
Die Stadt Duisburg will an vier Grundschulen sogenannte Schulstraßen einrichten. Dort dürfen dann während der Bring- und Abholzeiten keine Autos mehr fahren, außer die von Anwohnern. Der Grund: Immer mehr Eltern fahren ihre Kinder direkt bis vor das Schultor, was oft für Chaos und gefährliche Situationen sorgt, besonders für Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Das stellen wir auch jedes Jahr bei unserer großen Radio Duisburg Verkehrssicherheitsaktion fest. Mit dem neuen Konzept will die Stadt den Verkehr entzerren und den Schulweg sicherer machen. In der Nähe sollen außerdem Elternhaltestellen eingerichtet werden, von denen aus die Kinder den restlichen Weg selbst zurücklegen. Zunächst ist ein einjähriger Verkehrsversuch vorgesehen. Die geplanten Schulstraßen sollen an Grundschulen in Neumühl, Buchholz, Homberg und Rheinhausen eingerichtet werden.
Diese Schulen in Hamborn, Buchholz, Homberg und Rheinhausen sind dabei
Nach einer Vorabprüfung aller Duisburger Grundschulstandorte hat die Stadt vier Schulen für eine Detailplanung ausgewählt. Dabei handelt es sich um die KGS Am Bergmannsplatz in Neumühl, die GGS und KGS Böhmer Straße in Buchholz, die GGS Ottostraße in Homberg-Ruhrort-Baerl und die GGS Mevissenstraße in Rheinhausen. In den zuständigen Bezirksvertretungen wurden die Maßnahmen schon beraten. Für die Böhmer Straße steht eine konkrete Ausgestaltung noch aus, da die Bezirksvertretung Süd erst am 16. April tagt.
Was rund um die Schulstraßen bereits geplant ist
An der KGS Am Bergmannsplatz in Neumühl soll die Rolandstraße auf ihrer gesamten Länge von rund 65 Metern zur Schulstraße werden. Geplant ist eine Sperrung montags bis freitags von 7:30 Uhr bis 8:15 Uhr sowie von 12:30 Uhr bis 13:15 Uhr. In der Oberen Sterkrader Straße und in der Freiburger Straße sollen außerdem Elternhaltestellen eingerichtet werden. Vorgesehen sind dort insgesamt etwa 12 Parkstände. Sie sollen montags bis freitags zwischen 7:30 Uhr und 15:15 Uhr zur Verfügung stehen.
An der GGS Ottostraße in Homberg soll die Ottostraße zwischen Ziethenstraße und Ehrenstraße auf rund 150 Metern zur Schulstraße werden. Die Sperrung ist montags bis freitags von 7:30 Uhr bis 8:15 Uhr geplant. In der Jahnstraße und in der Ehrenstraße sollen jeweils etwa drei Parkstände als Elternhaltestellen eingerichtet werden. Während der Sperrung wird die Dunkerstraße im Abschnitt zwischen Rheinpreußenstraße und Ottostraße vorübergehend zur Sackgasse. Damit Autos dort wenden können, sollen zeitweise zwei Parkstände wegfallen und ein absolutes Haltverbot eingerichtet werden.
An der GGS Mevissenstraße in Rheinhausen ist bisher die längste der Schulstraßen geplant. Gesperrt werden soll die Mevissenstraße auf ihrer gesamten Länge von etwa 320 Metern sowie die Hohe Flur zwischen Mevissenstraße und Brunnenstraße auf rund 80 Metern. Die Sperrzeiten sind montags bis freitags von 7:30 Uhr bis 8:15 Uhr sowie von 14:45 Uhr bis 15:15 Uhr geplant. Elternhaltestellen sollen im Grabenacker und Auf dem Dudel eingerichtet werden. Dort sind insgesamt etwa elf Parkstände vorgesehen.
Start frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2026
Der Beginn des Verkehrsversuchs ist aktuell für die zweite Jahreshälfte 2026 angedacht, sofern organisatorische und bauliche Voraussetzungen erfüllt sind. Begleitet werden soll das Projekt durch Verkehrszählungen und Beobachtungen, um die Auswirkungen zu analysieren. Die endgültige Entscheidung über das Projekt trifft der Stadtrat am 4. Mai.
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