umgang der Stadt Duisburg mit Schulhausmeistern. Anlass ist laut Pressemitteilung der Fall eines Schulhausmeisters, der nach Erreichen der Regelaltersgrenze nicht freiwillig bei der Stadt weiterarbeiten dürfe. Stattdessen sei ihm im Nachgang zur Berichterstattung in der WAZ ein Arbeitsvertrag bei Octeo zum Mindestlohn angeboten worden. ver.di sieht darin einen Versuch, tarifliche Ansprüche nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, also dem TVöD, zu umgehen. Die Gewerkschaft spricht in diesem Zusammenhang von Lohndumping. Eine Stellungnahme der Stadt Duisburg lag in der Mitteilung zunächst nicht vor.
Kritik aus dem ver.di-Bezirk Duisburg-Niederrhein
Matthias Baumann, Bezirksgeschäftsführer von ver.di Duisburg-Niederrhein, wird in der Mitteilung deutlich. Er sagt, die Tätigkeit eines Schulhausmeisters setze eine einschlägige technische oder handwerkliche Berufsausbildung voraus. Deshalb müssten diese Aufgaben auch nach dem für kommunale Beschäftigte geltenden TVöD bezahlt werden. Alles andere sei aus Sicht der Gewerkschaft nicht akzeptabel. ver.di wirft der Stadtspitze vor, Aufgaben aus dem Kernbereich der Stadtverwaltung schrittweise aus dem Tarifbereich herauszulösen. Baumann fordert, Tätigkeiten im Geltungsbereich des TVöD auch entsprechend einzugruppieren und zu vergüten.
Schulen in Duisburg: Mehr Aufgaben für weniger Personal?
Zusätzlich berichtet ver.di unter Berufung auf Beschäftigte, dass neue Schulhausmeister künftig als Springer für zwei oder drei Schulen zuständig sein sollen. Bisher habe es häufig eine feste Bindung an eine einzelne Schule gegeben. Die Gewerkschaft befürchtet deshalb eine höhere Arbeitsbelastung für die Beschäftigten. Gleichzeitig könne sich aus ihrer Sicht auch der Service an den Schulen verschlechtern. In der Mitteilung stellt ver.di außerdem einen Zusammenhang zu möglichen Einsparzielen in der Stadtverwaltung her. Auch diese Darstellung stammt aus der Pressemitteilung der Gewerkschaft und ist nicht unabhängig bestätigt.
ver.di fordert Kurswechsel von der Stadtspitze
In ihrer Mitteilung richtet die Gewerkschaft ihre Kritik direkt an Oberbürgermeister Sören Link und Stadtdirektor beziehungsweise Kämmerer Martin Murrack. ver.di wirft der Stadt vor, immer mehr Dienstleistungen mit solchen Konstruktionen dem TVöD zu entziehen. Baumann warnt davor, städtische Finanzprobleme auf Kosten der Beschäftigten zu lösen. Er fordert die Stadtspitze auf, entsprechende Versuche umgehend zu stoppen. Aus Sicht von ver.di müsse gerade bei Schulhausmeistertätigkeiten klar sein, dass diese dauerhaft zur Verantwortung der Stadt als Schulträger gehörten. Ob und wie die Stadt Duisburg auf die Vorwürfe reagiert, ist bislang offen.