
Am Ruhrwehr Duisburg ist am Mittwoch (27.05.) der erste von vier Wehrverschlüssen ausgehoben worden. Dafür kam mit dem „Hebo 7“ einer der größten Schwimmkräne zum Einsatz. Nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ist das ein wichtiger Schritt bei der Grundinstandsetzung der Anlage. Das Ruhrwehr soll in den kommenden Jahren nach und nach saniert werden. Ziel ist es, die Anlage langfristig fit für die Zukunft zu machen. Die Verantwortlichen sprechen von einer Absicherung für die nächsten 70 Jahre.
Sanierung in Duisburg läuft über mehrere Jahre
Der jetzt ausgehobene Wehrverschluss besteht laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung aus zwei schweren Teilen. Das Oberschütz wiegt 82 Tonnen, das Unterschütz 147 Tonnen. Beide Bauteile werden jeweils in zwei Teilen aus dem Wehrfeld gehoben. Eine besondere Herausforderung ist dabei nicht nur das hohe Gewicht. Entscheidend ist auch die Auslage des Schwimmkrans, weil das Wehrfeld im Ober- und Unterwasser mit Fangedämmen trockengelegt wird. So können die Arbeiten an der Anlage überhaupt durchgeführt werden.
Ruhrwehr an der Ruhr hat wichtige Aufgabe für Wasserstand und Hochwasser
Das Ruhrwehr Duisburg liegt bei Ruhr-km 2,626 und hat für die Wassersteuerung in der Region eine wichtige Funktion. Es reguliert den Wasserstand der Ruhrwasserstraße in Richtung Staustufe Raffelberg. Außerdem beeinflusst die Anlage den Wasserstand im Verbindungskanal zum Rhein-Herne-Kanal bis zur Staustufe Oberhausen. Zusätzlich wird über das Wehr Hochwasser der Ruhr in den Rhein abgeführt. Bei Hochwasser am Rhein können außerdem Überflutungsflächen in den Ruhrwiesen bereitgestellt werden. Damit ist das Bauwerk nicht nur für die Schifffahrt, sondern auch für das Wassermanagement in der Region bedeutend.
Arbeiten am Ruhrwehr Duisburg sollen rund zehn Jahre dauern
Nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung werden aktuell bereits die Wehrpfeiler und das Pumpwerkhaus saniert. Die Wehrverschlüsse sollen dann nacheinander in den kommenden zehn Jahren ausgetauscht werden. Das zeigt, wie umfangreich die Arbeiten an der Anlage sind. Die Wehranlage selbst hat eine lange Geschichte: Der Bau begann 1942 und wurde - unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg - erst 1956 beendet. Nach regelmäßigen Unterhaltungsmaßnahmen steht nun eine umfassende Grundinstandsetzung an. Projektteilgebietsleiter David Mertesacker sagt: „Mit dem Aushub des Verschlusses erreichen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein bei der Grundinstandsetzung des Ruhrwehrs Duisburg.“