
Menschen in Duisburg, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind oder nur schwer eine Wohnung finden, sollen durch das Projekt „Endlich ein Zuhause“ besser unterstützt werden. Die Stadt Duisburg arbeitet dabei mit dem Diakoniewerk Duisburg zusammen. Ziel ist es, Betroffene in reguläre Mietverhältnisse zu vermitteln und sie auf dem Weg dorthin eng zu begleiten. Unterstützt wird das Projekt auch von Wohnungsunternehmen wie Vonovia, GEBAG, LEG, Wohn- und Geschäftsbau Ruhr sowie weiteren Vermieterinnen und Vermietern. Die Landesinitiative läuft in Duisburg seit dem 1. Juni 2022. Inzwischen ist die Förderung bis Ende 2027 verlängert worden.
Hilfe für Menschen mit besonderen Hürden in Duisburg
Das Projekt richtet sich an Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt mit besonderen Problemen zu kämpfen haben. Dazu zählen nach Angaben der Beteiligten unter anderem Armut, Sprachschwierigkeiten, fehlende Kenntnisse über das deutsche Mietrecht und Vorbehalte von Vermietern. Yvonne Wagner, Leiterin des Fachbereichs „Beratung & Wohnen“ im Diakoniewerk Duisburg, sagt:
„Sprachschwierigkeiten, Unkenntnis über das deutsche Mietrecht, Armut und Vorbehalte der Wohnungsgeber erschweren für viele Betroffene den Zugang zum regulären Wohnungsmarkt.“
Deshalb besucht das Team die Menschen teilweise direkt in Gemeinschaftsunterkünften und arbeitet eng mit Flüchtlingsberatungsstellen zusammen. Begleitet werden die Betroffenen unter anderem bei Wohnungsbesichtigungen, bei Formalitäten und beim Einzug. Auch weitere Hilfen, etwa über das Jobcenter oder die Schuldnerberatung, können vermittelt werden.
Bilanz seit 2022: Mehr als 100 Wohnungen vermittelt
Nach dem Stand vom 1. Juni 2026 konnten durch „Endlich ein Zuhause“ bereits 122 Wohnungen vermittelt werden. Darunter sind 54 Familien mit insgesamt 106 Kindern sowie 71 Einzelpersonen. Zusätzlich haben die Projektmitarbeiterinnen 383 weitere Menschen dabei unterstützt, für selbst gesuchte Wohnungen Mietverträge zu bekommen. Finanziert wird das Projekt mit Fördergeldern der Europäischen Union und einem städtischen Eigenanteil. Das Diakoniewerk betont, dass es dabei nicht nur um Wohnraum, sondern auch um stabile Lebensverhältnisse geht. Geschäftsführerin Pfarrerin Barbara Montag erklärt: „Unser oberstes Ziel sind menschenwürdige Mietverhältnisse.“ Sie beschreibt das Projekt außerdem als Brücke zurück in gesellschaftliche Strukturen für Menschen mit oft sehr komplexen Problemlagen.
Kooperation mit Vonovia bringt Wohnraum in Duisburg
Ein wichtiger Partner des Projekts ist die Vonovia. Das Wohnungsunternehmen hat im Sommer 2024 auf lokaler Ebene einen Kooperationsvertrag mit dem Diakoniewerk Duisburg geschlossen. Nach aktuellem Stand stammen die meisten im Projekt vermittelten Wohnungen von Vonovia. Besonders gefragt sind familienfreundliche Wohnungen mit ausreichend Platz. Sebastian Hiese-Brakonier, Regionalleiter bei Vonovia, sagt:
„Wohnraum ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.“
Weiter erklärt er, dass seit dem Kooperationsvertrag im Jahr 2024 bereits 24 Wohnungen im Rahmen von „Endlich ein Zuhause“ vermittelt worden seien. Weitere Wohnungsunternehmen und auch private Vermieterinnen und Vermieter sind eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen.